G. p. 5–21, No. 2, 3, 4, 7, 8, 12, 18, 20, 23, 31, 38, Epitaphien, 1544. — Im Jahre 1544 starb in Rom Cecchino (Francesco) de Zanobi Bracci im Alter von 15 Jahren. Er war Riccios Neffe und wurde von diesem zärtlich geliebt. Seit 1534 lebte er als verbannter Florentiner in Rom, wegen seiner Schönheit allgemein bewundert. Sein Tod war für Riccio ein herber Verlust. Die Freunde, unter ihnen auch Michelangelo, bemühten sich, ihn zu trösten, und zu diesen Versuchen zählen auch die ersten dieser Vierzeiler. Die Abfassung der Gedichte war anfangs lebendig mit der Erinnerung an Cecchino verknüpft, löste sich aber bald davon los, und das Grab des Freundes wurde zum Ort, an dem der Dichter in stets neuen Beziehungen und knappster Fassung eigenartige Gedanken über Leben und Tod aussprach. Riccio ermunterte den Freund durch Bitten und Geschenke, durch Besprechung und Kritik zur Fortsetzung, und so entstand im Laufe des Jahres 1544 eine Reihe von 48 vierzeiligen Grabschriften. Kurze scherzhafte Bemerkungen unter den Gedichtmanuskripten, die Michelangelo dem Freunde zusandte, zeigen, wie sehr ihm dieser zusetzte. So zum Epitaph
12.
„Wenn Ihr keine mehr wollt, so schickt mir nichts mehr.“
16.
(nicht in dieser Auswahl) „Ich wollte es Euch eigentlich nicht schicken. Es ist ein gar zu plumpes Ding; aber die Forellen und Trüffeln würden selbst den Himmel bezwingen. Ich empfehle mich Euch.“
20.
„Für die gesalzenen Schwämme, wenn Ihr schon nichts weiter wollt!“
(n. i. d. A.) „Dies plumpe Ding, schon tausendmal aufgetischt, für den Fenchel.“
23.