[62] „Gegen eine Entlohnung von wenigen Francs laufen in Marokko die Postboten die lange Strecke zwischen Tanger und Fez in 4, zwischen Tanger und Marokko in 7 bis 8 Tagen ab. Sie nähren sich schlecht, nehmen mit einigen Feigen und einem Stück Brot vorlieb und schlummern auf freiem Felde, ob Regen, ob schön. Um die Morgenstunden nicht zu verschlafen, heften sie eine Art von Zündschnur an das nackte Fußgelenk, die in den Pausen, während welcher der Bote schläft, fortglimmt und, wenn sie abgebrannt ist, den Schläfer in sehr fühlbarer Weise zum Aufbruch mahnt. Der Postkurier hält fast immer die geradeste Linie ein, er durchwatet oder durchschwimmt die Flüsse, klettert über Berghänge, auf denen ein geübtes Maultier straucheln würde, kriecht oft auf allen vieren vorwärts, trotzt im Herbste ausgiebigen und anhaltenden Regengüssen, im Sommer der Hitze, im Winter dem Staube und dem Durst. So durchwandert und durchläuft dieser geplagteste Mensch im ganzen Kaiserreiche dieses letztere jahrein jahraus fast seiner ganzen Länge nach von Nord nach Süd und umgekehrt.“ (Amicis, Marokko. Frei bearbeitet von Schweiger-Lerchenfeld. Wien, Hartleben, 1883, S. 138 u. 139.)

[63] Unter den Fußbotenleistungen ist hier der Beförderungsdienst von Postort zu Postort verstanden.

[64] Die Zahl der in London im Postbestelldienst verwendeten Personen betrug 1782: 155; 1884: 4030 (Hyde, The Royal Mail. 2. ed. Lond., Blackwood & Sons, 1885, p. 126).

[65] Die bei den Römern übliche Bezeichnung des Kurierpferdes war „veredus“, das griechische berédos, welches selber wieder von dem persischen berd (= tragendes Tier) kommt. Die reitenden Kuriere nannte man „veredarii“ (Veredarius a. a. O.).

[66] mail = Post, coach = Wagen.

[67] malle = Briefpost.

[68] Litteratur: Veredarius a. a. O. S. 197–203. — Frank, Das deutsche Postwesen in „Neuer deutscher Reichskalender“ für 1878. Wiesbaden, Limbarth. — Ternant a. a. O., vol. I, 2. éd., p. 175–237.

[69] Litteratur: Veredarius a. a. O. — Ternant a. a. O., vol. I, 2. éd., p. 238–279.

[70] „Ils (les pigeons) sont bien mieux merité de la patrie que les oies du Capitole,“ sagt Ternant, „ils ont sauvé Paris de la mort morale, que pouvait determiner l’absence complète des nouvelles. Le simple avis: ‚Un pigeon vient d’arriver‘,“ fährt er fort, „suffisait à faire tressaillir d’aise la population entière de la grande ville, et les poètes ont rendu hommage et justice à ces oiseaux sacrés.“

[71] Die englische Preß-Expreßtaube soll Strecken bis zu 500 engl. Meilen in erstaunlich kurzer Zeit zurückzulegen im stande sein. Bei einem in England angestellten Versuche zur Feststellung der Fluggeschwindigkeit der Brieftauben ergab sich, daß die Brieftaube eine größere Geschwindigkeit an den Tag legte, als der zwischen Dover und London verkehrende Eilzug, und dieser legte 14½ Meilen in der Stunde zurück.