Gasthöfe: Woodland's Hotel, gut. — Woodland's Annex Hotel, sehr gut, Pens. 8-15 Rup., 2 Pers. 14-18 Rup., Abfahrt 24 St. vorher anmelden.— Boscolo's Hotel Oakfield (neu), am Chaurasta; Central Hotel (neu), Post Office Road, gut, Pens. von 5 Rup. an. — Drum Druid Hotel. Grand Hotel Rockville, das ganze Jahr geöffnet; 44 Z., Pens. von 8 Rup. an.— Jones Hotel und Restaurant.— Boardinghouses Ada Villa; Bellevue; Himalaya Cottage.— Droschken nach Tarif.— Photographen: Baar, Deutsch-Österreicher; Burlington Smith.— Bank. Apotheken. Antiquitäten bei verschiedenen Firmen.— Skating Rink, bei der Kirche, gegen Abend Konzert.

Darjeeling, Hauptstadt des gleichnamigen britisch-indischen Distrikts, an der Grenze von Sikhim, zwischen Nepal und Bhutan, liegt auf den Vorbergen des Himalaja, ist Sommersitz des Lieutenant-Governors von Bengalen, vielbesuchte Sommerfrische (für Reisende, die in Benares oder Calcutta einen Malariaanfall erleiden, ist schleunigste Reise nach Darjeeling die beste und schnellste Kur) mit dem vorzüglichen Eden-Sanatorium, mehreren Schulen und einem Pensionat zur Ausbildung von Forschungsreisenden und Dolmetschern. Mittlere Jahrestemperatur 11,5° C (Januar 4,5°, Juli 16,4°), größte Kälte-6,7°, größte Wärme etwa 27° C. Das Klima ist regenreich (3200 mm, etwa das Fünffache wie in Deutschland); die Regenzeit beginnt Anfang Juni. Die Hauptstraße The Mall mit Musikhalle (April bis November spielt Mi. und Sa. Musik) führt zum Observatory Hill; dort *Aussicht über die Bergketten von Sikhim hinweg auf den Kanchanjanga (8582 m) und andre Gipfel des Himalaja (großartigste Hochgebirgslandschaft der Erde). In den Basaren und auf dem Markt *Sonntag früh interessantes Volksleben (Mongolen, Tibetaner, Bhutias, Leptschas, Lopos, Nepalesen neben Hindu, Parsen u. a.). Da die Gebirge bei Tage häufig durch Nebel verdeckt sind, suche man die Aussichtspunkte bei Sonnenauf-oder-Untergang auf.—Etwa 1,5 km östl. und 300 m steil bergab liegt das malerische Dorf Bhutia Busti mit tibetanischem Tempel, vor dem mannsgroße bunte Gebetsmühlen stehen (auf den Papierstreifen der Mühlen steht das Gebet: »Om mani padme hum' = O, du Kleinod im Lotos, Amen!«; jede Umdrehung rechnet als ein Gebet!). Auf dem Rückwege sieht man eine Stûpa (oder Dagoba = Grabhügel), umgeben von weißer Mauer.— Der Botanische Garten unterhalb des Eden-Sanatoriums enthält eine Sammlung von Himalajapflanzen, auch schöne Sammlung von Himalajaschmetterlingen, -vögeln und Eiern.

Ausflüge: 1) Nach * Tiger Hill (2600 m), 10 km vor Darjeeling, 500 m Steigung auf Reit-oder Fußwegen, mit Führer in 2 St.; am besten zu Pferde (im Gasthof bestellen, hin und zurück etwa 5 Rup.), Damen im Tragstuhl.

Äußerst lohnend! Um den Sonnenaufgang zu beobachten, ist Aufbruch mit Laternen früh 4 Uhr nötig. Man nehme Feldstecher mit! Bei günstigem Wetter (früh am wenigsten Wolken oder Nebel) ist der Sonnenauf-oder-Untergang unvergleichlich großartig; man übersieht die Hochgipfelkette des Himalaja vom Mount Everest (8750 m) im NW. in riesigem Bogen über den Kanchanjanga (8582 m) und Donkia Ri (7051 m) bis im O. an die Grenze von Bhutan und Tibet; überraschend ist die Schärfe der Umrisse wie das wunderbare Farbenspiel auf den Schneeflächen. Die Schneegrenze liegt bei 4500 m. Der *Blick auf den Himalaja ist das wunderbarste Hochgebirgsbild der Erde.
2) Nach Phalut (3600 m), 82 km nördl. von Darjeeling, quer durch Sikhim; beschwerlich, da der Weg quer zu den ostwestl. laufenden Bergketten verläuft, aber sehr lohnend für Alpentouristen zu Fuß, mit Führer, der, zugleich Koch und Dolmetscher, tägl. 2 Rup. erhält, und mindestens 10 Kulis zum Proviant-und Gepäcktragen, für Tag und Mann 12 annas; man kann auch Saumpfade benutzen, dazu ein Pony (mit Wechsel) 4 Rup. tägl. oder für Damen eine Dandy, Tragstuhl mit stellbarem Wachstuchdach nebst 8 Kulis zum Tragen; in dieser Art kostet der Ausflug, in 6-7 Tagen mit dem empfehlenswerten Führer Nadar Sirdar und 27 Kulis gemacht, für ein Ehepaar etwa 250 Rup. mit Trinkgeldern etc. Wenn man von Phalut über Rinchinpong durch Sikhim zurückkehrt, dauert der Ausflug 10 Tage: Woodlands Hotel übernimmt die Ausrüstung, Stellung der Pferde etc. für zwei Personen für 440 Rup.; mit Trinkgeldern und Getränken kann man dann 500 Rup. rechnen. Proviant besorgt F. Schonert & Co. in Calcutta, Anwerbung der Pferde und Kulis der zuvorkommende Manager des Woodland-Hotels. Wer selbst die Ausrüstung übernehmen will, nehme einen Führer an (zu empfehlen auch Keschur Sing Markar ), der auch Pferde etc. stellt. Ohne Führer kann man weder mit den Pferden (die im Gebirge leicht erkranken) noch mit den Kulis fertig werden, die Sprachkundige zur Beaufsichtigung erfordern.
—Paßerlaubnis für Benutzung der Bungalows muß vorher in Darjeeling beim Deputy Commissioner eingeholt werden, und zwar je ein Paß für Ausreise und Rückreise für jeden Bungalow, den man besuchen will. Man tut gut, die Kulis mit den Lebensmitteln einen Tag vorauszuschicken. Mitnahme von Verbandstoffen und einer Hausapotheke sowie Jagdgewehren ist zu empfehlen. Die erste Tagereise führt durch einsame Täler und über größere Höhen als Darjeeling bis zum Dâk Bungalow von (37 km) Tanglu (3070 m; jede Person über Nacht 1 Rup. und 2 annas für Brennholz), auf einem schroffen Bergvorsprung mit *Aussicht mitten im Wald. Zweite Tagereise durch wunderbare Gebirgslandschaft über Berg und Tal nach dem Dâk Bungalow von (61 km) Sandakphu ( Sindukphu ), 3630 m, mit prachtvollem *Ausblick auf Mount Everest und Kanchanjanga. Dritte Tagereise über stellenweise schmalen Berggrad zum Dâk Bungalow von (82 km) Phalut (3600 m). Vor Sonnenunter-und-Aufgang besteige man den höchsten Vorsprung des Bergrückens (etwa 3660 m), wo fünf spitze Steinhaufen mit tibetanischen Inschriften stehen. Die Bergriesen erglühen rosig (Alpenglühen); man befindet sich nur noch einen Tagesmarsch vom Kanchanjanga entfernt, sieht diesen Bergriesen dicht vor sich, dazwischen ein Labyrinth von Tälern unter gigantischen Abhängen, tief unten Dschungeln; * Blick auf Mount Everest. Wer weiter in die Gletscherwelt des Himalaja eindringen will, studiere vorher die Reiseberichte von Freshfield im »Alpine Journal« und von Dr. K. Boek in dessen Werk »Indische Gletscherfahrten«; sie rüsteten ihre großen Gebirgsreisen in Darjeeling aus.—Rückreise von Phalut: 1. Tag nach Sandakphu, 2. Tag bis Tanglu, 3. Tag Ankunft in Darjeeling. Viel schöner ist die Rückreise durch das Land Sikhim in 5 Tagen: 1. Tag von Phalut über den Dâk Bungalow von (10 km) Chiabhanjon (3150 m) nach dem Dâk Bungalow von (21 km) Dentam (2000 m); 2. Tag bis Dâk Bungalow von (40 km) Pamiongchi (1500 m); 3. Tag bis Dâk Bungalow von (56 km) Rinchinpong (1520 m); 4. Tag bis Dâk Bungalow von (75 km) Chakang (1550 m); 5. Tag zurück nach (107 km) Darjeeling (2180 m).

3) Nach Teesta Bridge, 2 Tage zu Pferd, etwas anstrengend (Paßerlaubnis für Benutzung der Bungalows vorher in Darjeeling beim Deputy Commissioner und beim Executive Engineer einholen), am 1. Tag zum Bungalow von (12 km) Badatam (760 m), dort übernachten, dann durch das Teesta-Tal über Teesta Bridge (Dâk Bungalow; 210 m) und (27 km) Pashoke (Dâk Bungalow; 1000 m), zurück nach Darjeeling. Man kann auch von Darjeeling über Pashoke ins Teesta-Tal hinabreiten, dann über Teesta Bridge (dort im Bungalow übernachten) nach Riang (Dâk Bungalow) und (51 km) Kalithora (Dâk Bungalow; 170 m) nach Siliguri (S.140 ) reiten und von da mit der Bahn nach Darjeeling oder Calcutta zurück. (Näheres siehe »Meine indische Reise« von Eugenie Schaeuffelen, Berlin 1906.)

7. Von Calcutta nach Rangoon. Birma.

Vgl. Karte S.155.

Dampfer Calcutta-Rangoon, 787 Seem.: British India Steam Nav. Co. (Agent Mackinnon, Mackenzie & Co., Calcutta, Strand 16), dreimal wöchentlich, So. Di. Fr., in 50 St. für I. Kl. 75, II. Kl. 37 1 / 2 Rup. Fahrkarte Calcutta-Singapore mit 4 Wochen Unterbrechung in Rangoon I. Kl. 150, II. Kl. 75 Rup. Verpflegung und Platzbesorgung für deutsche Reisende lassen zu wünschen; man bestelle durch Cook Plätze voraus.

Von Calcutta fährt man den Hooghly abwärts (S.134 ), durchquert den innersten Teil des Golfs von Bengalen mit SO.-Kurs bis zum Kap Negrais, dann mit östlichem Kurs an den Mündungen des Irawaddy (spr. irawadi) entlang, die sich durch lehmfarbige Trübung des Seewassers ebenso wie die Gangesmündungen weit außerhalb der Küste kenntlich machen. Schließlich steuert man mit NO.-Kurs in den Golf von Martaban bis zur Mündung des Rangoonflusses, auf dem das Schiff aufwärts nach (787 Seem.) Rangoon (S.145 ) fährt.

Birma (oder Barma, engl. Burma ) erstreckt sich zwischen 27° und 10° nördl. Br. von der Ostküste des Golfs von Bengalen aus nordwärts in die hinterindische Halbinsel hinein. Niederbirma ( Lower Burma ) ist seit 1826 und 1852, Oberbirma ( Upper Burma ) erst seit 1886 englisch. Zu letzterm rechnen noch Luschai-und Katschinland sowie die Schanstaaten, so daß die gesamte jetzige Provinz Burma, die einen Teil des Kaiserreichs Indien bildet, etwa 613000 qkm (Deutsches Reich 540778 qkm) mit 10500000 Einw. umfaßt. Oberbirma und auch die Gebirgszüge Unterbirmas sind noch wenig erforscht, so daß Touristenreisen im Lande sich auf die wenigen unten beschriebenen Linien beschränken müssen. Das ganze Land gliedert sich in nordsüdlich verlaufende Gebirgsketten und dazwischen eingesenkte Täler, von denen nur eins, das untere Irawaddytal, eine große Ebene bildet, die sich südwärts durch die Deltabildung des Flusses noch ständig vergrößert. Der zweite große Strom des Landes, der Salween, der wie der Irawaddy fern im N. im Grenzgebirge Tibets seinen Ursprung hat, durchfließt bis zu seiner Mündung ein verhältnismäßig schmales Gebirgstal.
Das Klima weicht von dem Vorderindiens wenig ab. Wie dort unterscheidet man drei Jahreszeiten: die kühle (Mitte November bis Anfang März), die heiße (März bis Mai) und die Regenzeit. Das Küstengebiet wird von Ende Mai bis Anfang Oktober durch den Südwestmonsun mit großen Regenmengen überschüttet. Landeinwärts läßt die Regenfülle, abgesehen von den Gebirgen, rasch nach, da ein küstennaher Gebirgszug einen großen Teil der Feuchtigkeit abfängt.