Ein lautes Gelächter und Zischeln der uns Umstehenden veranlaßte mich, mich umzudrehen und meine Phrase zu unterbrechen. In der Entfernung von einigen Schritten stand eine Gruppe von Männern, unter denen sich auch der Dragoner-Hauptmann befand, welche ihre feindlichen Absichten gegen die schöne Fürstin offen kund gaben. Der Hauptmann besonders schien mit etwas sehr zufrieden zu sein, rieb sich die Hände, lachte laut auf und winkte seinen Genossen zu. Plötzlich erschien aus ihrer Mitte ein Herr im Fracke, mit langem Schnurrbart und rothem Gesichte, welcher seine unsicheren Schritte gerade auf die Fürstin zulenkte; er war betrunken.

Als er vor der erbebenden Fürstin mit auf dem Rücken zusammengeschlagenen Händen stillstand und seine umnebelten, grauen Augen auf sie richtete, hob er mit falscher Diskantstimme an:

„Permettez! Ei was Ceremonien! ich engagire Sie hiermit zur Mazurka!“ —

— Was ist Ihnen gefällig, sagte sie mit zitternder Stimme, indem sie einen hülferufenden Blick um sich warf. Leider hatte sich ihre Mutter entfernt und keiner der ihr bekannten Kavaliere war in der Nähe; ein Adjutant zwar schien Alles zu sehen, was vorging, verbarg sich aber in dem großen Haufen, um nicht in diese Geschichte mit hineingezogen zu werden.

„Wie?“ sagte der betrunkene Herr, welcher dem Dragoner-Hauptmann zuwinkte, der ihn seinerseits durch Zeichen ermuthigte, „so ist’s Ihnen nicht gefällig? ich habe nochmals die Ehre, Sie pour Mazurek zu engagiren . . . . Sie glauben vielleicht, ich bin betrunken? Das ist nichts! im Gegentheil, ich kann Ihnen versichern . . .“

Ich sah, daß sie nahe daran war, vor Furcht und Unwillen in Ohnmacht zu fallen.

Ich ging an den betrunkenen Herrn heran, faßte ihn ziemlich fest am Arme und bat ihn, indem ich ihm fest ins Auge blickte, sich zu entfernen, weil, fügte ich hinzu, die Fürstin mir schon längst versprochen habe, die Mazurka mit mir zu tanzen.

„Nun, auch gut, auf’n andermal,“ sagte er grinsend und entfernte sich mit seinen Gefährten, welche ihn in ein anderes Zimmer zogen.

Ein wunderbarer, seelenvoller Blick war mein Lohn.

Die Fürstin ging sogleich zu ihrer Mutter und erzählte ihr Alles; diese suchte mich sogleich auf und drückte mir ihre Dankbarkeit aus; sie erklärte mir, daß sie meine Mutter kenne und mit einem halben Dutzend meiner Tanten befreundet sei.