Gestern fersuchte ich, reglmeßig in der Schule zu gehn, aber ich hadte einen schreklich ween Hals un Kopfwe, so das ich mein Frihschtik gar nich essn konnte; Mamma war in Angs; sie glaubte es is Difftritis. Sie gab mir ein bischen Medezihn un sagte, sie wird um dem Dokter Moor schikn, wenns nich besser wird; aber um halb zehn wahr mir schon ganz gut, un Betti gab mir deßwegn 10 oder 12 Buchweitznkuchn, die sie mir aufgehobn hadte un ich schlipffte aus dem rikwertign Thor um in der Schule zu gehn. Ich dachte, ich wer bein Depoh forbeigehn um di Freiwillign in dem Zug einschteign zu sehn. Sie solltn um halb elf nach Bluewill zu der großn Feier farn. Bluewill is filleich 16 Meiln fon hir. Es sollte grosartig zugehn. Bluewill is am Seh. Gereste Austern, Gullasch, Obswein, ein Zellt, ein Haufn Leite, eine Kanohne, Feierwerk, eine Blechmusikkbande — wirklich, wi ich in den Gedrenge zu den Depoh kahm un der Zug einfuhr konnte ich gar nichs dafir, das sie mich di Schtufn henauf in einen Wagohn heneindrengtn. Das Gedreng wahr so arg, das ich mich durchaus nich durchzwengen konnte, um in der Schule zu gehn. Befor ich es noch wußte, wahr ich obn eingezwikt in den Gang, der Zug in Bewehgun un keinem Cent in der Tasche, um fir meiner Fart zu bezaln. Jedesmahl wenn der Konduktehr durchging, ferschtekte ich mich anderswo, aber nach einer Weile sah er mich doch un fragte wo ich meine Karte hab. Dann erzehlte ich ihm, wi ich hereingedrengt worn bin, wi ich grad in der Schule gehn wollte, un ein pahr sagtn: »Oh, es is nur Schorschi, er kommt warscheinlich mit um uns unsre anre Fahne zu ferbrennen!« Un der Konduktehr sagte: »Oh es is Schorschi Hacker, der is es!« un lachte un ging foriber un in einer Weile kamen wir an, un ich schtig mit die ibrign ab. Es wahr so gut wi ein fierter Juli. Es wahr ein bischen kihl an der Kiste, aber zwei risige Feier machtn es wider gut — eines, um Gullasch zu kochn un eines um die Muschln zu restn. Außer uns warn filleich noch 1000 Leite dort. Die Bande schpilte, ein par Herrn hiltn Redn un dann sangen wir ein pahr Lider un feiertn die Kanohne ab. Ich konnte di Redn nich zuhern, weil ich sehr fihl zu tun hadte den Kessl mit Gullasch foll machn zu helfn un einen großn Haufn Schteine heiß zu machn um die Muschln zu restn. Ich hadte kein Geld un so wollte ich mir mein Essn ferdinen. Ich wollte einen Pack Sehgras, um es um di Muscheln bein Restn zu legn. Es wahrn Fesser un Fesser foll dafon da, un ein Faß foll dikn Schiffszwihbak zum Gullasch un eine Menge Zwibl, Erdepfl, Schweinfleisch, Saltz un Feffer. Ich kann nich sagn, wi es passihrte, aber wi ich das Faß mit den Zwihbak rollte, kuglte das runde Ding grad ins Wasser, un schwamm filleich 100 Elln henaus, grad wi wenn es direk nach Eiropa wegfarn wollt; dann plantschte es zurik un ein Mann watete hinein, aber es schwabblte auf un ab un es dauerte sehr lang befor er es erwischte — ich glaub, er hedte einen Fischkahn nemen solln — aber er erwischte es enlich, aber es wahr durch un durch mit Sehwasser follgesogn. Das Saltz un der Feffer wahrn auch drin, aber zun Glik machte es dem Schweinfleisch nichs. Sie mußtn das Gullasch ohne Salz un Feffer machn.
Es erinnerte mich an der Geschichte in meinen Lesebuch mit den Mitagessn fon den armen Mann. Deßwegn sagtn di Leite, ich soll liber nich in der Näe kommen, bis alles fertig is. Ich un noch ein Junge gingen an der Kiste ein bischen schpazirn un wir fandn ein totes Thir; das ganz so ausschaute, wi ein Esl. Es wahr an der Kiste geschwemt worn. Ich hadte eine Menge in der Polletik gelesn un gehert, fon Esln di gleich for Wut kochn, un so dachte ich, dem kann man ganz gut dazu brauchn. So sagte ich dem anren Jungen, er soll gut Ach gebn, bis sie die Muschln zum Restn gegebn habn, un wir wikltn es in Sehgras ein un wartetn, bis die Menner weggegangn warn, um Obswein zu trinkn, un dann schleptn wir es mit aller Krafft hin un lissn es obnauf auf die Muschln plumpsn un legtn noch mehr Segras drauf, damit sie so fiel fon einen kochendn Esl habn, als sie brauchn — nur wahr der gebratn — aber ich glaube, er muß krank gewesn sein, wi er schtarb, oder wahr es schon zu lang, oder sons etwas. Wi sie das Sehgras henunternamen, um ihre Muschln zu essn — na, es is einfach greßlich, mehr wi 1000 hungrige Leite zohnig auf sich zu sehn, wenn man nichs anres wolln hat, als ihnen einem gutn Bissn gennen; aber ein Mann lachte un sagte er is froh, das der Esl enlich tot is.
Ich firchte, sie hadtn wenig mehr zu essn, außer Obswein, bis sie in der Schtadt tellergrafihrtn un ihnen ein pahr kalte Lebnsmitl herausgeschikt wurdn. Aber di Feier wahr famohs; di Musikk schpilte un wi es finster war, kam eine große Menge belegte Budterbröter un anre Sachn un nachdem er aufgegessn wahr, sollte ein großes Feierwerk sein, nur fing der Wagn Feier in den alles aufgepakt wahr un alles ging zusamm in der Lufft, un das wahr wirklich zu dumm, weil es in ganzn nich mehr wi 3 Menutn dauerte un man di einzelne Figurn nich gut sehn konnte.
Es wahr noch ein Glick, das die Leite auf der andern Seite fon Depoh warn, sons hedte noch jemann mit in der Hehe gehn kennen. Ein Kerl pakte mich bei der Schultter un fragte ob ichs getan hab? Er wollte mich einen Pollezeiman ibergebn, aber einer fon unsre Freiwilligen kam un fihrte mich weg — es wahr Karl Grin, in dem Matilld schterblich ferlibt is; er setzte mich auf der Eisenbahn, bezalte mir die Fahrt un sagte, ich soll nur ach gebn un auf der richtige Schtattsjohn ausschteign. »Du darffs nich lenger bleibn, deine Leite wern sich um dir sorgn un es is gefehrlich fir dir, in den Gedrenge zu bleibn; du has dich als solcher Schadnschtiffter gezeigt, das ein pahr dich auf der Schtelle aufknipfn wolln, un ein pahr mechtn dich liber ein bischen in der Seh eintauchn, damit du dirs merkst, un ein pahr wolltn, das du ein Schtik fon den gerestetn Esl essn sollst, allso is es besser, du gehst nachaus,« sagte Karl. Allso ging ich.
Das heißt, ich fuhr richtig weg, aber ich wahr ganz erschepfft, un schlif im Wagohn ein: un wi ich aufkam, wahr Mitternach — tife finstre Mitternach, un der Konduktehr sagte: »Sehnchen, schteh auf, wir sin schon in Filadelfja. Wohin fahrs du?«