[33] Vom griechischen têle = in die Ferne, und griech. phoneîn = tönen.
[34] Eine bezügliche Arbeit von Reis (1862) wurde von Poggendorf in die „Annalen“ nicht aufgenommen. Im Jahre 1864 nun, nachdem das Telephon bereits mehrfach in verschiedenen Versammlungen gezeigt worden war, ersuchte Poggendorf um einen Bericht. Da antwortete aber der enttäuschte Lehrer: „Ich danke Ihnen recht sehr, Herr Professor, es ist zu spät. Jetzt will ich einen solchen nicht mehr schicken. Mein Apparat wird auch ohne Beschreibung in den ‚Annalen‘ bekannt werden“ (Figuier, l’Électricité).
[35] Der Name „Mikrophon“ soll sagen, daß man mit Hilfe eines solchen Apparates auch die schwächsten (griechisch mikrós = klein) Töne oder Geräusche hörbar machen kann. Erfinder des Mikrophons ist Hughes, derselbe, welcher den Typendrucktelegraphen erfand.
[36] Allgemeine Zeitung, 1884, Nr. 311, Beilage.
[37] Einer Art Fernsprache begegnet man schon im Altertum. So berichtet z. B. der griechische Schriftsteller Diodorus Siculus von den alten Persern in dieser Beziehung folgendes: „In Persis dürfen wir die sinnreiche Einrichtung der Rufposten nicht unerwähnt lassen. Dieses Land nämlich, welches eine Reihe von Thälern bildet, hatte hohe Warten in großer Zahl, auf denen Leute aus der Umgegend, welche die stärksten Stimmen hatten, aufgestellt waren. Die Plätze waren in solcher Entfernung voneinander, daß man rufen hörte. Diejenigen also, welche den Auftrag zuerst empfingen, teilten ihn durch Zuruf den Nächsten mit, dann diese wieder anderen, und so wurde die Weisung bis an die Grenze jeder Statthalterschaft kundgemacht.“ Mittels jener Einrichtung gelangte eine Nachricht innerhalb 24 Stunden 30 Tagreisen weit (etwa 100 Meilen), mithin in jeder Viertelstunde eine Meile. Eine ähnliche Einrichtung bestand übrigens auch im Reiche der alten Inkas von Peru, sowie bei den Galliern. Von letzteren erzählt Cäsar, daß, „so oft etwas Wichtiges und Außerordentliches vorfalle, sie sich davon mit Geschrei ein Zeichen geben; der Reihe nach teilen es die Nächsten den Nächsten mit; denn was zu Genabum am frühen Morgen vorging, hörten die Averner schon mit Anfang der Nacht, obwohl ihre Entfernung 160 Millien (ca. 30 deutsche Meilen) beträgt“. — Von einer eigenartigen Fernsprache in Kamerun berichtet das „Ausland“ (1885). Die bezüglichen Zeichen werden mittels einer Trommel gegeben. Letztere, ndimbo genannt, besteht aus einem länglichen, eiförmig ausgehöhlten Holzstück von etwa 3 Fuß Länge und 1½ Fuß Höhe, welches an der obern Längsseite eine schmale, spaltförmige Öffnung hat, die durch einen Steg in zwei ungleiche Teile geteilt wird. Je nachdem man nun mittels eines Holzklöppels auf das eine oder das andere Ende des Spaltes schlägt, werden verschiedene Töne hervorgebracht. Durch diese und verschiedene Rhythmen des Trommelns erhält man eine Anzahl Signale, welche ganz bestimmte Bedeutung haben, und dieses Signalsystem ist derartig ausgebildet, daß man jeden Gedanken durch die Trommel zum Ausdruck bringen kann. Zwei Ortschaften können sich so in einer Entfernung, in welcher die menschliche Stimme nicht mehr vernommen wird, miteinander unterhalten. Jedes Ereignis in einem Dorfe wird sogleich im nächsten Orte weitergegeben, und innerhalb kurzer Zeit ist die ganze Kamerungegend von dem Vorfall unterrichtet. Nach dem Afrikareisenden Dr. Buchner ist diese Trommelsprache der Kamerun-Neger vielleicht die größte geistige Leistung nicht nur der Negerrasse, sondern der halbwilden Völker überhaupt.
[38] Die in der deutschen Reichs-Telegraphenverwaltung zur Verwendung kommenden Apparate sind ausschließlich das Mikrophon von Hughes und der Siemenssche Fernsprecher. — Neuestens ist es dem Belgier van Rysselberghe gelungen, auf ein und demselben Leitungsdraht zu telegraphieren und zu telephonieren. Belgien hat sich diese Erfindung sogar schon völlig zu eigen gemacht. Seit Beginn des Jahres 1885 vollzieht sich dortselbst der telephonische Verkehr zwischen den größeren Städten mittels der staatlichen Telegraphenleitungen. Seit Juni 1885 hat sich auch Frankreich das Recht gesichert, das System innerhalb des Gebietes der Republik zur Anwendung zu bringen. Desgleichen werden in Deutschland diesbezügliche Versuche angestellt.
[39] Veredarius a. a. O. S. 276.
[40] Deutsche Verkehrszeitung, 1885, Nr. 49.
[41] Litteratur: Stephan, Geschichte der preußischen Post. Berlin, Decker, 1859. — Stephan, Das Verkehrsleben im Altertum und das Verkehrsleben im Mittelalter, in Raumers Histor. Taschenbuch, 1868 und 1869. — Stephan, Weltpost und Luftschiffahrt. Berlin, Springer, 1879. — Ilwof, Das Postwesen in seiner Entwicklung von den ältesten Zeiten bis in die Gegenwart. Graz, Leuschner und Lubensky, 1880. — Hartmann, Entwicklungsgeschichte der Posten. Leipzig, Wagner, 1868. — Veredarius, Das Buch von der Weltpost. Berlin, Meidinger, 1885. — Zehden, Verkehrswege zu Wasser und zu Lande. Wien, Hölber, 1879. — Paulitschke, Leitfaden der geographischen Verkehrslehre. Breslau, Hirt, 1881. — Frank, Das deutsche Postwesen, in „Neuer deutscher Reichskalender“ für 1878. Wiesbaden, Limbarth.
[42] Unter Vespasian wurde dieses Schuhgeld den tabellarii wieder entzogen und ihnen zum Ausgleich dieses Verlustes angeraten, künftig ihren Dienst barfuß zu thun (Veredarius, Das Buch von der Weltpost, S. 47).