Sollt es eigentlich nicht kundtun,
Doch gleichviel, es muß zutage:
Zweimal wirst du Wittib werden,
Zweimal wirst du wieder Gattin.
Weine nicht, o meine Herrin,
Evangelium ist nicht alles,
Was Zigeunerinnen sprechen,
Weine nicht, sei ruhig, Herrin.
Würdest du vom Tod gefordert
Vor dem Schultheiß, dem Gemahle,
So genügt dies, dich vor schlimmem
Witwenstande zu bewahren.
Erben wirst du, und zwar nächstens,
Ein bedeutendes Vermögen;
Domherr wird dein Sohn einst werden,
Welcher Kirch, ist schwer zu sagen,
Doch unmöglich in Toledo.
Wirst gebären, rot von Wangen,
Eine Tochter: wird sie Nonne,
Wird sie wohl auch einst Prälatin.
Wenn dein Gatte nicht verscheidet
Noch im Lauf von dreißig Tagen,
So bekommt ihn noch zum Richter
Burgos oder Salamanka.
Hast ein Muttermal! wie lieblich!
Jesus! wie der Mond so glanzhell!
Welch ein Glanz! bei Antipoden
Dringt er noch in dunkle Tale!
Ihn zu sehn gäb mancher Blinder
Mehr als einen halben Taler!
Und jetzt lächelst du darüber;
Ah, wie steht dir das so artig!
Aber hüte dich, zu stürzen,
Und nach hinten zu vor allem;
Denn solch Fallen ist gefährlich
Für die angesehnen Damen.
Vieles gäbs noch auszusprechen;
Willst du bis zum Freitag warten,
Wirst du's hören und dich freuen,
Doch auch grollen über manches.