Elsbett erwartet ein par Freindinnen auf dem Abnd un firchtete sich, der Englkuchn wird ihr in Ofn ferbrennen un deßwegn mußte sie zu mir henaufkommen. Betti hadte Ausgang un die Kechin wollte sie nich fortschikn, un deßwegn fragte sie mich, ob ich ihr nich henunterlaufn will in der Zukerbekerei um ein Fund Makkrohnen un drei Firtl Gefrornes, Schoklat un Wanillje gemischt. Natirlich sagte ich gleich ja — es is doch fiel besser, um Gefrornes henunterzulaufn, als im Zimmer eingeschperrt zu sein un zu hungern un druntn die Jungen jauchsn zu hern, wi sie zum Freidnfeier hinlaufn. Sie gab mir 2 Doller um fir die Erfrischung zu zaln un ich machte, das ich fortkahm. »Aber Schorschi, bleib nich eine Sekkunde lenger als finfzehn Menutn aus, das Gefrorne zerflißt, wi nur was; komm nur direk so schnell zurik, als deine Fiße dich tragn kennen un sei ein brafer Junge — bleib nich am Weg schtehn, wir wartn alle auf dem Gefrornen; denk nur, was fir ein fergengliches Ding Gefrornes is; des Abns is warm, wills du dich eiln, sofihl du kanns, liber Schorschi?« Schwestern kennen greßlich siß sein, wenn sie ihre kleine Brider zu irgndwas brauchn. Ich lif auf dem ganzn Weg un schaffte ihnen nur schnell die Makkrohnen einzupakn un das Gefrornes in der Eiskanne zu gebn, damit ich so schnell wider zuhaus bin, wi Elsbett mir gesagt hat. Aber wi ich zuhaus kam — so eine Beschehrung! Die Kanne wahr foll einer schwabbliche gelbe Soß un ein kleines Hindchen hadte die ganzn Makkrohnen gefressn un sogar das Papir zerkaut — aber an den Papir lag mir nich sofihl. Es is wirklich selltsam, wi etwas so einschrumfn un einschrumfn kann, wi Gefrornes. Ich glaube, es is so eingeschrumft, weil ich zu nah bein Freidnfeier wahr. Es wahr eine prachfolle Flamme — ein paar Tehrfesser un ein altes Faß fon blauen Erdwax. Henschen un ich un noch eine Menge Jungen heiftn das Holtz aufeinand, so schnell wir nur konntn. Es dauerte mehr wi eine Schtunde. Wir blibn bis es aus wahr, so eine Hetz! Mir tats nur leid, das Elsbett um ihre Erfrischung gekommen is. Wenn ich gewußt hedt, was ich tun wer, hedt ich di 2 Doller aufhebn un eine Menge Rakettn dafir kaufn kennen.

Der junger Herr lachte un sagte: »Oh wenn sich nur Schorschi bein Freidnfeier gut unterhaltn hat, machn sie sich nichs aus den Gefrornen, Fräulein Hacker!« Aber Elsbett weinte beina. Deßwegn sagte Matilld Robinson, sie will iber Nach bei uns bleibn — sie is Elsbetts beste Freindinn, seit Susi dem Dokter geheiratet hat — un wi lang di Medchen aufblibn, nachdem die Gesellschaff fort wahr! ich glaub sie missn so schlefrig sein, das sie heit den ganzn nachmitag schlafn wern. Es wahr ein Holtzfeier in Kamihn, weil es abns schon kihl is. Sie setztn sich direk am Kamihntepich. Zuers namen sie sich die Haarlokn henunter, dann schmissn sie die Halbschu herunter un machtn es sich beqwem; dann fingen sie an, fon die Burschn zu redn. Godt! wi sie schnattertn! un Elsbett sagte Matild soll ihre erste Brautjungffer sein un dann redetn sie ein bischen leise un sie sagte: »Nein, Matilld, sag mir die Warheit — ich weiß, du biß schterblich ferlibt in ihm — firchte dich nich, mirs zu erzehln — ich wers nich weitersagn!«

Un Matild fing zu weinen an un zu seifzn un sagte: »Oh Elsbett, er kimmert sich gar nich um mir, un ich libe schon dem E-er-er-erdbodn, auf dem er tridt. Ja, das tu ich. Ich glaub-aube er is gre-re-reßlich lib. Aber ferathe keiner lebende Sehle ein Wo-o-ort. Es wirde mein To-od sein, wenn Ka-a-arl Grin auch nur treimen mecht, wi ich ihm libe.« Es is ein Wunder, das ich nich den Forhang henunterriß un mich feratete. Aber ich blib ganz ruig, weil ich wußte, das Elsbett mich greßlich bei die Haare ziht, wenn ich mich erwischen laß, un so schlif ich ein, un wi ich aufwachte, wahrn sie fort un ich schlipffte auch henauf.

Heit frih ging ich auf einen großn Umweg in der Schule um zu sehn, was los is, un mir di Ruihnen fon den gestrign Freidnfeier bei Tag anzuschaun, wi ich eine große Menge Leite bei der Schtadthalle bemerkte, auf der Treppe un auf den Seitnweg un herte wi sie fon einer Parahde un noch einen Faklzug redetn. Dann sah ich Karl Grin mit einer Menge junge Leite, die Freiwillge sin, sons hedte ich gar nich an dem gedacht, was die Medchen sagtn. Es is ein Glick, das ich ihm sah, weil jetz alles gut is. Ich sagte: »Hallo, Herr Grin!« Er sagte: »Halloh, Schorschchen, wi gehts den Gefrornen heite?« Dann erzehlte ich ihm alles, wi di Medchen aufblibn un sich das Hahr kemmtn un fon ihm redetn un was Matilld gesagt hat, un zeigte ihm, wi sie weinte — die andern Kerle lachtn, aber Karl wahr so zohnig, wi nur was un sagte: »Schtill, Schorschi, du bist ein roer Junge, Dinge zu erzehln, di du zufellig gehert hast!« Ich sagte: »Ich dachte, sie wern es gern wissn wolln, un sie heit abns besuchn un ihr sagn, sie soll nich mehr weinen,« un so glaub ich auch, das er heit abns hingehn wird.

Mir scheint, mein Fatter redet oder denkt jetz fon nichs anres als Polletick. Mir scheint, er gibt sich sehr fihl Mihe um dem Land. Er sagt es kommt auf dem Hund. Ich fragte, auf was fir einen Hund. Er sagte, er meint damit, das es in Schtike geht. Ich glaubte, er meint ein Erdbebn, wie in meiner Gografih, schteht, aber wi ich ihm nocheimal fragte, sagte er: »Ach was, ich meinte, wir wern durchfalln.« Ich wollte wissn, wohin wir falln wern — filleich falln wir durch bis Kinah un zerqwetschn ihnen ihre Zepffe, weil ich einen Redner hab sagn hern, die Kinehsn missn gehn un ich dachte, Papa is in Angs das Amerka durch un durchfallt bis auf Kinah. Er sagte, ich bin ein Narr, un nich alt genug um di kinehsische Frage zu ferschtehn. Aber mir scheint es is genug Schpaß in der Polletik, solche Trannsperente, Latehrnen un Faanen un Fersammlugn un Redn un Faklzige un Freidnfeier, das man genug damit zu tun hat. Es bleib mir nich ½ so fihl Zeit ibrig, um meine Kenntnisse zu ferweitern, wi ich nethig hedte dazu; mein Leerer sagt, ich muß reglmeßig in der Schule kommen, sons bleib ich ein Dumkopff. Ich muß fersuchn reglmeßiger zu gehn, weil er sons heriber kommt un es den Papa sagt, wenn ichs nich tu.