Sehr instruktiv ist, wie wir gesehen haben, eine Vergleichung der Staaten bezüglich der Zahl der Briefe und Karten, die auf jeden Kopf der Bevölkerung durchschnittlich entfällt. Nicht weniger belehrend ist eine Zusammenstellung derselben mit Rücksicht darauf, wieviel Drucksachen, Zeitungsnummern und Warenproben auf einen Einwohner entfallen. In dieser Hinsicht steht an erster Stelle die Schweiz mit 27,2 Sendungen pro Kopf der Bevölkerung; ihr schließen sich an Belgien (mit 25), Dänemark (mit 19,4), Frankreich (mit 188), die Niederlande (mit 16,3). Deutschland (mit 15,8) u. s. w. Die geringste Zahl derartiger Sendungen zeigen Griechenland, Rußland, Rumänien und Bulgarien.
Außerhalb Europas entfallen die meisten dieser Sendungen auf die Vereinigten Staaten (27,31 pro Kopf) und auf die australischen Staaten (22,36–17,93).
Bei Zusammenfassung sämtlicher Briefpostsendungen (Briefe, Postkarten, Drucksachen, Warenproben und Zeitungen) stellt sich das Verhältnis der europäischen Staaten derart, daß Großbritannien mit Irland mit 55,2 Stück pro Kopf den ersten Rang einnimmt. Diesem Staate reihen sich an die Schweiz (mit 52,9), Belgien (mit 44,7), Frankreich (mit 36,2), die Niederlande (mit 36), Deutschland (mit 35,6), Dänemark (mit 34,9) und Österreich-Ungarn (mit 30,5 Stück). An letzter Stelle stehen Serbien und die Türkei.
Außerhalb Europas entfallt der stärkste Briefpostverkehr auf Neu-Seeland (66,53 Stück pro Kopf), Neu-Südwales (61,36), Victoria (53,62) und auf die Vereinigten Staaten von Amerika (55,12). Diese ebengenannten Gebiete weisen unter sämtlichen Ländern der Erde die höchste Zahl von Briefpostsendungen pro Kopf der Bevölkerung auf.
Im internationalen Austausch gruppieren sich die einzelnen wichtigeren Postgebiete mit ihrem eigentlichen Briefverkehre (Briefe und Postkarten ohne Hinzuzählung der übrigen Briefpostgegenstände) nach den Resultaten der Berner Statistik für 1884 und den Angaben in Veredarius (S. 382) wie folgt:
| Deutschland | rund | 56 | Mill. |
| Großbritannien (1883) | „ | 48 | „ |
| Österreich-Ungarn | „ | 45 | „ |
| Frankreich | „ | 38 | „ |
| Ver. Staaten v. Amerika | „ | 35 | „ |
| Italien (1883) | „ | 18 | „ |
| Belgien | „ | 18 | „ |
| Schweiz | „ | 14 | „ |
| Niederlande | „ | 8 | „ |
| Rußland | „ | 8 | „ |
| Spanien (1883) | „ | 6 | „ |
| Schweden | „ | 4 | „ |
| Dänemark | „ | 3 | „ |
| Norwegen | „ | 2 | „ |
Vorstehende Zahlen begreifen den Verkehr aus den bezeichneten Postgebieten nach fremden Ländern in sich; fast dieselbe Reihenfolge ergiebt sich bezüglich des Verkehrs aus den fremden Ländern nach den einzelnen Postgebieten, nämlich:
| Deutschland | rund | 57 | Mill. |
| Österreich-Ungarn | „ | 47 | „ |
| Großbritannien (1883) | „ | 41 | „ |
| Frankreich | „ | 35 | „ |
| Ver. Staaten v. Amerika | „ | 30 | „ |
| Italien (1883) | „ | 15 | „ |
| Schweiz | „ | 14 | „ |
| Belgien | „ | 12 | „ |
| Rußland | „ | 10 | „ |
| Niederlande | „ | 8 | „ |
| Spanien (1883) | „ | 6 | „ |
| Schweden | „ | 4 | „ |
| Dänemark | „ | 4 | „ |
| Norwegen | „ | 3 | „ |
Die Gesamtzahl der im internationalen Verkehr innerhalb des dermaligen Weltpostvereinsgebietes ausgetauschten Briefpostsendungen, die Zeitungen nicht mit eingeschlossen, betrug für 1883 rund 774 Mill.; es ist das im Vergleich zu den 428 Mill. Briefpostsendungen des Jahres 1875 eine Steigerung von 346 Mill. oder um 81%.
Die ganze Großartigkeit des Getriebes der Weltpost kommt aber erst dann zum vollen Ausdruck, wenn man den gesamten Postverkehr der Kulturländer, mithin sowohl den internationalen, als auch den Verkehr innerhalb der einzelnen Länder, in seinen Riesenzahlen sich vergegenwärtigt.