Mittlerweile kam zum Tempel
Man des Phönix, der in Roma
Hat den Flammentod bestanden
Und nun lebt in ewger Glorie.
Und zum Bild des ewgen Lebens,
Zu der Königin dort oben,
Die, weil sie in Demut wallte,
Über Sterne ward erhoben,
Zu der Mutter und der Jungfrau,
Zu der Tochter und Verlobten
Gottes hat, aufs Knie gesunken,
Margarita so begonnen:
„Was du gabst, geb ich dir wieder,
Hand zum Geben stets erschlossen,
Denn wem deine Gnade fehlet,
Der wird stets vom Weh getroffen.
Sieh, den Erstling meiner Früchte
Bring ich, Jungfrau, dir zum Opfer;
Wie sie ist, nimm hin die Gabe,
Und laß herrlicher sie sprossen.
Seinen Vater auch empfehl ich,
Der, ein Atlas, unverdrossen
Sich der Last so vieler Reiche
Beugt, so vieler fernen Zonen.
Denn ich weiß, das Herz des Königs
Ruhet in den Händen Gottes,
Und ich weiß, daß Gott nie weigert,
Was du bittest, Demutvolle!“
Als geendet diese Rede,
Haben andre sich ergossen
In Gesänge, die bewiesen,
Daß auf Erden Himmel rollen.
Als vorüber dann des Hochamts
Königliche Zeremonien,
Kehrte heim der hehre Himmel
Mit den wundervollen Sonnen.
Als Preziosa ihre Romanze beendet hatte, erhob sich aus dem glänzenden Kreis ihrer Zuhörer einstimmig der Ruf: „Singe noch einmal, Preziosa, es soll Geld absetzen wie Sand am Meer!“