Dann schlenderte ich zu den Tellergrafnbiroh, weil ich den Beamtn dort kenn, er is ein guter Freind fon mir, weil er schterblich in Elsbett ferlibt is un ich borgte mir ein Kuwehr un einen Bogn Papir aus, wi er grad nich hinschaute un ging bald darauf fort, weil ich zu Jim Schwarz hinrennen mußte, der fihl besser schreibn kann wi ich un liß mir drauf schreibn: »Dokter Moor, kommen sie schnell, Lilly sehr krank — bereits aufgegebn. Montagu« un gab es einem Bubn, es in der Potheke zu tragn, grad so, das er noch zum nechstn Zug zurechkommt, wenn er sich tummelt; dann lif ich henunter zur Schtatzjohn un ferschtekte mich hinter einem Frachwagn, wi er zun Zug gelaufn kam. Oh, wi ich lachn mußte! Es wahr ein greßlich guter Witz.
Ich wußte, das Tellergrafnpapir wird ihm glaubn machn, es is Erns. Jetz wahr es so zu schpet in der Schul zu gehn un so konnt ich auch schon den ganzn Tag wegbleibn. Ich nahm meinen Golddoller un pikte ihm mit Schusterpech am Flaster, wi ich gesehn hab, das mans mit Pennys macht. Eine Menge Leite ferbrenntn sich di Finger aber dann kam ein großer Junge nahm ein Taschnmesser, kratzte ihm ab, machte eine lange Nase un lif weg — fui Teifl! Ich heiß das nich besser wi schtehln. Dann ging ich beim Mihldamm foriber un schtekte den Kopf in Frau Jerns Haustor un fragte sie, ob sie schon weiß, das ihr kleiner Benny im Teich gefalln is — un sie fing zu schrein an, wi wenn sie ferrikt gewesn wer un fihl am Fußbodn — so eine Nerrin! — als ob sie nich hedte dran denkn kennen, das der erster Aprill wahr.
Ich war firchterlich hungrich um der Zeit, wegn di baumwollenen Fannkuchn un setzte mich auf einem Baumschtumpf um meine Zehnerjause zu essn di Betti mir fir der Schule mitgegebn hadte. Es wahr ein reizendes faschihrtes Schnitzl, was ich sehr, sehr gern esse. Ich biß ein großes mundfoll ab — es war aus Segschpehne un schwarzn Feffer gemacht — so ein eklicher Quark! Ich weiß wers getan hat, es war Elsbett un so schmiß ich es weg un ging weiter bis ich zu den Blumengertner kam, der mich noch nich kennt, weil er noch nich lang hir is un ging henein.
Ich hadte di Karte fon der Tellergrafnbeamtn, di ich mir mit den Papir zugleich ausborgte un ich sagte zu den Gertner: »Nehmen sie ihr bestes un greßtes Bukeh, filleich um finf Doller, schtekn sie dise Karte henein un schikn sies gleich fort zu Fräuln Elsbett Hacker. Die Rechnung bringen sie nur ins Tellergrafnbiroh.«
Also that ers.
Wi ich henaus kam ging Fräuln Agnes grad foriber. Ich lif ihr nach un sagte: »Fräuln Agnes, sie habn ihr feines Schpitztaschntuch ferlorn.« Aber sie drehte sich nich um, weil sie sich erinnerte, das der erster Aprill is un so schtekte ich es in der Tasche, weil sie es im erns ferlorn hatte.
Jetz wahr ich aber schon ganz deschpraht hungrich un ging zum Kaufmann Peters um mir um 1 Cent Erdnisse zu kaufn weil man fir so wenig Geld sadt dafon wern kann. Ich kaufte mir auch ein par Rosihnen, Käs, Ingwerbekerei, Raketten un ein Fund Dattl un liß es auf unsrer Rechnung schreibn. Ich setzte mich auf dem Zahltisch un lachte iber Peters Witze un unterhilt mich sehr gut. Er erzehlte mir was er fir Schtreiche gemacht hat, wi er noch ein Bub wahr. Auf eimal schprang er in der Hehe, wi wenn man auf ihm geschossn hedt.
»Was is das?« schrih er.