Von Gotemba führt die Bahn im Bogen um das Hakonegebirge durch wilde Gebirgslandschaft mit vielen Tunneln und Brücken über (436 km) Yamakita (Gasthof Asahiya; 1 / 2 St. vom Bahnhof der 60 m hohe Wasserfall Hirayama-no-taki ), dann bergab im Tal des Sakawa-gawa nach
(452 km) Kōzu (Gasthof Kōzu-kwan ), Ort am Strande der schönen Odawarabucht (von Yokohama 1 1 / 2 St. Fahrzeit), r. die Halbinsel Izu, im Meere die Vulkaninsel Ōshima und l. das Küsteninselchen Enoshima (S.392 ).—Man fährt von hier mit elektrischer Straßenbahn in 1 St. auf der alten Heerstraße Tōkaidō vorbei an dem freundlich am Seebadestrand gelegenen, aus einer ganzen Häusergruppe bestehenden Gasthof Shōtō-en (jap. und europ.) und über die Brücke des breiten Sakawa-gawa zur geschichtlich berühmten Seestadt Odawara (Gasthof Koiseya ), wo die Straßenbahn vor der Mauerruine der alten Burg hält. Im malerischen Burghain liegt ein 1900 erbautes Schloß des Kronprinzen (kein Zutritt). 10 Min. weiter im Hayakawatal erreicht die Bahn Yumoto (Gasthof Fukuzumi, zum Übernachten wähle man den Gasthof Suzuki, 45 Z., Pens. 3-5 Yen, im benachbarten Dorfe Tōnosawa, 1 / 2 km talaufwärts, beide Orte mit heißen Bädern). Nun mit Rikscha in 1 St. (mit zwei Kulis etwa 50 sen) oder zu Fuß, Gepäck tragen lassen, in anmutiger Berglandschaft, zuletzt mit starker Steigung über Dōgashima (heiße Quellen und Wasserfall) nach
Miyanoshita (420 m; Fujiya Hôtel, europ., gut, Pens. tägl. 7 Yen, für 2 Pers. 11 Yen, heiße Bäder frei, sehr geeignet zum Erholungsaufenthalt; Hôt. Naraya; Umeya Hotel, jap.; Photograph Shima, neben Fujiya Hôtel), beliebter Sommerfrische für Europäer im Talkessel des Hayakawa, in schöner Umgebung mit vielen Spazierwegen, reinster Luft, schwach salzhaltigen heißen Quellen (für Rheumatiker).
Miyanoshita liegt mitten im Hakone-Gebirge, das durch den Sattel von Gotemba mit dem Fuji-no-yama zusammenhängt. Wie unsre Karte sehr schön zeigt, besteht es in der Hauptsache aus einem großen Ringwall, einer alten Vulkanruine, in dem wieder ein kleineres Vulkangebirge aufsteigt, ähnlich wie der heutige Vesuvgipfel innerhalb der Somma. Der ringförmige Graben zwischen beiden ist im W. vom Hakonesee ausgefüllt. Nach O. gegen Odewara hat der Ringwall eine Öffnung, durch die die Straße über Yumoto heraufführt.
Umgebung von Miyanoshita. Nach Kiga ( 1 / 4 St. talauf) zum Goldfischteehaus, oberhalb davon an steilem Hang das Teehaus Miharashi, d. h. »schöne Aussicht«; 1 / 4 St. weiter das Dorf Miyagino an beiden Ufern des Hayakawa; auf den * Sengenyama hinter dem Fujiya Hôtel 1 / 4 St. bis zum Gipfel (mit Teehaus u. *Aussicht); nach Kowaki-dani (Mikawaya Hôtel, halbeurop., 78 Z., Pens. von 5 Yen an, verhältnismäßig gute Küche, Schwefel-u. Eisenbäder; Kaikatei Hotel) 1 / 2 St.; nach Gora (heiße Quellen).— Ausflüge ( 1 / 2 Tag}: Auf den Myōjōgatake ( Mukōyama ) gegenüber Miyanoshita (anstrengend). —Auf den * Kamiyama (1440 m), den höchsten Gipfel des Hakone -Gebirges; Aufstieg 2 1 / 2 St., zum Teil ohne Weg (für Damen nicht geeignet); großartige *Aussicht auf die Surugabucht, die Sagamibucht und den Fuji.— Auf den Otome-tōge (Jungfernpaß) zu Pferd ( 1 / 2 Tag 2 Yen, 1 Tag 3 Yen), in Sänfte (mit 4 Kulis hin und zurück 3,20 Yen) oder zu Fuß 12 km bergauf über das Dorf Sengoku (von hier Aufstieg in 1 St. zum Kintokisan mit schöner Aussicht), wo der Aufstieg zum Paß beginnt; oben Blick auf die Ebene vor dem Fuji.
NB. Wer von Miyanoshita aus den Fuji besteigen will, reitet über diesen Paß nach Gotemba (S.384 ).
Von Miyanoshita über den Hakonesee nach Atami (Pferd 3 1 / 2 Yen, Kuliträger je 1,50 Yen, Fußgänger nehmen Strohsandalen unter die Stiefel), etwa 25 km, wofür 7 St. Zeit mit Ruhepausen nötig. Der steile Bergpfad führt an Kowaki-dani und am Bentenyama (*Aussicht) vorbei nach (6 km) Ashinoyu (874 m; Gasthöfe: Matsuzakaya, europ. Betten und Essen; Kinokuniya ), besuchter Badeort mit heißen Schwefelquellen (gegen Hautleiden und Rheumatismus), öde Umgebung, kühl und nebelreich im Sommer. —Der Weg ist weiterhin eben, l. drei Steindenkmäler für die beiden Nationalhelden Gebrüder Soga und die schöne Kurtisane Tora Gozen, und nahebei r. halb vom Gebüsch verdeckt ein Felsblock mit den Bildern der * Ni-jū-go Bosatsu (25 buddhistische Heilige), 1293 in den Stein gehauen. Etwas weiterhin liegt am Wege ein Felsen mit dem Riesenrelief * Rokudō no Jizō (Schutzheiliger der Reisenden etc.), vor dem am 23. Aug. ein Fest gefeiert wird.—Nun bergab zum
* Hakonesee ( Ashi no ko ), ein 6 km langer Bergsee am SW.-Abhang des Kamiyama (s. oben); man erreicht zuerst das kleine Dorf Moto-Hakone (Gasthof Matsuzakaya auf einer Terrasse am See, europ., empfohlen; Pens. 4-5 Yen tägl., in dessen Nähe am Tōkaidō Teehäuser und der japanische Gasthof Tsujiya. Dann auf einer hügeligen Halbinsel ein kaiserliches Sommerschloß (Rikyū) in europ. Bauart (kein Zutritt), mit bestem Blick über den See zum Fuji. Die Kryptomerienallee des Tōkaidō führt vom Schloß zum Ort * Hakone-machi (725 m; Hakone Hôtel, halb europ.), mit fleißigen Holzschnitzkünstlern, in herrlicher Lage am See, 11 km von Miyanoshita. Man suche die See-Ecke, in der sich der Fuji spiegelt ( Hakone no saka-Fuji ) auf. Europäische Familien nehmen Sommerwohnung im Ort, führen Hausstand mit eigner Dienerschaft. —Seitwärts vom Tōkaidō liegt 1 / 4 St. von Hakone der stimmungsvolle Tempel * Gongen, zu dem Stufen mit prächtiger Kryptomerienallee hinanführen, in uraltem Wald von Pinien, Eichen, Föhren, Ahorn, Kastanien, mit Farren; viele Torii und Steinlaternen. Unterhalb des Tempels stand am Tōkaidō bis 1871 das alte Straßensperrtor ( Hakone no seki ), wo die nach Yedo (Tōkyō) Reisenden (auch der erste europäische Japanreisende Kaempfer 11. März 1691) die Pässe vorzeigen mußten. —Von Hakone kann man auf dem alten Tōkaidō über das Dorf Hata (Wirtschaft) zu Pferd oder in Sänfte bequem in 4 St., zuletzt durch schöne Landschaft zurück nach Yumoto (S.386 ), gelangen. Auf dem Hakonesee Bootsfahrten.
Nach der Mittagsrast in Hakone südl. bergauf und bergab (Führer unentbehrlich) zum * Jikkoku-tōge (Zehnprovinzenpaß), 980 m, mit prächtiger *Aussicht auf den Stillen Ozean und zehn japanische Provinzen sowie auf den Fuji. Die Paßhöhe liegt etwa 10 km von Hakone, etwas weiter unterhalb ein Teehaus; dann folgt steiler Abstieg etwa 4 km nach Atami ( Atami Hôtel, europ.; Fujiya und andre jap.), besuchtem Badeort (Hauptzeit im Winter) an der Meeresküste, mit heißen Quellen und einem * Geiser ( Oyu ); er sprudelt alle 4 St. mitten im Ort aus der Erde hoch, ist aber gefaßt und hat eine Inhalationshalle (Kyūkikwan) für Kehlkopf-und Lungenleidende. Der Geiser wurde schon 749 vom buddhistischen Abt Mangwan besucht. Vor Atami liegt die Insel Ōshima mit Vulkan. —Von Atami am nächsten Tage mit Kleinbahn ( Keiben Tetsudō ) in etwa 3 St. 28 km längs der Japanischen Riviera an der gebirgigen Küste der schönen Odawarabucht, vorbei an den malerischen Fischerdörfern Izusan, Yugawara (4 km landein heilkräftige Thermen gleichen Namens), Yoshihama, Fukuura, Manazuru (am gleichnamigen Kap), Enoura, Nebukawa und Komekami (sämtlich mit Teehäusem zum Erfrischen) nach Odawara (S.385 ): von da in 1 / 2 St. mit elektr. Straßenbahn nach Kōzu.
Von Kōzu (S.385 ) führt die Tōkaidōstaatsbahn über (484 km) Ōfuna (Zweigbahn nach Kamakura, S.391 ) nach (502 km) Yokohama (S.388 ), wo Fernschnellzüge nicht am Hauptbahnhof, sondern auf dem Vorortbahnhof Hiranuma, 3 km nördl. von der Stadt, halten.
Dampferfahrt Kōbe-Yokohama in etwa 28 St. Von Kōbe (S.361 ) mit SW.-Kurs durch die Idzumi Nada (S.358 ) und die malerische Yurastraße zwischen dem Ostkap von Awaji-shima und der kleinen Insel Tomoga-shima hindurch, dann südl. bis Kap Hiino Misaki, von da durch den Kiikanal sö. längs der Küste nach (100 Seem.) Kap Shiwo Misaki mit Leuchtturm; nahebei die mit Fischerdörfern dicht besetzte Insel Ōshima, Mittelpunkt des japanischen Walfischfanges, von der ab durch den Stillen Ozean auf Kap Irosaki (Südspitze der Halbinsel Izu an der Ostseite des Surugagolfs) mit ONO.-Kurs gesteuert wird, bis der Leuchtturm der (174 Seem.) Felseninsel Mikomoto umsteuert ist; diese Fahrt wird oft durch Seegang unbequem. Nun läuft der Dampfer zwischen der Ostküste von Izu und der vulkanischen Vriesinsel ( Oshima ) mit dem 760 m hohen, stets rauchenden Vulkan Mihara durch und mit nö. Kurs in den Uragakanal ein, der in den Golf von Tōkyō führt; in ihm liegt der (348 Seem.) Hafen von Yokohama.
Plan von Yokohama. Plan von Yokohama.
Yokohama.
Vgl. denbeifolgenden Plan.