Mai und Pfingsten. 740. Donner im Mai, Sturm in’s Heu (Grünstädtel). — 741. Abenthau und Kühl’ im Mai bringt viel Wein und Heu (Annaberg, Lößnitz). — 742. Mai kühl, Juni naß, füllt Scheuer und Faß (Marienberg). — 743. Nach Pankraz und Servaz [12. u. 13. Mai] schaden die Nachtfröste den Früchten nicht mehr (Raschau). — 744. Ist es schön auf Petronell [31. Mai], meßt den Flachs ihr mit der Ell’ (Marienberg). — 745. Pfingstregen bringt reichen Erntesegen (Lößnitz). Vgl. auch [144].
Juni, Sommer etc. 746. Wer nicht geht mit Sichel und Rechen auf’s Feld, wenn Bienen und Bremsen stechen, der muß gehen mit dem Strohseil und fragen, wer hat Heu feil (Marienberg). — 747. Brachmonat naß, leert Scheuer und Faß (Marienberg). — 748. Wenn kalt und naß der Juni war, verdirbt er meist das ganze Jahr (Annaberg). — 749. Durch den Juniwind aus Norden ist noch nichts verdorben worden (Marienberg). — 750. Das Kraut ist vor Johanni [24. Juni] zu stecken (Frohnau), vgl. [151] u. [152]. — 751. Der Brachmonat muß die Weiberlaunen haben (Marienberg). — 752. Wenn es am Siebenschläfer [27. Juni] regnet, so regnet es sieben Wochen lang (allg.), vgl. [156].
§ 92. Juli, Hundstage etc. 753. Wind im Juli vom Niedergang [Westen] ist des Regens Anfang (Lößnitz). — 754. Viel Fliegen, viel Korn (Marienberg). — 755. Wenn es zum Medardus [8. Juli] regnet, regnet es 30 Tage lang (Marienberg). — 756. Hundstage [vom 24. Juli bis 24. Aug.] hell und klar, zeugen ein gutes Jahr (allg.). — 757. Treten die Hundstage gut ein, so wird vier Wochen gutes, treten sie schlecht ein, vier Wochen schlechtes Wetter (Geier). — 758. Wenn die Hundstage gut eintreten, treten sie schlecht aus (Geier). — 759. Jakobi [25. Juli] darf’s nicht regnen; regnet es, so regnet es den Weibern in den Backtrog (Markneukirchen). — 760. Zu Jakobi werden die neuen Erdäpfel probirt (Lauter), vgl. Aug. — 761. St. Paulus (29. Juli) klar, ein gutes Jahr (Marienberg).
August. 762. Was im August nicht bäckt, wird im September nicht braten (Marienberg). — 763. Giebt’s im August Sonnenschein, so wird die Ernte besser sein (Mildenau). — 764. Die Nächte kühl, die Tage schwühl, dann wird der Ernte viel (Marienberg). — 765. Laurentius [10 Aug.] werden zum erstenmal Kartoffeln geschüttelt, d. i. probirt (Markneukirchen). — 766. Um St. Laurenti Sonnenschein, bedeutet ein gut Jahr von Wein (Lößnitz). — 767. Himmelfahrt Mariä [15. Aug.] hell und rein, bringt guten Wein (Grünstädtel). — 768. Bartholomä [24. Aug.] Bauer sä. Oder genauer: Bartholomä Korn sä, Grummt mäh (Markneukirchen). — 769. Wenn zu Bartholomä der Himmel voller Wolken ist, bekommen wir viel Schnee (Raschau). — 770. Bartholomä werden die Kartoffeln geschüttelt (Annaberg). — 771. Bartholomä sch.... der Teufel die schwarzen [Heidel-] Beere (Annaberg).
September und Herbst. 772. Septemberregen ist der Saat gelegen (Annaberg). — 773. Wenn die Blätter im Herbste spät abfallen, so deutet dies auf einen harten Winter (Lößnitz). — 774. Sitzt das Laub lange an den Bäumen, wird der Winter auch nicht säumen (Annaberg). — 775. Egide [1. Sept.] Sonnenschein, tritt ein schöner Herbst ein (Raschau). — 776. Auf Mariä Geburt [8. Sept.] zieht die Schwalbe fort (Annaberg). — 777. Wenn der Michaelistag [29. Sept.] in den zunehmenden Mond fällt, so wächst im nächsten Jahre viel Futter (Raschau), vgl. [157].
§ 93. Oktober. 778. Viele Nebel im Oktober geben viel Schnee im Winter (Marienberg). — 779. Wie die Witterung im Oktober ist, wird sie auch im März sein (Lößnitz). — 780. Im Oktober sind die Pferde pober (Zschopau). — 781. Zu St. Gall (16. Okt.) bleibt die Kuh im Stall (Voigtsdorf). — 782. St. Gallen läßt den Schnee fallen (Annaberg). — 783. Urschel [Ursula; 21. Okt.] fei, hackt’s Kraut rei (Frohnau). — 784. Simon und Judith [28. Okt.] bringen den Winter mit (Annaberg).
November. 785. Geht die Gans zu Martini [11. Nov.] auf dem Eise, so geht sie zu Weihnachten auf dem Dreck (allg.) — 786. Geht die Gans zu Martini auf Dreck, so geht sie zu Weihnachten auf Eis (Lößnitz). — 787. Heut ist der Märts [Martini], nun kommt er [der Winter] gepärzt [schnell gerannt] (Annaberg). — 788. Andreasschnee [30. Nov.] treibt die Preise in die Höh’ (Marienberg).
December, Winter, Weihnachten: 789. Kommt die Feldmaus in’s Haus, ist der gelinde Winter aus (Marienberg). — 790. Große Windwehen, große Heuschober (Raschau). — 96. Neuer Schnee, neue Kälte (allg.). — 791. Grün Weihnacht’, weiß Ostern; weiß Weihnacht’, grün Ostern (allg.) — 792. Wenn es zu Weihnachten sieht wie Klee, hängen die Palmen [die Bäume am Palmsonntage] voller Schnee (Raschau). —793. Wenn es in der Christnacht schneit, geräth der Hopfen (Lößnitz), vgl. [20]–[24].
§ 94. b. Andere Zeitbestimmungen. Der Quatember: 794. Wie das Wetter am Quatember ist, so bleibt es in dem folgenden Vierteljahre (allg.). — 795. Wenn es zum Quatember regnet, so regnet es noch hundert Stunden, dann wird schönes Wetter (Ehrenfriedersdorf). — 796. Wo die Luft in der hundertsten Stunde nach dem Quatember herkommt, kommt sie das ganze Jahr her (Ehrenfriedersdorf). Bestimmte Wochentage: 797. Wenn es am 1. Sonntag im Neumond regnet, regnet es alle vier Sonntage (Raschau), vgl. [§ 18]. — 798. Was der Sonntag will, bringt der Freitag (Marienberg), oder: wie der Freitag, so der Sonntag (Schneeberg).
Tageszeiten: 799. Morgenroth bringt Wind oder Koth (allg.). Dagegen: Abendrieth [Abendröthe] bringt schi [schönes] Wätter mit, oder: Abendroth ist ä guter Wetterbot (allg.). — 800. Wenn es in der Mittagsstunde zu regnen oder zu donnern anfängt, regnet es an dem Tage fort (Sosa).