Ankunft zur See. Mit Dampfer der Koninklijke Paketvaart Mij. von Batavia dampft man, wenn im SO. der weiße Leuchtturm von Soerabaja in Sicht und der Lotse an Bord, durch das schwierige und sehr seichte Fahrwasser der Madoera-Straße, r. Java, l. die gebirgige, von den unzuverlässigen Maduresen bewohnte, mit üppigem Grün bewachsene Insel Madoera, vorbei an vielen ins Wasser hineingebauten Fischerdörfern, vor denen zahllose Fischerprauen segeln oder treiben, auf die mit Dampfern und Seglern meist dichtgefüllte Reede von Soerabaja, wo der Dampfer bei dem weißen Wachtschiff ankert, dicht beim Landungsplatz Oedjong, an der Mündung des Flusses Kalimas, beim Wilhelminatoren. Man landet im Tambangan (Ruderboot, wie Sampan) für 1 / 2 Fl. beim Zollamt (kleine Boom), wo stets, auch wenn man von Batavia kommt, Zolluntersuchung stattfindet; Einfuhr von Schußwaffen ist nur mit Erlaubnis (S.195 ) gestattet. Viel Gepäck lasse man mit Boot zum Gasthof schaffen; sonst nehme man beim Zollamt einen Wagen.
Ankunft am Bahnhof: Man steige womöglich an Hst. Stat. Goebeng bei Simpang aus, oder an Hst. Soerabaja (Kotta), je nach Wahl des Gasthofs.
Gasthöfe: Oranje Hotel, am Simpangweg; 72 Z. mit Bad u. Telephon, modern, Pens. 7-12 Fl., Auto.— Hotel Embong Malang ( Wijnveld ), gut; 40 Z., Pens. 6 Fl., am Djalan Embong-Malang, nahe Stat. Goebeng.— Hotel Sarkies, Pens. 6 Fl.— Hotel Simpang, am Simpangweg; 40 Z., Pens. 6 Fl.— Hôtel des Indes, in der untern Stadt; 50 Z., Pens. 5 Fl.— Hotel-Pension van Vlooten, Simpang.— N. V. Hotel & Pens. v. d. Blij, Embong Malang, Pens. 5 Fl.— Restaurants: Restaurant Grimm und Hellendoorn, die besten Kaffeehäuser auf Java, nahe dem Stadtpark und Stat. Soerabaja (Kotta).— Bierhaus eines Chinesen, beim Bültzingslöwen-Denkmal, europäisches Faßbier.
Post u. Tel. nahe dem Stadtbahnhof. — Telephon ebenda.—Kabel nach Celebes, Singapore, Australien, Borneo.— Wagen: Zweisp. ( Kosongs ) sind kaum teurer als Sádos.— Straßenbahn: vom Hafen zum Südende der Vororte.— Eisenbahn: nach Batavia über Soerakarta, nach Samarang etc.

Plan von Soerabaja. Plan von Soerabaja.

Dampfer der Koninklijke Paketvaart Mij. wöchentl. in 3-4 Tagen nach und von Batavia über Samarang. — Dampferagenten: Koninkl. Paketvaart Mij., Geschäftshaus: Willems Kade.— Norddeutscher Lloyd, Behn, Meyer & Co., Societeitstraat (Tel-Adr.: Nordlloyd, Soerabaja).— Rotterdamsche Lloyd, Internationale Crediet-en Handelsvereeniging »Rotterdam«. — Stoomvaart Mij. Nederland. Messageries Maritimes, Anemaet & Co.
Banken: Javasche Bank; Nederlandsche Handels-Maatschappij, Korr. der Berliner Disconto-Gesellschaft und der Deutschen Bank; Hongkong & Shanghai Banking Corporation; Chartered Bank of India, China & Australia; Ned. Ind. Escompto Mij., Korrespondent der Deutsch-Asiatischen Bank (Behn, Meyer & Co.).
Theater: Javanische und chinesische im Hafenviertel, sind nicht empfehlenswert. — Zeitung: » Soerabaja Handelsblad «.
Konsulate. Deutsches Reich: Konsul G. Rademacher.— Österreich-Ungarn: Vizekonsul Bernhard Wolf. — Vereine: Simpangsche Societeit ( Club ) und Concordia, beide international; Deutscher Verein (eignes Haus in Genteng, deutschen Reisenden sehr zu empfehlen).— Ärzte: Dr. Grün, Genteng; Dr. van Steden, ebenda; Dr. van Hasselt, Simpang Doekoe.— Zahnarzt: Dr. Schöppe, Kaliassin.— Apotheke: De Vriendschap, Dir. P. C. Gilde in Aloen-Aloen.— Simpangsche Apotheke, Simpang.— Krankenhäuser: Militärkrankenhaus, auch für Zivilisten; Zivilkrankenhaus Ngemplak.

Soerabaja ist die erste Handelsstadt Niederländisch-Indiens und liegt auf 7° 14' südl. Br. Am schönsten ist das Stadtviertel Simpang mit dem * Simpang -und Scheepsmakerspark und schönen Villen, darunter das Haus des Residenten. In der Nähe des schönen Restaurant Grimm ist ein Denkmal zu Ehren des tapfern freiwilligen Krankenträgers v. Bültzingslöwen. In der eigentlichen Stadt stehen die Häuser nahe beieinander, auch sind die Wohnungen, Geschäftsräume, Läden der Europäer kaum von denen der Eingebornen getrennt, infolgedessen die Straßen schmutzig und häßlich sind. Reger Handelsverkehr herrscht auf dem Flusse Kalimas, an dem die Warenspeicher und großen Exportgeschäfte liegen. Am Nordende der Stadt liegt das alte Fort Prins Hendrik, nördl. davon am Hafen eine große Marinewerft mit Trockendocks und vielen Werkstätten sowie dem Kasino Modderlust. Der Handelshafen wird neu ausgebaut. Für Vergnügungsreisende bietet Soerabaja nichts. Der Handel der Stadt ist sehr bedeutend, Ausfuhr umfaßt Zucker, Tabak, Kaffee, Kopra; Einfuhr europäischer Waren ist groß.—Nahe südl. von Soerabaja liegen am Strande von Kalangandjar zwei Schlammvulkan -Hügel. (Von Soerabaja beste Dampfergelegenheiten zu Ausflügen nach Borneo, Celebes und den Molukken.)

Von Soerabaja auf den Bromo.

Eisenbahn bis Pasoeroean; dann mit Sádos (Zweispänner) für 2 1 / 2 Fl. in 1 1 / 2 St. nach Pasrepan und weiter mit Bergwagen für 3 Fl. (2 Personen) nach Poespo. Von hier zu Fuß oder zu Pferd (auch Tragsessel für Damen) in 3 St. nach Tosari, wo man übernachtet, um am andern Morgen vor Sonnenaufgang die Besteigung (am besten zu Pferd) des Bromo unternimmt.
Man kann auch an bestimmten Tagen mit Automobil von Soerabaja nach Tosari fahren (Mi. und Sa. Nm. für 75 Fl., zurück Do. und Mo. früh für 60 Fl.)
Hand In Pasoeroean oder Soerabaja bestelle man telegraphisch Zimmer für die Nacht in Tosari, weil oben oft alles besetzt ist; der Agent in Pasoeroean besorgt auch Karten für 6 Fl. zur Fahrt nach Tosari.

Von Soerabaja mit der Bahn (Automobilverbindung s. oben) über Sidhoardjo und Bangil in etwa 3 St. nach (65 km) Pasoeroean, »Betelgarten« ( Marine-Hotel; Hotel Morbeck ), einer hübschen Hafenstadt mit 35000 Einw. (500 Europäer), Hauptstadt der gleichnamigen Residentschaft, die bei Malang den besten Kaffee und Tabak Javas sowie Zucker und Indigo liefert. Bank: Nederlandsche Handels-Maatschappij (Korr. der Berliner Disconto-Gesellschaft).

Von Pasoeroean im Sádos-Zweispänner (s. oben) durch schattige Alleen auf guter Straße durch das Dorf Gondang-wètan, mit lebhaftem Markt, in 1 1 / 2 St. nach Pasrepan am Fuße des Berges; von da mit kleinem Bergwagen (s. oben; wenig Gepäck, wollene Decke und Überzieher mitnehmen!) durch dichten tropischen Urwald steil bergauf nach Poespo (kleiner Gasthof und Sanatorium), 630 m. Nach Einnahme des Reistafelfrühstücks geht man in 3 St. hinauf bis Tosari; wem die Hitze zu groß, nehme Reitpferd (2 Fl.) nebst Saumpferd (2 Fl.) für Gepäck (größere Koffer werden von Poespo durch Kulis [je 60 cts.] hinaufgetragen), oder für Damen Tragsessel (3,60 Fl.) mit 6-8 Trägern (je 60 cts.). Ein guter Weg führt in vielen Windungen bergan durch den mit großen schwarzen und grauen Affen und überraschend buntfarbigen Vögeln belebten Urwald, zuletzt durch Felder, mit europäischen Gemüsen und Kartoffeln, Mais und Zwiebeln.

Tosari (1777 m; Sanatorium Tosari, 1845 begründet, Dir. und Arzt Dr. Fangmann, vorzüglich, angenehme Geselligkeit, Zimmer telegraphisch vorausbestellen, Telephon nach Pasoeroean, Pasrepan und Poespo, 104 Z., F. 2, Lunch 2, Din. 2,50, Pens. 7 Fl.; noch etwas höher das Kurhaus Tengger[1840 m], Inhaber J. Elfferich, Z. 5-6 Fl.), die höchste Sommerfrische Javas, wird wegen seines frischen und trocknen Bergklimas (Luftwärme zwischen 10 und 20° C) viel von Erholungsbedürftigen besucht. Schöner »europäischer« Garten am Kurhaus. Im April und Mai sowie Oktober und November ist Tosari am stärksten besucht. Spaziergang zum * Nymphenbad mit prächtigem Wasserfall in 40 Min.

Besteigung des Bromo. Von Tosari Aufstieg zum * Bromo (2300 m) möglichst früh vor Sonnenaufgang zu Pferde (besser als im Tragsessel); zu Fuß hin und zurück ist etwas anstrengend, da man sowieso zu Fuß klettern muß. Führer 90 cts.; Zeit zur Besteigung etwa 3-4 St. Die Gegend zeigt anfangs europäisch-alpinen Pflanzenwuchs (Wolfsmilch, Brombeeren, Kamillen, Rhododendron, Alpenveilchen, Edelweiß, Baldrian, Erdbeeren, Vergißmeinnicht etc.). Auf halber Berghöhe prächtiger Ausblick nach S., auf den höchsten Berg Javas, den Vulkan Semeroe (3676 m), dessen ovaler Riesenkrater von 9 km Durchmesser in 2125 m Höhe mit Asche ausgefüllt ist (nur der Kilaueakrater, S.422, ist noch größer). Nach etwa 2 St. Ritt erreicht man den Moenggal-Paß (2482 m); der Weg teilt sich, l. erreicht man nach kurzer, steiler Steigung eine kleine Fläche, auf der eine Hütte steht; dort, am innern, schroffen Abhang, *Blick auf den etwa 200 m tiefer liegenden Sandsee des alten Tengger-Vulkans, dessen Riesenkrater von etwa 8 km Durchmesser mit Sand gefüllt ist; im Sandsee ( Dasar ) erheben sich vier kleine Vulkankegel: der Widodarèn, der Giri (von N. gesehen, hinter ersterm), der stets tätige Bromo und der alleinstehende Batok. Nun etwa 200 m mühsamer Abstieg (Pferde besser führen) zum Sandsee, dann Ritt über den Sand in 3 / 4 St. westl. und nw. um den Fuß des Batok zum Fuße des Bromo bis zu der neuen Steintreppe, die mit etwa 250 Stufen zum obern Kraterrand führt, wo die Pferde mit Kulis zurückbleiben. Dann Aufstieg zum obern Kraterrand des Bromo (2300 m). Auf 3 / 4 -Höhe hört man schon das grollende Donnern und Dröhnen des Bromo; man glaubt, der Krustenrand zittere.