[6] Vgl. hierzu Schöttle, Der Telegraph in administrativer und finanzieller Beziehung. Stuttgart, Kohlhammer 1883, S. 19 und 20.

[7] Vgl. hierzu die oben citierten Werke von Schellen-Kareis, Fischer, Veredarius, Zetzsche; dann Jüllig, Die Kabeltelegraphie (Wien, Hartleben 1884), und Ludewig, Die submarine Telegraphie und ihre Beschwerden, in „Deutsche Revue“,. 7. Jahrgang, 3. Bd.

[8] Die Guttapercha ist der verdickte Saft der Isonandra Gutta, eines auf Java, Borneo und sonst in Ostindien vorkommenden 19–22 m hohen und 2 m dicken Baumes. Wenn dieselbe von allen Unreinigkeiten, die ihr beim Einsammeln beigemengt werden, befreit ist, so besitzt sie ein sehr bedeutendes Isolationsvermögen, das jedoch mit der Temperaturerhöhung abnimmt. Im Wasser erhält sich dieselbe viele Jahre lang ganz unverändert; man hat Reste von Guttaperchadrähten aus dem Meere aufgewunden, die nach mehr als 15jährigem Liegen im Wasser noch vollkommen frisch und unversehrt waren und ihre Isolation ganz unverändert beibehalten hatten. Dagegen erleiden solche Drähte sehr schnelle Veränderungen, wenn sie vor ihrer Versenkung der Luft und Wärme ausgesetzt werden. Aus diesem Grunde muß der umpreßte Draht gleich nach seiner Fabrikation unter Wasser gebracht oder doch an einem dunkeln und kühlen Ort aufbewahrt werden. Die erste größere Quantität von Guttapercha, 100 kg, kam 1844 nach Europa. 1845 exportierte Singapore schon über 10 t, 1847 mehr als 561 t und 1858 gegen 665 t. Der jährliche Import an Guttapercha in England betrug

1861  876 t
1866 1080 t
1871  976 t
1876  981 t
1878 1494 t.

Der Preis betrug 1848 per Kilo 3 M., während er jetzt auf 7 M. gestiegen ist. Es ist wohl überhaupt an der Zeit, dem Raubbau, der bezüglich der Guttapercha bisher betrieben wurde, entgegenzutreten, falls der unterirdischen und noch mehr der unterseeischen Telegraphie nicht ernstliche Gefahr erwachsen soll. Auch jene Pflanzen, welche Kautschuk liefern, haben nicht die nötige Schonung erfahren. Neuestens hat übrigens M. E. Heckel in Butyrospermum Parkii eine Pflanze entdeckt, welche die Isonandra Gutta fast völlig zu ersetzen vermag. Sie findet sich in ganz Äquatorial-Afrika in ungeheuern Wäldern verbreitet und liefert schon vom vierten Jahre an ansehnliche Mengen guttapercha-ähnlicher Masse. Auf die Veranlassung Heckels wird England höchst wahrscheinlich die Pflanze in seinen tropischen Besitzungen zu ziehen versuchen. (Journal télégr. 1885, S. 192.)

[9] Das Kautschuk ist das Produkt verschiedener tropischer Pflanzen, namentlich der südamerikanischen Siphonia cahucu, des ostindischen Acorus arvensis, einiger Ficus-Arten u. s. w. Sein Isolationsvermögen ist sogar bedeutend größer als das der Guttapercha und nimmt bei steigender Temperatur auch nicht so rasch ab; dagegen ist seine Dauerhaftigkeit im Wasser weit geringer. Der Import dieses Stoffes, dessen Preis je nach der Güte 4–11 M. per Kilo beträgt, war in England

1856 1253 t à 1000 kg
1861 1538 t
1866 3078 t
1871 6129 t
1876 6864 t
1878 6796 t.

[10] 1884: 2500 km Linien, 18000 km Leitungen (Veredarius a. a. O. S. 267).

[11] Nach Fahie (History of Telegraphy to 1837) stammt die erste Idee eines unterseeischen Telegraphen von dem berühmten Physiker Salva von Barcelona (um 1800).

[12] Fischer a. a. O. S. 82.