(160 km) Bandoeng (700 m; Hotel Preanger, Pens. 6 Fl.; Hotel Homann, 50 Z., Pens. von 6 Fl. an; beide sehr gut; deutsche Zeitungen; Wagen am Bahnhof; Hotel Wilhelmina, Mitte der Stadt, Pens. 5 Fl.), Hauptstadt der Preanger-Regentschaften mit etwa 22000 Einw., breiten Straßen mit Villen, vor dem großen Platze das luftige Regierungsgebäude (Mesighit), nebst Park; in der Nähe der Markt (pasar), ein Seminar für javanische Lehrer und ein Rennplatz (Rennen im Juli), von dem aus guter Blick auf die südlichen Bergketten. Bei Bandoeng ein Sanatorium. Gute Badeanstalt mit frischem Bergwasser in Tjiampelas, etwa 3 km vom Regierungsgebäude, mit Sänfte ( 1 / 2 Fl.) in 20 Min. zu erreichen (Bad 10 cents). Fahrt in 1 / 2 St. (2 1 / 2 -3 Fl.) zum Wasserfall Tjoeroeg (13 m hoch), landschaftlich schön.

Besteigung des Tangkoeban-Prahoe (2075 m). Aufbruch von Bandoeng abds. (oder frühmorgens) mit Wagen auf guter Kunststraße über eine Bambusbrücke bis (24 km) Lembang (Hotel Bergzicht, deutscher Besitzer, Pens. 5 Fl, bei längerm Aufenthalt billiger, ein Monat 120 Fl.); dort Reitpferd nach dem Krater für 3,50 Fl., Sänfte 5 Fl. Nun vorbei an Chinarindenbaumpflanzungen im dichten Urwald bergauf; nach 2 St. erreicht man einen 2 km langen und 1 km breiten, 200 m tiefen Krater; bald erblickt man westl. daneben noch einen kleinern Krater von etwa 100 m Tiefe. Der größere, Kawa Ratoe (2000 m), ist noch tätig, aus der braunen Schlammfüllung steigen Schwefeldämpfe auf; am Ostrande sind Solfataren mit schönen Schwefelblumen. Die Wand zwischen beiden Kraterbecken ist schmal, man hüte sich vor dem Abrutschen! Der Abstieg, auch mit Führer in den westlichen Krater, Kawa Oepas (Giftkrater), ist gefährlich und sehr ermüdend. Vom Rande des Tangkoeban-Prahoe (d. h. gekentertes Boot) *Aussicht über Krawang auf die Sunda-See vor der Nordküste Javas.

Von Bandoeng durch das malerische (200 km) Tjitjalengka, in prächtiger Gebirgslandschaft mit zahlreichen Vulkanen, noch steigend bis (220 km) Tjibatoe (850 m; umsteigen in die Zweigbahn nach Garoet). Fortsetzung der Hauptroute S.204.

Zweigbahn (20 km) südl. nach

Garoet (710 m; Touristenhotel Papandajan[Bes. A. Hacks, Hamburger, steht mit Rat und Tat zur Seite, sorgt in allem für seine Gäste], vortrefflich, empfohlen, mit Badeanstalt, 20 Z., Pens. 6 Fl.; Van Horcks Hotel, Pens. 5 Fl., schöner Garten, gelobt; Klub, für Fremde zugänglich; Automobile zum Besuch der Ausflugsorte), Bergstädtchen in schönster Lage, Gelegenheit zu schönen Spaziergängen; Fahrt in 40 Min. zum malerischen See * Sitoe Bagendit, Überfahrt über den See auf bedachtem Floß nach der andern Seite, wo man einen Hügel besteigt, von dem aus Blick auf 7 große Vulkane (in der Umgebung von Garoet sind 14 Vulkane, von denen der Goenoeng-Goentoer[Donnerberg; 2244 m] der unruhigste ist. Fahrt in 1 1 / 2 St. (3 Fl.) zum Wasserfall Tjitis am Fuße des Goenoeng-Goentoer.

Besteigung des Papandajan (2600 m). Aufbruch früh 5 Uhr von Garoet mit Dreigespann-Wagen (5 Fl.) in 2 1 / 2 St. Trabfahrt bis zum Dorfe Tjiseroepan (1222 m), 18 km südl. von Garoet; dort (Mundvorrat mitnehmen oder Frühstück [2 Fl.] in Villa Pauline ) mit vorausbestellten Pferden (3,50 Fl.), für Damen Tragsessel ( Tandu, 3,50 Fl.), Führer (75 cts.) und Kuli (50 cts.) aus dem Rasthause ( pesanggrâhan ) an Datura-Hecken entlang und dann im dichten Urwald steil bergauf; in etwa 2-3 St. gelangt man an einen gelblichen Hang von Lavagestein und Schwefelasche, dann zu Fuß durch eine abgestürzte Kraterwand in einen dampfenden Kraterkessel, der von drei Seiten noch Wände hat; aus zahllosen Spalten dringen zischend Säulen gelblicher Schwefeldämpfe empor. Unter Vorantritt der Führer kann man den Kraterboden stellenweise betreten, aber Vorsicht! der Boden ist hohl und bricht stellenweise leicht durch, auch kann man bei umspringendem Winde von den Schwefeldämpfen stark belästigt werden. Der Kraterrand wurde abgesprengt bei einem mächtigen Ausbruch des Papandajan 1772, wobei 40 Dörfer verwüstet und 3000 Menschen umkamen. Gute Bergsteiger sollten vom Kraterbecken an der Windseite bis zum obersten Kraterrande (noch 270 m höher) steigen, wo sie vom geodätischen Signal in 2600 m Höhe prächtige *Aussicht über die Gebirgsketten haben, soweit der Schwefeldampf es zuläßt. Am Fuße des Kraters liegt das Todestal (s. unten). Auf-wie Abstieg sind wegen des lockern Lavagerölls schwierig.
Ausflug zum Telaga Bodas. Aufbruch früh 5 Uhr von Garoet mit Wagen (hin und zurück 3,50 Fl.) bis (11 km) Wanaradja, dort Reitpferd (4,50 Fl.), Tragsessel mit 4 Kulis (5,50 Fl.) und Führer (1 Fl.); man steigt durch Kaffeepflanzungen und Urwald bis 1724 m ü. M. und erreicht dann den von hohen Kraterwänden eingeschlossenen Weißen See ( Telaga Bodas ), dessen milchige, grünlichweiße Farbe durch Schwefel und Alaun erzeugt ist. Man kann in 1 / 2 St. um den fast runden See von 600 m Durchmesser herumgehen, der den Krater des Geloenggoeng ausfüllt, und sieht dabei einen Wasserfall, heiße Quellen und eine Solfatara. Seit 1822 hat kein Ausbruch stattgefunden. Beim Abstieg geht man durch das 150-250 m tiefere kleine Todestal ( Pedjagolan ) an der NW.-Seite des Berges, von Gebüsch umgeben, mit kahlem, graugelblichem Boden, auf dem giftige Gase lagern, die kleine Tiere sofort töten.
Ausflug zum Tjangkoewang-See. Früh 1 / 2 -6 Uhr mit Dreispänner (10 Fl.) über (9 km) Tjiboejoetan (Badeplatz mit kaltem Wasser) und Tjitjapar (kalter Schwimmplatz) zum See von * Lèlès ( Tjangkoewang ): von da zurück am See Sitoe Bagandit (s. oben) vorbei und über Tjipanas (heiße Quellen) nach Garoet (Ankunft gegen 1 Uhr mittags).
Besteigung des * Kawa Kemodjang, eines sehr aktiven Kraters, mit prächtiger Aussicht und auf großartig schönem Weg zu erreichen. Aufbruch 1 / 2 -5 Uhr vom Hotel mit Dreispänner (4-5 Fl.) zum Dorf Tjiparai; von da mit Reitpferd (3 Fl.) oder Tragstuhl (4 Fl.) nebst Kuli zum Tragen der Frühstückstrommel und Führer. Rückkehr nach Garoet gegen 3 Uhr Nm.

Die Hauptbahnlinie führt von Tjibatoe (S.203 ) weiter über Tjamis bergab durch die fruchtbare Ebene von Tasik-Malaja, den üppigsten Teil des Preanger-Landes, und dann durch die Tiefebene der Residentschaft Banjoemas durch wildreiche Dschungeln und Sümpfe nach (380 km) Maos (guter Gasthof am Bahnhof u. a.), wo die Züge von Batavia und Soerabaja kreuzen. Der Java-Expreßzug geht von Bantoeng früh ab, kommt Nm. in Djokjakarta und abds. in Soerabaja an. Hand Man schütze sich in dieser Malariagegend besonders vor Moskitostichen durch Schleier und Rauchen!

Zweigbahn von Maos nach Tjilatjap, ein unbedeutender Seehafen und verrufenes Fiebernest, an der landschaftlich schönen Südküste Javas, der die lange »Blumeninsel« ( Noesa Kembangan ) vorgelagert ist.

Weiter über Gombong, Koboemen, Koeto Ardjo; nach 5 1 / 2 St. Fahrt

(560 km) Djokjakarta (meist kurz Djokja genannt; Hotel Toegoe[A. Herscheit], am Bahnhof, 40 Z., F. 1, Dej. 1,50, Din. 2, Pens. 5-6 Fl., gelobt; Hotel Centrum; Hotel Mataram, alle drei nahe dem Bahnhof), Hauptstadt des gleichnamigen Vasallenstaats, Sitz des Sultans und eines niederländischen Residenten mit starker Garnison im holländischen Fort Vredenburg und etwa 60000 Einw., davon 4000 Chinesen und 2000 Europäer. Der Sultanssitz, Kraton, ist ein mit 4 m hohen und 5 m breiten Mauern umgebenes Stadtviertel, in dessen Straßen 15000 zum Hofstaat des Sultans gehörige Javaner leben; mitten im Kraton, hinter zwei Toren und Gittern, ist der Palast des Sultans mit großem Harem. (Erlaubnis zum Besuch des Kraton ohne Audienz wird durch den Residenten gern erlaubt, wenn man ein kurzes Schreiben an ihn rechtzeitig einreicht; beste Besichtigungszeit Vm.; die Residentschaft stellt einen niederländischen Unterbeamten, der Deutsch spricht, zur Führung). Das Stadtleben ist sehenswert.— Rundfahrt. Vom Gasthof morgens mit Wagen 3 Fl.) durch eine Allee zum * Waterkastell, die Ruine eines mit Graben umgebenen märchenhaften Lustschlosses mit Bädern, Teichen, Irrgärten, Hallen und Türmen. (Man nehme einen Jungen als Führer.) Dann weiter über den großen Paradeplatz, wo sich abends bei Militärmusik die Europäer zeigen, in den Kraton (soweit ohne Erlaubnis zugänglich), ein Labyrinth von Höfen, Gärten und Tempeln, Häusern, Leibwachträumen, Elefantenställen, Leopardenkäfigen etc. Der Platz vor dem Schloß ist schön, die Schlösser sind nicht sehenswert. Man versäume nicht, über einen Markt in der Stadt (pasar) zu fahren und das Malen der Sarongs ( Batiken ) vor den Hütten anzusehen.