f. Wind: * 193. Kommt beim Säen der Wind von Morgen, so entsteht Unkraut, von Mittag Disteln, von Mitternacht gute Ernte (Schneeberg), vgl. [468.]† 194. Wenn der Wind recht summt, so hat sich Jemand erhängt (Raschau), vgl. Wuttke § 391: „Der Teufel fährt mit der Seele des Erhängten im Sturme davon (Schlesien, Lausitz, Mark, Schwaben).“ — * 195. Wenn am Trauungstage der Wind stark weht, so wird das Paar arm (Saida), vgl. [21], [24] u. [508].

Vgl. noch: Witterung [20], [85]. Schnee und Frost [22], [109], [128]. Sternbilder [172 ff.] Mond [179].

2. Thiere und Pflanzen.

§ 21 (40 ff.). a. Der Hund, der Frigga beigegeben als Sinnbild der Häuslichkeit ([§ 16]), besitzt daher als in Göttergemeinschaft stehend, die Gabe des Blickes in die Zukunft und sieht namentlich die leichenwählenden Nornen oder Walkyren nahen. Vgl. [244] u. [812]. — 196. Heult ein Hund mit erhobenem Kopfe, so bricht Feuer aus, senkt er den Kopf dabei, so stirbt Jemand (allg.), vgl. [530]. * Ruft man ihn aber beim Namen, so wird dem Unglück, welches er anzeigt, vorgebeugt (Zwickau), vgl. [407]. — 197. Begegnet man beim Ausgehen einem Hunde, so ist es ein gutes Anzeichen (Annaberg), vgl. [161] ff.

b. Das Pferd. 198. Das Pferd gilt ebenfalls als ein weissagendes Thier, vgl. [250].

c. Der Hase. 199. Der Hase wird wegen seiner oft koboldartig erscheinenden Gestalt für eine verkappte Hexe gehalten (vgl. [351] u. [353]), daher bedeutet ein über den Weg laufender Hase Unglück (allg.). Vgl. „Die Symbolik in der deutschen Mythologie“ Aufsatz in den Grenzboten 1862. I. S. 104 ff.

d. Die Katze, wie der Hund der Frigga heilig, ist als Begleiterin oder auch als angenommene Hülle der Hexen (vgl. [351]) dem Aberglauben ebenfalls ein vorbedeutendes Thier. — 200. Eine über den Weg laufende Katze, besonders eine schwarze, bedeutet Unglück (allg.). — 201. Wenn die Katze sich putzt (Marienberg), oder einen krummen Rücken macht (Schwarzenberg), kommt Besuch. Vgl. [813] u. [814].

e. Das Schwein war das gewöhnliche Opferthier bei den alten Deutschen und daher dürfen aus diesem Thiere bereitete Speisen Weihnachten und Fastnachten nicht fehlen, vgl. [14], [73] u. [452]. — 202. Der Aberglaube, daß begegnende Schweine Unglück, wenigstens Prügel, bedeuten, Schafe dagegen Glück oder daß man gern gesehen werde (allg.), stammt wohl aus der alttestamentlichen Bedeutung dieser Thiere. — * 203. Wenn das Schwein beim Schlachten nicht schreit, so ist es nicht fett (Mildenau). — Die Kuh vgl. [140] u. [815].

§ 22 (42 ff.). f. Die Krähe und Dohle vertreten die Stelle des im Gebirge nicht vorkommenden Raben, der, als Wodan’s Vogel, Unglück verkündend ist. — † 204. Setzt sich eine Krähe auf ein Haus, so stirbt Jemand in diesem (Annaberg) oder in dem gegenüberstehenden Hause oder überhaupt in der Nachbarschaft (Raschau). Dasselbe gilt von der Dohle (Annaberg). — * 205. In Annaberg ist namentlich Eine von gewissen klugen Leuten gekannte Dohle, aus der Zahl derer, welche in der Nähe des Gottesackers sich aufhalten, die, wenn ein Todesfall im Hause eintreten wird, sich auf das betreffende Haus setzt und jämmerlich zu schreien anfängt. Vgl. [530], [825] u. [826].

g. Das ganze Geschlecht der Eulen steht nach altem Aberglauben mit den finstern Mächten im Bunde. — † 206. Wenn das Käuzchen schreit, so stirbt innerhalb dreier Nächte ein Verwandter oder Freund dessen, der es hört (Zwickau), vgl. [412] u. [530].