Oh, wi hibsch un gemithlich is mein Zimmer! Wi siß hab ich letzte Nach getreimt! Betti is fedter wi je — sie is ein sehr libes Medchen. Mein Herz is foll. Ich will fersuchn, nie, nie wider was anzuschtelln, so lange ich lebe un atme un damit gute Nach, mein Tagbuch.

NB. Hansi un ich nahmen Susanns Arbeitskestchen, das der Dokter ihr zu Weinach geschenkt hat, um mein Eichhernchen drin zu begrabn. Ich glaube, Susi wird es nich recht sein, aber der arme Benny muß doch einen Sarg habn — es wahr ein sehr hibscher Sarg.

[»Mein Gott, es war die Katze!«]

Dokter Moor un Susi habn ihre Ferlobung aufgehobn. Es is ein schreklicher Ferlust fir Susi, weil sie die ganze Auschtattung schon fertig hadte. Ich firchte, sie wird aus der Mohde kommen, befor sie einen andern findet, der so gut is wi der Dokter, der ein ausgezeichneter Mensch is, wi ich glaube, un die Mohdn weksln so schnell.

Der Hochzeitkuchn soll aber nich ferderbn, solang Hansi un ich wissn, wo er aufgehobn is. Es is ein prachfoller Kuchn un sehr nitzlich fir einen Jungen, wenn er schleifn geht, oder bis zum Nachmahl nich nachaus kommen will.

Letzte Woche wahr wider eine Anzeige in der Zeitung — Susi weinte deswegn bis ihre Augn so rot warn, wi Hansis wi ich rotn Feffer in den Backofn fon seiner Mutter schtreite. Ich glaube, schwarzer Feffer hedte nich so rot gemacht. Die Anzeige wahr so:

»Große Aufregung herrscht in der bessere Gesellschaff iber ein Gericht, das eine gewisse Heirat in fornehmstn Kreise nich schtattfindn soll. Nach unsrer posetiwn Kenntnis sind die Einladungen gedrukt un beina alle verteilt, aber di Beteiligtn schprechn nich miteinand. Die Uhrsache dises pletzlichn Wechsls im Programm is nich in der Öffntlichkeit gedrungen — sofihl is gewiß, das es nich die Schuld des Herrn is.«

Arme Susi, du dauerst mich! Wi fro bin ich, das sie nich fermutet ihr Bruder setzte es in der Zeitung! Ach, wi traurig is es, ein schlechtes Gewissn Tag fir Tag mit sich herumzutragn. Ach! ich bin di Uhrsache, das dise Ferlobung aufgehobn wurde. Alles wer fridlich un ruig, hedte Susi nich einen so schlechtn Jungen zun Bruder. Un denoch glaub ich, das diser Edisn oder wi er heißt mehr Schuld is wi ich. Warum setzte er sich hin un plagte sich, bis er das ellektresche Licht erfundn hadte? Sie habn nemlich alle dafon geschprochn, un wi fihl sich Herr Edisn damit ferdinen wird un was es fir ein Ding is un der Dokter erzehlte, das er eine Badterih in seinen rikwertign Ladnzimmer hat, was ich schon wußte, weil er mich eimal den Griff in der Hand nehmen liß un es wahr sehr schpaßig — deswegn erzehlte ich es Henschen in der Frih, un er un ich wartetn bis der Dokter in seinen Zweiradler wegfuhr un dann klettertn wir durch das Fenster in den rikwertign Ladn un ich goß ein bischen aus einer Flasche henein, wi der Dokter es gemacht hat und gab Henschen di Griffe zu haltn un er schprang in der Lufft un fihl dann nider un schtrekte sich aus.