Dampfer der Pacific Mail Steamship Co. in San Francisco und der Toyo Kisen Kaisha in Yokohama, Generalagent in Hamburg: Rud. Falck, Amerikahaus, abwechselnd etwa alle 7-10 Tage von Yokohama in etwa 10 Tagen nach (3400 Seem.) Honolulu und von da nach 12-24 St. Aufenthalt in etwa 6 Tagen nach (2100 Seem.) San Francisco; Gesamtweg 5500 Seem. Fahrpreis von Yokohama (oder von Manila, Hongkong, Schanghai, Nagasaki und Kobe) nach London, Liverpool oder Southampton I. Kl. £ 71,10; Rückfahrkarte I. Kl. für 6 Monate £ 120, für 2 Jahre £ 125.
Hand Die in Japan gemachten Einkäufe schicke man direkt nach Europa, da deren Einführung in Amerika hoher, rigoroser Besteuerung unterliegt.

Der Stille Ozean ( Pacific ) hat seinen Namen 1521 von Ferd. Magalhães erhalten, der ihn vom Feuerland bis zu den Philippinen in etwa 100 Tagen durchquerte, ohne stürmisches Wetter zu erleben. Schon 1513 hatte Bilbao ihn die Südsee genannt, ein Name, der noch jetzt für den südlicheren inselreichen Teil des Ozeans bei den Seefahrern allgemein üblich ist. Der Stille Ozean ist das größte Weltmeer; er bedeckt fast ein Drittel der Erdoberfläche. Seine größte bisher aufgefundene Tiefe von 9636 m liegt sw. der Marianen. Zwischen Japan und dem gegenüberliegenden Teil Nordamerikas beträgt die Meerestiefe im allgemeinen 5000-5500 m, bei der Annäherung an Nordamerika sinkt sie etwas, östl. der japanischen Inseln erreicht sie dagegen im »Kurilengraben« auf große Strecken mehr als 6000 m. Unter den Winden, die über dem Stillen Ozean wehen, ist der wichtigste der Nordostpassat, dessen Nordgrenze im Sommer etwa unter 33°, im Winter unter 25° nördl. Breite liegt. Die Passatwinde (engl. trade-winds; der Name Passat kommt vom span. passata = Überfahrt) wehen in den Meeren zu beiden Seiten des Äquators gegen die Zone der stärksten Erhitzung hin; dort steigt die erwärmte Luft auf und von beiden Seiten wird beständig Luft zum Ersatz herangesaugt, so daß zwei Zonen sehr gleichmäßig gegen den (thermischen) Äquator wehenden Windes vorhanden sind. Die Passatluftströmung wird aber durch die Erddrehung abgelenkt und tritt daher auf der Nordhalbkugel nicht als reiner Nordwind, sondern als NO.-Wind auf. Da die Zone der größten Erwärmung mit dem Sonnenstande wandert, so verschiebt sich auch die Zone des Passats vom Nordsommer zum Nordwinter südwärts. Innerhalb der Passatzone weht ein zuweilen recht kräftiger, aber stetiger Wind, der der Schiffahrt, auch der Dampfschiffahrt, natürlich viel willkommener ist als die unregelmäßigen Windverhältnisse der weiter nördlicher liegenden Zone mit ihren wandernden Luftdruckwirbeln und den diese begleitenden Stürmen. So ist es erklärlich, daß die direkte Strecke von San Francisco nach Yokohama, die, 4530 Seem. lang, im größten Kreise den Ozean überschreitet und ostwärts nur etwa 14 Tage, westwärts (wegen östl. Stromversetzung durch den Kuro Siwo, s. unten) 17 Tage beanspruchen würde, von den Dampferlinien gemieden wird; denn sie erreicht unter 170° westl. Länge eine höchste Breite von 48° (nur 300 Seem. südl. der Alëuten) und führt durchweg durch das meist windige, häufig stürmische Gebiet außerhalb der Passatgrenze. Dagegen macht der Seeweg über Honolulu zwar einen Umweg nach S. zu, erreicht aber im Sommer schon in etwa 145° östl. L. die Zone des NO.-Passats und verbleibt in ihr bis etwa 130° westl. L.; im Winter, in dem die Nordgrenze des Passats südlicher liegt, hat man zwar auf dem ersten Drittel des Wegs von Yokohama nach Honolulu mit stürmischen Westwinden zu rechnen, kommt aber weiterhin meist durch ruhige und vor allem auch warme Gebiete, so daß der Weg über Honolulu in jeder Jahreszeit empfehlenswert ist.

An Meeresströmungen trifft man östl. von Japan auf die mächtige warme Strömung des Kuro Siwo, das pazifische Gegenstück zum Golfstrom. Weiter östl. ist auf der südl. Route von Meeresströmungen nicht viel zu bemerken, da man sich in dem neutralen Gebiet zwischen dem westwärts gerichteten Nordäquatorialstrom und der östl. Fortsetzung des Kuro Siwo bewegt.

Die Oberflächentemperatur des Meerwassers ist auf dem größten Teile der Fahrt im Jahresmittel höher als 20° C, erst gegen die kalifornische Küste hin nimmt sie rasch ab, da hier kaltes Auftriebwasser aus der Meerestiefe zur Oberfläche empordringt. Die Lufttemperatur ist auch im Winter nicht sehr rauh; in Hawaii erreicht man ja noch einmal die Tropen.—Das durchfahrene Gebiet ist reich an Walen und andern Seetieren, besonders Schweinsfischen (Delphine, Tümmler), sowie an Albatrossen und Seeschwalben.

Von Yokohama (S.388 ) steuert man aus der Tōkyōbucht, wie S.388 beschrieben; vom Südkap Noshima saki, der Einfahrt in den Uragakanal, dampft das Schiff mit etwa Süd-zu Ostkurs in den Stillen Ozean, bis man die Datumgrenze, 180° L., in etwa 30° nördl. Br. schneidet.

Der 180. Längengrad (östl. u. westl. von Greenwich, dem Nullmeridian für die Seekarten) ist die Zeitrechnungsgrenze der Erdbewohner. Wer der Sonne entgegenfährt, also ostwärts reist, hat wegen seiner Eigenbewegung auf der Erdkugel in östl. Richtung kürzere Tage und würde beim Schluß der Reise einen Tag früher nach Europa kommen, als dort der Kalender angibt, weil er infolge seiner Erdumsegelung eine Umdrehung der Erde um die Sonne, also einen Tag mehr erlebte als die zu Hause Gebliebenen; deshalb wird der Tag, an dem man, ostwärts fahrend, den 180. Längengrad überschreitet, zweimal gerechnet, um die Übereinstimmung mit der Kalenderrechnung wiederherzustellen. Wer westwärts reist, muß einen Tag ausfallen lassen, wenn er den 180. Längengrad überschreitet, um mit dem Kalender in Übereinstimmung zu bleiben.

Die Datumgrenze war bisher auf vielen Inseln des Stillen Ozeans verschieden, je nachdem die ersten Entdecker von O. (Spanier) oder von W. (Portugiesen) die Inseln erreicht hatten; so stimmte z. B. das Datum auf den Philippinen noch bis Ende 1844 mit dem Datum Amerikas überein; Verkehrsrücksichten führten dann zur Annahme des ostasiatischen Datums (vgl. die Zeittafel, S.14 ).

Vom 180. Längengrad führt osö. Kurs gut nördlich an kleinen Koralleninseln und Riffen entlang, deren westlichste, die Insel Kuré oder Ocean Island, auf 28° 26' nördl. Br. und 178° 30' westl. L. ein unbewohntes Korallenatoll von etwa 5 Seem. Durchmesser ist. Etwa 50 Seem. östl. liegt das etwas größere Korallenatoll Midway Island, bewohnt, mit Leuchtturm auf etwa 14 m hoher Düne, Telegraphenstation und Landungsplatz des großen amerikanischen Kabels, das von San Francisco über Honolulu, Midway Island und Guam nach den Philippinen führt. Fast 80 Seem. östl. liegt das Atoll Hermes-Riff ( Pearl Reef ) von etwa 15 Seem. Länge. 145 Seem. sö. davon liegt die von großen Korallenriffen umgebene Lisiansky-Insel (unbewohnt) und 120 Seem. östl. von dieser die bis 15 m hohe, 2 Seem. lange Laysaninsel (bewohnt) mit kleinem Leuchtfeuer, das aber nur im Winter brennt. Weiter nach OSO. liegen das Maroriff, die 50 m hohe Gardnerinsel, dann eine 37 m hohe Inselklippe, die von großen, gefährlichen Riffen umgeben ist und French Frigate Shoal genannt wird. Östl. davon liegt auf 23° 36' nördl. Br. und 164° 40' westl. L. die bis 90 m hohe Neckerinsel, eine vulkanische, etwa 1 / 2 Seem. lange und sehr schmale Felseninsel mit meist steilen Küstenabhängen (unbewohnt). Der Kurs des Dampfers führt zuweilen nicht weit nördl. von dieser Insel vorbei und dann nahe südl. von der etwa 210 Seem. östlichern, fast ebenso langen, aber 275 m hohen Insel Nihoa (oder Modu Manu, auch Bird Island genannt) vorbei, deren Westgipfel, Millers Pik, nach W. fast senkrecht 275 m steil ins Meer abfällt; auch die Nordseite der Insel ist sehr steil, während man an der Südseite in der Adamsbucht landen kann. Etwa 190 Seem. osö. von Nihoa erscheint die westlichste Insel der Hawaii-Inseln, Niihau; zwischen dieser und der Insel Kauai führt die Kumukahistraße an der Waimeabucht (S.420 ) vorbei, um die Südspitze von Oahu nach Honolulu (S.416 ).

Die Hawaii- oder Sandwichinseln liegen auf etwa zwei Drittel des Weges zwischen Japan und den Vereinigten Staaten, 2000 km von der nächsten Inselgruppe und 4000 km vom nächsten Festland entfernt, zwischen 18° 57'-22° 16' nördl. Br., also wenig südl. vom Wendekreis, nahe der Nordgrenze der Tropen, und 154° 49'-160° 33' westl. L. Sie bestehen aus acht größern, bewohnten Inseln: Niihau, Kauai, Oahu, Molokai, Lanai, Maui, Kahulaui ( Kahoolawe ) und Hawaii, und einigen kleinern, unbewohnten Felseilanden, und umfassen insgesamt 16702 qkm Landfläche (Baden 15068 qkm), die Hauptinsel Hawaii allein zwei Drittel davon. Die Inseln sind gebirgig und erheben sich auf Maui bis 3058 m und auf Hawaii bis 4208 m (Mauna Kea). Sie sind ein Werk vulkanischer Kräfte und längs einer in der Längsrichtung des Archipels verlaufenden Spalte emporgequollen. Die Gesteine sind fast durchaus jungvulkanisch, nur an einzelnen Stellen tritt Korallenkalkstein auf. Auch Korallenriffe sind nicht stark ausgebildet, am wenigsten an den Küsten der Hauptinsel Hawaii, die überhaupt den Eindruck macht, als sei sie die jüngste Insel der Gruppe.

Karte des Hawaii-Archipels. Karte des Hawaii-Archipels.