G. p. 246. — Son., 1555.

[80.]

G. p. 241. — Son., 1555 oder später.


Zu den Briefen Michelangelos.

Der italienische Text nach Gaetano Milanesi, Le lettere di Michelangelo Buonarroti, Firenze MDCCCLXXV (Mil. l. = Milanesi, lettera No. …). Ebendaher stammt die Datierung der Briefe, die nicht von Michelangelo selbst herrührt. Leider konnte den Übersetzungen und Anmerkungen die in Aussicht stehende kritische Gesamtausgabe der Briefe von C. Frey nicht mehr zugrunde gelegt werden.

[1.]

Mil. l. CCCXLIII. — Giuliano da San Gallo 1443 (45) bis 1516 (17), aus Florenz, war Bildhauer und vor allem Architekt. Er baute in Rom für Lorenzo den Prächtigen, wurde später nach Neapel gerufen und arbeitete 2 Jahre für den Bischof von Ostia, den nachmaligen Papst Julius II. Unter Julius veranlasste er den Bau einer besonderen Grabkirche für das Denkmal, mit dessen Ausführung Michelangelo betraut war, unterlag er aber mit seinem Entwurf gegen Bramante und verliess Rom. Nach kurzer Zeit ernannte ihn der Papst zum Ingenieur, dann zum Architekten am Bau der neuen Peterskirche. — Durch seine Vermittlung war Michelangelo 1505 nach Rom gekommen. Über dessen Flucht folgendes: 1505 hatte er vom Papste den Auftrag erhalten, ihm ein Grabmonument zu errichten und war noch im April desselben Jahres nach Carrara gegangen. Dort leitete er bis zum Januar 1506 die Zurichtung der Blöcke und erwartete dann in Rom deren Ankunft. Unterdessen hatte aber Julius den Plan des Grabdenkmals fallen lassen und sich dem Neubau der Peterskirche zugewandt, für die, wie oben gesagt, Bramantes Pläne gesiegt hatten. Als Michelangelo an der veränderten Sachlage nicht mehr zweifeln konnte, floh er in seiner Enttäuschung nach Florenz. Der Papst bemühte sich, ihn zur Rückkehr zu bewegen, und veranlasste viele Freunde und Gönner des Meisters, ihm brieflich oder mündlich zuzureden. Auf einen solchen Vermittlungsbrief antwortet das vorliegende Schreiben.

[2.]

Mil. l. CXXVII. — Vgl. Anm. zu Br. 3. — Der alte Buonarroti hatte Michelangelo geschrieben, das Betragen seiner Söhne, besonders Giovansimones, mache ihm viel Kummer. In seiner Antwort (Mil. l. VII) verspricht ihm Michelangelo, diesem einen Brief zu schreiben „auf meine Art“ — eben den vorliegenden.