Wo der Schönheit Höhen sich vereinen
Und worin die frohe Jugend
Und der spröde Reiz der Tugend
Sich zur süßsten Milde reinen:
Dies in Menschenlob zu bringen,
Wird dem Geiste nie gelingen,
Wenn er nicht sich himmelan geschwungen
In den höchsten Dichterzungen.
Andres
In den höchsten Dichterzungen
Nie gebrauchter Redeweise,
Wie empor zum Sternenkreise
Nie ein Weg noch ist gedrungen,
Mögst du, Mädchen, dich erheben!
Wär mir Wunderkraft gegeben,
O daß ich der Ruhm dann wäre,
Dich zu tragen so zur Himmelssphäre!
Klemens
Dich zu tragen so zur Himmelssphäre
Hieße nur das Rechte singen,
Hieß dem Himmel Freude bringen,
Wenn dein Name ihm erklungen wäre;
Und wenn in des Staubes Enge
Dann herab der holde Name klänge,
Würde Wohllaut in das Ohr sich gießen,
Ruh das Herz und Lust den Sinn durchfließen.
Andres
Ruh das Herz und Lust den Sinn durchfließen,
Wann des holden Liedes Töne
Also anstimmt die Sirene,
Daß die Klügsten selbst das Ohr erschließen!
Doch von ihres Wesens Grunde
Gibt selbst Schönheit nur geringe Kunde:
Sie ist höchste aller Seelenwonnen,
Von der Anmut holdem Kleid umsponnen.
Klemens
Von der Anmut holdem Kleid umsponnen,
Schönste der Zigeunerinnen,
Purpur bei des Tags Beginnen,
Milder Zephir in der heißen Sonnen;
Strahl, durch den das Herz erblindet
Und das kältste wird entzündet;
Kraft, der solcher Zauber ist gegeben,
Daß sie tötet und durchhaucht mit Leben.
Allem Anschein nach hätten sowohl der Freie wie der Liebessklave so bald noch nicht in ihrem Gesange innegehalten, wäre nicht hinter ihnen eine Stimme erklungen: es war Preziosa, die ihr Lied mitangehört hatte. Beide verstummten, und bewegungslos horchten sie mit gespannter Aufmerksamkeit. Wunderbar lieblich sang sie wie zur Antwort folgende Verse, von denen ich nicht weiß, ob sie sie in jener Stunde erfand, oder ob irgend jemand sie ihr früher gewidmet hatte: