Die wahrhaft großartige Entwicklung dieses Instituts, dem so hohe wirtschaftliche und moralische Bedeutung zukommt, veranschaulichen folgende Zahlen:

a. England.

Jahr. Zahl der
Einleger.
Einlagen. Rückzahlungen. Verbleibende
Einlagen.
Zahl der
Einlagen.
Betrag in
Pfd. St.[82]
Zahl d. Rück
zahlungen.
Betrag in
Pfd. St.
Betrag in
Pfd. St.
1861   24826   46643   167530    1702     6759  160771
1862  178495  592573  1947139   95592   431618 1515521
1863  319669  842848  2649918  197431  1026207 1623711
1870 1183153 2135993  5995121  787172  4758187 1236934
1875 1777103 3132533  8783852 1112637  7325561 1458291
1880 2184972 3754689 10301152 1465331  9346834  954318
1882 2858976 6151469 13712859 1935129 10869533 2843326
1884 6458707 14510411 2198792 12530563 1979848

Ende 1884: Bestand der Sparkassenguthaben 44773773 Pfd. St., d. i. rund 895½ Mill. M.

Die Benützung der Postsparkassen ist demnach in England eine sehr rege. Nach ihrem großen Umsatz und insbesondere nach den beträchtlichen Rückzahlungen, welche sie zu machen hatten, erscheinen sie als das, was sie sein sollen: die Aufbewahrungsstellen augenblicklich nicht zu verausgabender Beträge, die den eintretenden notwendigen Bedürfnissen zufolge später doch zurückgezogen werden müssen und als Ersparnisse nicht verbleiben können.

Um noch kleinere Ersparnisse als die des Einlageminimums von einem Schilling (l M.) möglich zu machen, sind unter freier Mitwirkung von gemeinnützigen Kreisen die sog. Pennybanken gegründet worden, welche dem Sparer eine Karte zum Aufkleben von zwölf Stück Pennymarken unentgeltlich verabfolgen und ihm Marken verkaufen.

Im Jahre 1880 wurden vom Generalpostmeister Fawcett auch diese Sparkarten eingeführt. Wer sparen will, erhält von den Postämtern eine Karte mit einer Pennymarke gegen Zahlung eines Pennys. Wer zwölf solcher Marken auf seine Karte geklebt hat, trägt dieselbe auf das nächste Postamt, wo man sie ihm als eine auf seinen Namen lautende Einlage im Betrage von 1 Schilling (12 Pence) abnimmt. Auch diese Einrichtung hat sich trefflich bewährt.

In socialpolitischer Hinsicht leisten die englischen Postsparkassen auch dadurch gute Dienste, daß sie jeder gesetzlich registrierten Unterstützungs-, Wohlthätigkeits- und Versorgungs-Gesellschaft gestatten, ihre Gelder und Überschüsse auf Verzinsung anzulegen. Hiermit genießen diese Gesellschaften ebenfalls die große Sicherheit der Anlage ihrer Gelder und pünktliche, gleichmäßige Verzinsung. Es sind dies besonders schätzenswerte Vorteile für diese Art von Gesellschaften, deren ganzes Wesen zur größtmöglichen Sicherheit der Anlage des Kapitals und eines zuverlässigen Eingangs der Zinsen nötigt.

So hat Gladstone sicher recht, wenn er sagt: The Post Office Saving Banks are the greatest and most important work, ever undertaken by the Government for the benefit of the nation (Die Postsparkassen sind die bedeutendste und wichtigste Einrichtung, die jemals von der Regierung zur Wohlfahrt der Nation getroffen worden).