Gute Unterkunft in Fukushima (Gasthöfe: Tawaraya und Tsudaya); von hier schöner Weg (9 km) nach Agematsu (Gasthof Hakuchi) in sehr schöner Berglandschaft; von hier oder von Fukushima über Ōtaki Ersteigung des * Ontake (3185 m), des zweithöchsten Gipfels Japans; Entfernung von Fukushima bis zur Unterkunftshütte nahe beim Gipfel etwa 37 km, bei Frühaufbruch in einem Tag zu machen. Im Juli bis September (beste Zeit zur Besteigung) sind viele Hütten für Pilger auf dem Bergweg, ähnlich wie auf dem Fuji-no-yama (vgl. wegen Ausrüstung etc. S.384 ). Ein andrer schöner Weg führt von Tsumagō bei Nakatsugawa über Hirose und Ōdaira-tōge über einen Gebirgszug nach Iida (Gasthöfe: Shōgodō, Ryūshi-kwan), eine blühende Landstadt; von da mit Rikscha (10 km) nach Tokimata (Gasthof Umenoya ); dann mit Boot die * Tenryugawa-Stromschnellen in großartiger Landschaft in 10-20 St. etwa 150 km stromab bis nahe zur Stat. Hamamatsu (Gasthof Ōgomeya) der Tōkaidōbahn. Besonders großartig, aber beschwerlich, nur im Sommer und mit wenig Gepäck ausführbar ist die Partie durch das Herz der Japanischen Alpen: 1. Tag: Von Shimashima bei Matsumoto (nördl. von Shiojiri im Saikawatal; Gasthof Marumo, gelobt) über Shirahone und den Abotōge (1840 m) nach dem Badeort Hirayu, mit Besteigung des Norikura (3075 m, sehr lohnend); 2. Tag: Von Hirayu nach Funatsu (Nakaya Hotel, Gasthof Ōya); von hier Rikschaweg nach Toyama (Toyama Hotel) an der Westküstenbahu; 3. Tag: Von Funatsu nach (28 km) Gamada; 4. Tag: Von Gamada nach Kamikoji (mit Besteigung des Yarigatake und Hodakayama); 5. Tag: Von Kamikoji über den Tokugotōge (2400 m) nach Shimashima zurück. Näheres vgl. W. Weston, Mountaineering and Exploring in the Japanese Alps 1891 till 1894, Preis 0,50 sen.
Von Nagoya führt die Bahn durch wildes Gebirge mit vielen Tunneln, häufig Fernblicke auf den Fuji, nach (193 km) Okazaki, Geburtsort des großen Shōguns Ieyasu; zwischen (225 km) Toyohashi und (231 km) Futagawa steht ein Bronzebild der Kwannori l. auf einer Felsenspitze. Bei (241 km) Maizaka erreicht die Bahn die hier flache Küste, l. liegt eine große Lagune, im Hintergrund Berge, r. sieht man die Brandung des Stillen Ozeans. Dann über (261 km) Hamamatsu (gute Gasthöfe am Bahnhof) und (290 km) Kakegawa nach
(354 km) Shizuoka ( Daitōkwan Hotel, europ., gelobt, Pens. 7 Yen tägl.; Kiyō-kwan ), Hauptstadt der Provinz Suruga mit 48744 Einw. und bedeutender Lackindustrie, Bambusflechtwerk und Teebau in der Umgegend. Sehenswert sind die buddhistischen Tempel Rinzaiji, Sengen (von dessen 105 Stufen hohem Oku-no-in *Aussicht) u. Hodai-in.
Ausflug mit Rikscha nach (12 km) * Kunō-zan, einer sehr alten Tempelanlage auf einem Hügel, nicht weit vom Meere, zu der etwa 1000 steile Stufen hinaufführen (bei heißem Wetter trotz des Baumwuchses unbequem). Man glaubt eine Bergfestung zu sehen; Führer ist für den Zickzackweg nötig. Oben großartige *Aussicht. Die erste Tempelhalle ist der Stall des heiligen (hölzernen) Pferdes, davor ein heiliger Brunnen, weiter r. ein Trommelturm, l. ehemaliger Standort einer von den Shintōeiferern entfernten fünfstöckigen Pagode; noch höher der Kaguratanzplatz und die Schatzkammer mit kostbaren Rüstungen und Priestergewändern, dann die außen rote Haupthalle, innen gold und schwarz, mit Bildern der 36 Dichterheiligen (die Bonzen erwarten Geldgeschenke).
Auf der höchsten Höhe der achteckige Grabstein des Shōguns Ieyasu, der hier begraben lag, ehe das Mausoleum zu Nikkō für ihn errichtet wurde.—Abstieg zum Dorf Nekoya (Gasthof Ishibashi), dann mit Rikscha 11 km zum Bahnhof Okitsu ( Tōkai Hotel, halbeurop.).
Von Shizuoka mit der Bahn weiter über Okitsu (s. oben) längs der Küste der schönen * Surugabucht über (364 km) Kambara, dann durch Zuckerrohrfelder und bei (368 km) Iwabuchi über die Brücke des Fuji-kawa (hier schönster *Anblick des Fuji) durch Marschland längs des Strandes bis (393 km) Numazu (Seebad); dann biegt die Bahn nördl. nach (402 km) Sano (1,6 km vom Bahnhof ein Gasthof am schönen Wasserfall Sano-no-taki ) und erreicht
(417 km) Gotemba ( Gasthof Furokan, am Bahnhof Gotembakwan; beide europ. Essen), alte Stadt in dem Plateau, das vom Fuji-no-yama zum Hakonegebirge herüberführt, Station für die Besteigung des Fuji (von Yokohama mit der Bahn in 3 St. zu erreichen).— Der berühmte Vulkan * Fuji-no-yama (oder Fuji-san, kurz Fuji; das von den Fremden allgemein gebrauchte Wort Fuji-yama ist unjapanisch!), der höchste und heiligste Berg Japans, oft als Motiv der japanischen Malerei (Hokusai) und Dekorationskunst verwendet, erhebt sich als regelmäßige Pyramide mit abgestumpfter Spitze bis 3778 m. Die ebenmäßige Form des Berges wird nur durch einige kleine parasitäre Krater und durch radiale Wasserrinnen etwas gegliedert. In den Gipfel ist ein Krater von 500 m Durchmesser und 180 m Tiefe eingesenkt. Seit 1708 ruht der Vulkan, darf aber keineswegs als ganz erloschen gelten. Der letzte Ausbruch von 1707/08 war sehr heftig und lieferte in der Hauptsache Asche, die namentlich das ganze südwärts gelegene Gebiet bis 3 m hoch bedeckte. An der Südostseite des Berges öffnete sich eine Spalte, der Lava entquoll; sie bildete den parasitären Kegel Hōei-zan, an dem man beim Aufstieg von Gotemba aus vorüberkommt. Die Kultur steigt in Suruga auf der Südseite (viel Teebau) 600-700 m hoch; dann folgt blumenreiches, baumloses Gebiet (Hara) bis 1500 m, Wald bis 2400 m, dann die Krummholzregion bis 2600 m und schließlich die Region der Hochgebirgsflora, die aus arktischen und alpinen Pflanzenarten gemischt ist. Der Gipfel ist nur im Juli und August schneefrei und wird dann jährlich von 16-20000 buddhistischen Pilgern erstiegen. Der Berg und Umgebung sollen in einen Staatspark umgewandelt werden. Der Fuji-no-yama ist der auffallendste Gipfel in einer Reihe von Vulkanen und aus jungvulkanischem Material aufgebauten Bergen, die sich, längs einer Gebirgsspalte emporgequollen, durch Mittelhondo von SW. nach NO. hindurchzieht und südwestwärts bis zu den Bonininseln und den Marianen zu verfolgen ist. In nächster Nähe des Fuji-san gehören zu diesen vulkanischen Erhebungen der Ashitakayama und das Hakonebergland, weiterhin die Halbinsel Izu zwischen der Suruga-und der Odawarabucht und die Shitshito (7 Inseln) südl. der letztern, von denen mehrere tätige Vulkane sind.
Die Besteigung des Fuji von Gotemba aus erfordert zwei Tage Zeit; nur vom 15. Juli bis 10. Sept. sind die Unterkunftshütten (Nachtlager 1 Yen) geöffnet; beste Zeit 25. Juli bis 10. Aug. Europäische Lebensmittel: Konserven, Tee, Schokolade, Hartbrot und Wein bringe man aus Kobe oder Yokohama reichlich mit (weil man bei Nebel tagelangen Aufenthalt haben kann); auch warme Kleidung und Wolldecken (letztere kann man auch in Gotemba mieten, aber sie sind vielbenutzt!).
TOKYO-FUJI-NOYAMA.
Auf dem Gipfel friert es nachts im heißesten Sommer! Führer (gōriki) tägl. 1 1 / 2 -3 Yen, Träger, Pferde mit europ. Sattel erhält man in Gotemba (von Gotemba ein Pferd bis Umagaeshi 1,50, bis Tarōbō 2,10, bis Nigōme 2,50 Yen). Wenn Zeit, braucht man nicht in Gotemba zu übernachten, sondern kann mit Straßenbahn noch 10 km weiter nach Subashiri, am Osthang des Fuji, fahren, von wo der Aufstieg etwas bequemer sein soll. Sowohl von Gotemba als von Subashiri breche man sehr früh (gegen 2 Uhr) auf, um beim Aufstieg den Sonnenaufgang zu genießen. Von Gotemba reitet man bis Tarōbō (1830 m) oder bis Nigōme (d. h. »Zweite Station«); von Subashiri reitet man bis zum Umagaeshi (d. h. »Pferde zurücklassen«), läßt die Pferde dort, die besonders nach dem anstrengenden Abstieg auf dem Rückweg sehr zustatten kommen. Am meisten benutzt wird jetzt der Weg von Gotemba über Nakabata und Tarōbō; er ist in zehn Stationen geteilt, Tarōbō (16 km von Gotemba) ist Nr. 1 in etwa 1830 m ü. M. In Tarōbō rüste man sich mit Bergstock (Fujistock), hohen Gamaschen, Strohsandalen (unter die eignen Bergschuhe gebunden!) und bei unsicherm Wetter mit Strohregenmantel (Bauerntracht) aus. Nun langsam stetiger Aufstieg. Man beachte, daß die besten Unterkunftshütten des Gotembaweges auf Nr. 5, 6, 8 und 10 (Gipfelstation) sind (Übernachten kostet 1-1,20 Yen). Station Nr. 3 liegt 2160 m ü. M., von da über Nr. 4 (2420 m) bis Nr. 5 (2640 m) führt der Weg um den Hōei-zan -Gipfel; auf Nr. 5 halte man Mittagsrast. Nun beginnt der mühsame und steile Aufstieg; statt der bisher feinkörnigen Lava steigt man über große lose Brocken; bei Nr. 6 (2840 m) führt ein Seitenweg auf den Hōei-zan (nicht verlaufen!). Bei Hütte Nr. 8 (3230 m) stärke man sich mit heißem Tee für den letzten, anstrengendsten Aufstieg über lose Asche und Lavablöcke; in den Spalten findet man Schneereste, Schneefelder fehlen. Auf Nr. 10 (3778 m), dem Gipfel, sind drei bequeme steinerne Hütten, wo man sich sofort Schlafplätze sichere; sind alle besetzt, muß man um den Gipfel herum nach der Subashiri-Wegseite, etwa 1 / 2 km nördl. gehen, um dort Schlafplätze zu suchen. Wenn Zeit, steige man noch in den Krater hinab, wo noch heißes Wasser fließt und Dämpfe aufsteigen. Der Abstieg in den Krater erfordert 1 / 2 St., der Aufstieg 3 / 4 St.; man nehme Führer mit! Vor Sonnenuntergang ziehe man warme Kleidung in der Hütte an und beobachte dann von einer Kuppe den Sonnenuntergang, ebenso den Sonnenaufgang am nächsten Morgen. Bester Aussichtspunkt (auch für den Sonnenaufgang) ist der höchste Gipfel Kenga-mine; die * Aussicht auf Hakonesee (S.386 ), Fujikawa, Surugabucht etc. ist großartig.—Dann Abstieg (nicht rutschen, wie die Japaner!) auf demselben Wege in 5 St. über Tarōbō (Pferde besteigen) nach Gotemba.— Auf dem Subashiriweg sind die besten Stationen Chujiki-ba, 1 km unterhalb Nr. 1, ferner Nr. 2, 6 und der Gipfel. Bei Nr. 9 ist der Heiligenschrein Mukai-Sengen (»Willkommen heißende Sengen [Göttin des Fuji-Berges]«).