[23] Die Länge der Telegraphenlinie zwischen London und Adelaide beträgt 22908 km. Ein Telegramm von London nach Melbourne braucht durchschnittlich 3 Stunden 15 Minuten. Von dieser Zeit entfällt übrigens der größte Teil auf die Versäumnisse, welche infolge der technischen Manipulationen auf den verschiedenen Stationen entstehen. Unter Umständen können diese Zeitverluste bedeutend abgekürzt werden. Das beweist jenes Telegramm, durch welches am 1. Oktober 1880 der Gouverneur der Kolonie Victoria die Eröffnung der Ausstellung in Melbourne der Königin Victoria meldete; diese 78 Worte umfassende elektrische Botschaft kam bereits nach 23 Minuten in Balmoral in Schottland an, wo damals die Königin eben weilte. — Ein anderes Beispiel der Leistungsfähigkeit der modernen Telegraphie ist folgendes: Ein 33 Worte zählendes Glückwunschtelegramm an den Kaiser von Brasilien, das vom Generaldirektor der Telegraphen, Baron Capanema, in St. Luiz, damals der nördlichsten Telegraphenstation Brasiliens, aufgegeben wurde und seinen Weg über Montevideo nach Rio de Janeiro nahm, somit eine Strecke von 9735 km zurücklegte, gelangte nach 5¾ Minuten in die Hände des Kaisers. Gewiß zugleich ein glänzender Beweis für den trefflichen Stand der brasilianischen Telegraphenleitungen, und das umsomehr, wenn man bedenkt, daß zur selben Zeit in der Provinz Espiritu Santo ein heftiger Sturm wütete und in ganz Südbrasilien starke Regen niedergingen! (Journal télégraphique, S. 99, Jahrg. 1885.)
[24] Hauptsächlich nach den Mitteilungen in der „Statistik der deutschen Reichs-Post- und Telegraphen-Verwaltung für 1881“, und Ternant, Les Télégraphes, Paris, Hachette 1884. 2. Aufl.
[25] Die nachfolgenden Beispiele von Telegramm-Verstümmlungen sind der Deutschen Verkehrszeitung entnommen. Ähnliche Beispiele enthält auch Hyde, The Royal Mail, London, Blackwood and Sons, 2. edition, 1885, p. 249–254.
[26] Vgl. hierzu Veredarius a. a. O. 277–281; Zetzsche a. a. O. 449–452; Fischer a. a. O. 113–124, und Deutsche Verkehrszeitung 1885, S. 335 u. 336.
[27] Die bezüglichen Angaben sind, soweit nicht anders angegeben, Neumann-Spallarts „Übersichten der Weltwirtschaft“ (Stuttgart, Julius Maier, 1884) entnommen.
[28] Das größte Telegraphenamt der Welt ist das Centraltelegraphenamt in London. Die Zahl der Drahtbotschaften, die hier täglich einlaufen, beträgt an 60000. Dabei sind nicht eingerechnet die Übertragungstelegramme (an Zahl etwa 30000) und die Zeitungsdepeschen, die bei wichtigen parlamentarischen Debatten oft in einer einzigen Nacht ½ Million Worte übersteigen.
[29] Am 30. Juni 1884: 263927 km Linien und über 900000 km Drähte.
[30] A. a. O. S. 367.
[31] Nach Hendschels Telegraph (Große Ausgabe) vom 1. Juli 1886.
[32] Litteratur: Veredarius a. a. O. — Figuier, l’Électricité. Paris, Hachette & Co., 1884. — Schwartze, Japing und Wilke, Die Elektricität. Wien, Hartleben, 1884. — Urbanitzky, Die Elektricität im Dienste der Menschheit. Leipzig und Wien, Hartleben, 1885.