Es mussten nun zu Rangkas-Betung noch viele andere Gebäude errichtet werden, und die Ingenieure, die mit dem Entwerfen der Pläne hierfür betraut waren, hatten Angaben von den örtlichen Preisen der Materialien und von der Höhe der Arbeitslöhne am Platze eingefordert. Havelaar hatte den Kontrolleur mit einer genauen Untersuchung diesbezüglich beauftragt und ihm anbefohlen, die Preise der Wahrheit gemäss anzugeben, ohne Rücksicht darauf, was früher geschah. Als Verbrugge diesem Auftrage gerecht geworden war, stellte es sich heraus, dass seine Preise nicht übereinstimmten mit den Angaben, die einige Jahre früher gemacht waren. Es wurde nun nach dem Grunde dieses Unterschiedes gefragt, und darin bestand für Verbrugge soviel Schwierigkeit. Havelaar, der sehr gut wusste, was hinter dieser scheinbar einfachen Sache verborgen war, antwortete, dass er seine Ansichten betreffs dieser Schwierigkeit schriftlich mitteilen würde. Ich finde nun auch unter den mir vorliegenden Schriftstücken eine Abschrift des Briefes, der auf diese Zusage hin geschrieben zu sein scheint.
Wenn der Leser klagen sollte, dass ich ihn mit einer Korrespondenz über die Preise von Holzarbeiten langweile, die ihn scheinbar nichts angeht, so muss ich ihn ersuchen, nicht unbeachtet zu lassen, dass hier eigentlich von ganz etwas anderem die Rede ist, von dem Zustande der amtlichen Indischen Haushaltung, und dass der Brief, den ich mitteile, nicht allein mehr Licht auf den künstlichen Optimismus wirft, von dem ich redete, sondern zugleich auch die Schwierigkeiten aufweist, mit denen jemand zu kämpfen hatte, der wie Havelaar geradeaus und ohne sich umzusehen seinen Weg gehen wollte.
»Nr. 114. Rangkas-Betung, den 15. März 1856.
An den Kontrolleur von Lebak.
Als ich den Brief des Direktors der Öffentlichen Arbeiten vom 16. Februar d. J., No. 271/354, Ihnen überwies, habe ich Sie ersucht, die darin enthaltenen Fragen nach Überlegung mit dem Regenten zu beantworten, und zwar unter Berücksichtigung dessen, was ich in meiner Missive vom 5. dieses, Nr. 97, schrieb.
Diese Missive enthielt einige allgemeine Winke bezüglich dessen, was als recht und billig anzusehen ist bei der Festsetzung der Preise von Materialien, die von der Bevölkerung an die Verwaltung und im Auftrag derselben zu liefern sind.
Mit Ihrer Missive vom 8. dieses, No. 6, haben Sie dem—und wie ich glaube, nach Ihrem besten Wissen—Folge gegeben, so dass ich, vertrauend auf Ihre lokale Kenntnis und die des Regenten, diese Angaben, so wie sie von Ihnen gemacht sind, dem Residenten unterbreitet habe.
Darauf folgte eine Missive von diesem Oberbeamten, vom 11. dieses, No. 326, durch welche um eine Erklärung ersucht wird bezüglich der Ursache des Unterschieds in den von mir angegebenen Preisen und denjenigen, die in den Jahren 1853 und 1854 bei dem Bau eines Gefängnisses gezahlt wurden.
Ich liess natürlich diesen Brief Ihnen zustellen und gab Ihnen mündlich den Auftrag, anjetzo Ihre Angaben zu rechtfertigen, was Ihnen um so weniger schwer fallen musste, als Sie sich auf die Vorschriften berufen konnten, die ich Ihnen in meinem Schreiben vom 5. dieses gab, und die wir auch mündlich mehrmals ausführlich besprachen.
Bis dahin ist alles einfach und in Ordnung.