Doch ihr seid davongeflogen und habt euch nicht bekümmert um Havelaar, die ihr nicht wissen konntet, dass er einmal euer Zeugnis nötig haben würde!

War es Koketterie von Havelaar, da er zu Natal einem Hunde—Sappho hiess das Tier—in die Flussmündung nachsprang, weil er befürchtete, dass das noch junge Tier nicht gut genug schwimmen könne, um den Haien zu entgehen, die dort so zahlreich waren? Ich kann an ein derartiges Kokettieren mit Gutherzigkeit schwerer glauben, als an die Gutherzigkeit selbst.

Ich rufe euch auf, ihr vielen, die ihr Havelaar gekannt habt—wenn ihr nicht erstarrt seid durch Winterkälte und Tod ... wie die geretteten Fliegen, oder vertrocknet durch die Hitze da jenseits unter der Linie!—ich rufe euch auf, dass ihr Zeugnis ableget von seinem Herzen, ihr alle, die ihr ihn gekannt habt! Jetzt vor allem rufe ich euch auf mit Vertrauen, da ihr nicht mehr suchen braucht, wo das Seil eingehakt werden muss, um ihn herunterzuholen von welcher geringen Höhe auch immer.

Inzwischen werde ich, wie bunt es auch scheinen mag, hier einigen Zeilen von seiner Hand Raum geben, die solche Zeugnisse vielleicht überflüssig machen. Max war einmal weit, weit weg von Frau und Kind. Er hatte sie in Indien zurücklassen müssen und befand sich in Deutschland. Mit der Fixigkeit, die ich an ihm eigentümlich finde, ohne indes Lust zu haben, sie zu verteidigen, wenn man sie antastet, machte er sich zum Meister der Sprache des Landes, in dem er sich einige Monate aufgehalten hatte. Hier sind also die Verse, die gleichzeitig die Innigkeit verraten, mit der er den Seinen zugethan war:

—Mein Kind, da schlägt die neunte Stunde, hör!

Der Nachtwind säuselt, und die Luft wird kühl,

Zu kühl vielleicht für dich; dein Stirnchen glüht!

Du hast den ganzen Tag so wild gespielt

Und bist wohl müde. Komm, dein Tikar harret.

—Ach, Mutter, lass mich noch ’nen Augenblick!