Ankunft zur See. Von Kannonsaki, dem Kap am NW.-Ende des Uragakanals, in dessen Nähe die Seestadt Uraga (S.392 ) liegt, steuert man am Kriegshafen Yokosuka (S.392 ) l. vorbei mit nw. Kurs in den Hafen Yokohama, wobei man öfter den Fuji (S.384 ) sieht. Der Dampfer läuft dann durch die großartigen Molenbauten in den gut geschützten Hafen. Die Postdampfer des Nordd. Lloyd und der Canadian Pacific legen an dem neuerbauten Kai und neuen Zollschuppen (Zolldurchsicht; vgl. S.349 ) der Nippon Hatoba, die der Messageries Maritimes an der etwa 600 m langen Pier im südl. Teil des Hafens an, was bequemes Ausschiffen der Reisenden ermöglicht; Aus-und Einbooten fällt weg. An der Wurzel dieser Brücke liegt an der English Hatoba (Bootshafen) das alte Zollamt (hier Zolldurchsicht für an der Pier anlegende Dampfer). Ausschiffung mit Sampan von nicht am Kai oder Pier anlegenden Dampfern etwa 25 sen 1 Pers., mit Gepäck 50 sen.
Ankunft mit der Bahn, von Kōbe kommend (S.361 ), am Hauptbahnhof der Tōkaidōbahn nahe der Nippon Hatoba und der neuen Zollschuppen; Fernschnellzüge halten nur auf dem Vorortsbahnhof Hiranuma.
Gasthöfe: Oriental Palace Hôtel, Bund 11 (Pl. a, E 3), gut eingerichtet, gutes Essen; 80 Z. mit Bad, Ged. 1, 1,50 u. 2, Pens. von 7 Yen an; Dampfpinasse zu jedem Dampfer, Wagen zu haben.— Grand Hôtel (A.-G., amerikan. Manager), Bund 18-20 (Pl. b, E 3), Dampfpinasse zu jedem Dampfer, Pens. 7-10 Yen.— Club Hôtel, Bund 5 (Pl. c, D 3), älter und weniger gut eingerichtet (Neubau beabsichtigt), Pens. 5-10 Yen; Dampfpinasse zu jedem Dampfer.— Royal, Mainstreet 87 (Pl.a, E 3); 50 Z., Pens. 4-5 Yen; Kegelbahn. — De Paris, Mainstreet 80 (Pl. d, D 3), gute Küche, deutscher Verkehr. — Wright's Hotel, Waverley House Nr. 40 (Pl. f, D 3); 30 Z., Pens. 4,50-6 Yen; Dampfpinasse zu jedem Dampfer.— The Pleasanton, Nr. 17 (Pl. g, E 3).— Windsor, Nr. 32.— Imperial (A. Richter), Yama-shita-cho 133a (Pl. h, D 3), 10 Z. zu 1, F. 0,80, Ged. 1,20, Pens. 4 Yen; bescheiden (Seeleute). — Bluff Hôtel, Bluff 2 (Pl. i, E 5). — Mankako, Sakai-chō 36, japan., billig.
Restaurants in den meisten Gasthöfen; außerdem am Hauptbahnhof, 1 Treppe.—Japanisches Essen: Chitose, in Sumiyoshi-chō, Roku-chōme und Yaomasa, in Aioi-chō, San-chōme.— Teehaus »Zu den 101 Stufen«, sehenswerte Fremdenbücher; altberühmt.
Brauerei: Kirin, Bluff 123, die bedeutendste Brauerei Japans, deutscher Braumeister (E. Eichelberg).
Post, Telegr. und Fernspr.: Hauptamt und Präfektur (Kencho) im Raum zwischen dem Fremdenviertel und der japanischen Stadt, nahe beim Zollamt. —Kabel über Bonininseln nach Guam (Marianen).
Rikschas nach fester Taxe, stündl. 30 sen mit 1, 60 sen mit 2 Kulis.— Straßenbahnen mehrere Linien, eine über Kanagawa bis Tōkyō, vgl. den Plan.— Reitpferde zu haben.
Eisenbahnen. Die Tōkaidōstaatsbahn führt nach Tōkyō und Kōbe mit Zweiglinie nach Yokosuka und Anschlüssen an das japanische Bahnnetz; vgl. S.345.
Dampfer: Reichspostdampfer des Norddeutschen Lloyd alle 14 Tage Sa. über Kōbe und Nagasaki oder Tsingtau nach Schanghai und Europa; Agentur: H. Ahrens & Co. Nachf., Waterstreet 29; (Tel.-Adresse: Nordlloyd); Spediteure: Helm Brothers, Bund 43, und Nickel & Co., Nr. 40.— Hamburg-Amerika Linie (Agentur: C. Illies & Co.), Tel.-Adr.: »Paketline«.— Österreichischer Lloyd, monatlich über Kōbe nach Europa; Agenten Samuel Samuel & Co., Nr. 27. — Messageries Maritimes, alle 14 Tage über Kōbe nach Europa; Agent P. de Champmorin, Bund 9.— Chargeurs Réunis, etwa alle vier Wochen nach San Francisco, Mexiko etc.; Agent Oppenheimer Co., Yamashita-chō 167.— Peninsular & Oriental Co., etwa alle 14 Tage bis 4 Wochen über Schanghai nach Europa; Agent Abbot, Bund 15.
— Canadian Pacific Railway & Ocean Steamship Service, je alle 14 Tage über Kōbe, Nagasaki und Schanghai bis Hongkong u. nach Vancouver; Agent Payne, Bund 14.— Pacific Mail S. S. Co., u. Tōyō Kisen Kaisha, abwechselnd alle 7-10 Tage über Kōbe, Nagasaki und Schanghai bis Hongkong und über Honolulu nach San Francisco; Agent Howard, Waterstreet 4 (wegen der Fahrpreise beachte S.347 ).— Nippon Yūsen Kaisha (Billettagentur Bund 10), jeden 3. Tag nach Otaru, anlaufend alle Häfen der japanischen Westküsten, und nach Kōbe; alle 14 Tage nach Europa über Schanghai, nach San Francisco u. nach Australien; monatlich nach Bombay. — Great Northern S. S. Co., über Manila nach Hongkong u. nach Seattle; Agentur Nippon Yūsen Kaisha, Bund 10.—Abfahrtszeiten aller Dampfer enthalten die Tageszeitungen!
Gepäck kann gut und sicher gegen geringe Abgabe in dem eisernen Schuppen der Neuen Kaianlage (Nippon Hatoba) gelagert werden; man wende sich an die Landungsagenten des Norddeutschen Lloyd.
Banken: Deutsch-Asiatische Bank, Nr. 180.— Yokohama Specie B. Ltd. (japan. Shōkin-Ginkō ), Minami Nakadōri; beide Korr. der Deutschen Bank. — Hongkong & Shanghai Bank, Nr. 2.— Chartered Bank of India, Australia & China, Nr. 179. Alle vier Korr. der Berliner Disconto-Gesellschaft.— Russo-Asiatic Bank, Nr. 77, und viele andre. Alle nur von 10-3 Uhr, Sa. nur 10- 12 geöffnet.
Theater: Minato-za, Sumiyoshi-chō. — Hagoromo-za, Hagoromo-chō.— Singspielhallen in Basha-michi-dōri und Isezaki-chō.—Europäische Konzerte und Theateraufführungen gelegentlich im Gaiety Theatre, Bluff 257.
Polizei: Hauptamt im Kenchō.— Fremdenführer der Oriental Guides Society, Tōyō Tsūben Kyōkwai, Yamashita-chō 32, erhalten 2,50 Yen tägl. für 2 Pers., 50 sen tägl. mehr für jede weitere Pers., dazu freie Reise und Verpflegung.— Kaiyūsha (Guides' Association), Motomachi, Itchōme 76 (Telephon Nr. 829), 3 Yen tägl. für 1-2 Pers., 50 sen für jede Pers. mehr, dazu Reise-und Verpflegungskosten.
Reisebureau: Thos. Cook & Son, Water Street 32.— International Sleeping Car Co., Bund 6.
Konsulate: Deutsches Reich, Bund Nr. 17; Generalkonsul v. Syburg.— Österreich-Ungarn, Konsul Koller.— Deutscher Klub: Germania, Mainstreet Nr. 235; Einführung durch ein Mitglied; Lesezimmer, Kegelbahn, Billards.— Yokohama United Club, Bund 4b.—Freimaurerloge ( Masonic Temple ), Mainstreet 78.
Ärzte: Dr. Reidhaar und Dr. Paravicini (Office: Mainstreet 74).— Zahnarzt: Dr. F. Wolf, Mainstreet 50 I, 9-5 Uhr.— Deutsche Apotheke ( Normal Dispensary Ltd. ), Mainstreet 77, L. Kiefer.— Bretts Pharmacy von Brett & Co., Mainstreet 60.— North & Rae, Mainstreet 79.
Buchhandlungen: Geiser u. Gilbert, Mainstreet 77; deutsches Haus.— Kelly & Walsh, Mainstreet 60.— Maruya, Benten-dōri.— Zeitungen: Deutsche Japanpost, Redaktion Yamashita-chō 60 (Mainstreet), wöchentlich, jede Nr. 40 sen.—Tagesblätter: Japan Daily Advertiser (jetzt in Tōkyō herausgegeben), Japan Gazette, Japan Herald, Japan Mail, Japan Times (in Tōkyō).—Wochenschriften: Box of Curios. — Photographen: Tamamura, Benten-dōri 2.— Kimbei, Honchō-dōri. — Farsari, Waterstreet 32.
Geschäftsadressen (man kaufe in Yokohama Seide, Altertümer, Elfenbein): Europ. Reiseausrüstung: Lane, Crawford & Co., Mainstreet 59.— Mundvorräte für Reisen: Curnow, Mainstreet 82, Langfeldt Co., Mainstreet 71, Lane Crawford.—Ausfuhr von Japan. Pflanzen und Samen: L. Boehmer & Co., Bluff 28;— Nursery Company, Nakamura Bluff.—Huthandlung: Omiya & Co., Sakaichō 24, 25, 32.—Japanische Kunstsachen (Curio Dealers): Arthur & Bond, Waterstreet 38, Samurai Shōkwai, Honchō Itchōme, und viele andre. —Seide: Iida Takashimaya, Mainstreet 81;— Nozawaya, Benten-dōri;— Yamamoto, Benten-dōri 1 und Honchō-dōri 17;— Shieno; Honchō-dōri 19; Iwata, Honchō, und viele andre.— Cloisonné-Sachen: Gotō, Uchida-machi. — Musashiya, Honchō-dōri.—Bronze: Katō, Benten-dōri, Hashimoto, Ōtamachi.
—Porzellan: Tashiroya, Benten-dōri; — Watano, Benten Bashi 8;— Matsuishiya u, Echigoya, Honchō-dōri. —Spielsachen: Nagai, Honchō-dōri. —Bambussachen: Moriyasu, Benten-dōri; — Tanabe, Motomachi.—Papierwaren: Hasegawa, Hōrai-chō;— Ishii, Ōtamachi.
Yokohama, bedeutendster Ausfuhrhafen Japans, liegt auf 35° 36' nördl. Br. (etwa wie Tanger), inmitten der wichtigsten Tee- und Seidebezirke, an der SO.-Küste der Insel Hondo, am SW.-Ufer der Yokohama-Bai, einem westlichen Einschnitt der Tōkyō -oder Yedobai, 37 km von der Einfahrt in diese durch die Uragastraße und ist durch Eisenbahn mit dem 22 km nnö. gelegenen Tōkyō verbunden. Es hat eine gute Reede und ein großes Hafenbecken, das von zwei Wellenbrechern mit durch zwei Leuchttürme gekennzeichneter Einfahrt eingeschlossen ist und an dem ein 600 m langer Hafendamm (Pier), große neue Kais mit geräumigen Lager-und Zollschuppen, drei Trockendocks und ein Schwimmdock (Yokohama Dock Co.) etc. angelegt sind. An den breiten Kai mit kleinern Wellenbrechern, die die English Hatoba (»Hafen«) und French Hatoba, letztere nur für kleine Fahrzeuge bestimmt, bilden, schließt sich die regelmäßig angelegte Stadt, die in drei Teile geschieden ist. Im östlichen liegen die großen europäischen Waren-und Bankhäuser, Gasthöfe und Klubhäuser, im mittlern die Präfektur, das Stadthaus, Hauptpost-und Telegraphenamt (besondere Gebäude für die Auslandpost), Zollhaus etc. in großen Gebäuden; im westlichen die japanische Stadt aus den üblichen Holzhäusern, dazwischen hier und da die mit dicken Lehmwänden gepanzerten feuersichern Speicher ( Dozō ), worin bei Feuersbrünsten alle wertvolle Habe untergebracht wird. Die Stadt, bis 1855 ein kleines Fischerdorf, wurde damals infolge der mit dem Ausland geschlossenen Verträge dem fremden Handel geöffnet und entwickelte sich seitdem zur ersten Handelsstadt Japans mit (1911) 419630 Einw., darunter 9923 Fremde (6217 Chinesen, 1590 Engländer, 813 Amerikaner, 436 Deutsche, 258 Franzosen, 138 Portugiesen, 114 Schweizer). Es ist Sitz einer Handelskammer, eines kaiserlichen Laboratoriums für Hygiene und hat mehrere Kirchen, eine deutsche Schule und Kirche im »Deutschen Haus« (Bluff 25), mehrere englische Schulen sowie das St. Joseph's College (von franz. Patres geleitet); ferner mehrere japanische Krankenhäuser, das Yokohama General Hospital für Europäer (Bluff 82) und je ein deutsches, englisches und amerikanisches Marinelazarett.—Die Ausfuhr umfaßt Seide und Seidenstoffe, Tee, Kupfer, Holzwaren, Porzellan, Streichhölzer, Lackwaren; die Einfuhr Baumwollengarne, Woll-und Baumwollenstoffe, Zucker, Petroleum, Alkohol, Indigo, Metallwaren.
Rundfahrt. Man fahre durch die Waterstreet und Mainstreet der Fremdenniederlassung ( Yamashita-chō ), wo sich die besten Läden zu Einkäufen, wie Seidenstoffe und Seidenstickereien, Lacksachen, Bronzen, Cloisonné, Satsuma-und andres Porzellan, japanische Altertümer und Kunstsachen, Elfenbeinschnitzereien etc., befinden. Zu billigern Einkäufen hat man bessere Gelegenheit im japanischen Stadtteil, Honchō-dōri und Benten-dōri. Am Bund, der Hafenstraße, liegen das deutsche Konsulat, der United Club und die größten Hotels. Nachmittags fahre man auf den Bluff ( Yamate-chō ), am Südende der Stadt, wo in hübschen Gärten die Villen der Europäer und Amerikaner liegen; dort auch das deutsche Marinelazarett (Bluff 40). Am Südende der Mainstreet gelangt man über die Brücke Moita Bashi zur 101-Stufentreppe, die steil auf den Bluff führt, oben bei einem altberühmten Teehaus schöne *Aussicht über Stadt und Hafen. Vom Bluff schöne Spazierfahrten südl. über Kitagata zur Mississippibucht; mehrere gute Teehäuser am Mandarin-Bluff; in Hommoku viele Teehäuser und guter Badestrand, auch in Takigashira dicht am Strande, in lebhaften Fischerdörfern; an der Mississippibucht schön gelegen ein deutsches Gartenrestaurant (an Stelle des 1911 abgebrannten Makado-Hotels, Besitzer C. Hahn). Weiterhin um den Rennplatz herum (bei Negishi) ein schön bewaldeter Weg mit lieblichen Landschaftsbildern; zurück über Nakamura oder Kuraki.
Seitentour: Yokohama-Kamakura-Enoshima-Kanazawa-Uraga.
Man rechne für Kamakura und Enoshima und zurück nach Yokohama 1 Tag, außerdem für Kanazawa 1 Tag, Uraga 1 Tag, Misaki 2 Tage.
Mit der Tōkaidōbahn vom Hauptbahnhof in Yokohama sö. über (4 km) Hodogaya und (13 km) Totsuka nach (18 km) Ōfuna, wo man meist in die Zweiglinie umsteigen muß, die in die Sagami-Halbinsel nach Yokosuka führt; erste Station ist * Kamakura ( Kaihin-in-Hôtel, gelobt, großartiger Neubau, europ., in einem Piniengehölz in Yuigahama, 1 / 4 St. mit Rikscha oder Hoteldroschke, am schönen Strand der Sagamibucht; Mitsuhashi, Japan. Gasthof, ebenfalls gut), alte Hauptstadt Ostjapans im 12.-15. Jahrh., jetzt ein stilles Dorf und beliebter Sommerausflug, berühmt durch den * Daibutsu, eine große und schöne, sitzende Buddhafigur aus Bronze, 15 m hoch, 30 m Umfang, Gesichtslänge 2,6 m, Nasenlänge 1,1 m; die Figur ist 1252 erbaut, ihr Tempelumbau ist zweimal, 1369 und 1494, durch Erdbebenflutwellen zerstört worden und seitdem nicht erneuert; im Innern Altäre und eine Treppe bis zu halber Höhe der Statue (Trinkgeld dem führenden Bonzen). Der Daibutsu steht in einem schönen Tempelpark mit Bambus, Kiefern, Kirschbäumen u. dgl.; seitwärts ein hübscher Lotosteich. Ein Seitenweg führt auf eine Anhöhe mit schöner *Aussicht zum Kwannontempel ( Hase no Kwannon ), mit braungoldiger Figur der Göttin in einer dunkeln Nische, die der führende Bonze mit Kerzen beleuchtet; dicht beim Tempel ist der steile Abhang Inamura-ga-saki. Der Hachimantempel (Tempel des Kriegsgottes), 1073 von Minamoto Yoriyoshi in Yuigahama erbaut, wurde 1193 von Yoritomo auf den Hügel Tsuru-ga-oka verlegt, wo er jetzt steht. Vom Strand aus führt eine prächtige Kiefernallee und breite Steintreppe mit drei Torii hinauf. In der Nahe ein 1000jähriger Ichōbaum (Gingko biloba, eine Konifere, scheinbar Blätter tragend) von fast 6 m Umfang, neben dem der Shōgun Sanetomo 1218 ermordet wurde. Hinter dem Hachimantempel eine reichhaltige Waffensammlung.—Unter den vielen kleinern Tempeln im Gelände von Kamakura ist der Ennōji erwähnenswert, mit berühmter Holzfigur ( Arai-no-Emma ) des Höllenfürsten Emma-Ō, geschnitzt von Unkei; die Figur wird nur auf besonderes Verlangen vom Bonzen (gegen Trinkgeld) gezeigt. Auch ein heiligen Tauben geweihter Tempel, dessen Tauben so zahm sind wie auf dem Markusplatz in Venedig, ist sehenswert.
Von Kamakura fährt man mit elektr. Straßenbahn etwa 6 km erst durch eine malerische Schlucht, dann längs des Strandes der prächtigen Sagamibucht durch die Dörfer Koshigoe und Katase zur heiligen Insel * Enoshima (Gasthöfe: Iwamoto-in u. Ebisuya im Dorfe; Kinkirō höher über dem Dorfe, besser), die bei Niedrigwasser durch eine trockene Sandbank mit dem Lande verbunden ist; eine schmale, hölzerne Brücke führt zur Insel. Auf ihr das malerische Fischerdorf Enoshima (Seebad), wo Muscheln, Korallen und maritime Seltenheiten feilgeboten werden; ferner ein Wäldchen, Tempelhaine und Gärten. Die Insel ist der Glücksgöttin Benten geweiht (welche die Insel von einem Drachen befreite, indem sie ihn heiratete!). In der 113 m langen und im Eingang 9 m hohen Höhle an der Seeseite (in der der Bentendrache hauste) stehen Verkaufsbuden und kleine Shintōschreine.—Den Rückweg von Enoshima kann man mit Rikscha oder elektr. Bahn über das Seebad Kugenuma (Gasthof Kōshōkwan) nach (4 km) Stat. Fujisawa und von da mit Bahn nach Yokohama nehmen.
Von Yokohama kann man auch mit Rikscha (2 Mann) auf 10 km ebenem und dann 8 km hügeligem Weg über den Ort Seki nach Kanazawa fahren; hinter Seki, beim Orte Tanaka, führt r. ein Seitenweg von 3 km auf den Hügel Mine, oben prächtige *Aussicht; dann führt der Weg von Tanaka durch liebliche Landschaft (»Plains of Heaven«, Himmelsebenen von den Fremden genannt) zum Teehaus Nokendo, das unter der »Pinsel-Wegwerfe-Kiefer« Fude-sute-matsu steht (nach der japanischen Legende vom Künstler, der einst seinen Pinsel verzweifelt hier fortwarf, weil er die allzu schöne Landschaft nicht malen konnte). Bald wird das Seebad Kanazawa (Gasthöfe: Chiyo-moto; Azumaya ) an der kleinen Mutsurabucht erreicht, berühmt durch das *Landschaftsbild Hakkei vor dem Dorfe. In der Nähe, bei Nojima, liegt ein besuchter Päoniengarten (mit 300jährigen Pflanzen). Von Kanazawa kann man mit Rikscha längs der Küste der Tōkyōbucht nach Yokohama zurückgelangen, etwa 30 km.