Die sie mir gab ... Adinda ... Adinda!
Und noch immer war da niemand auf dem Pfade, der von Badur nach dem Ketapan führte.
O, sie war gewiss gegen Morgen hin in Schlaf gefallen, ermüdet von all dem Wachen während der Nacht, vom Wachen vieler Nächte! Sicher hatte sie seit Wochen nicht geschlafen: so war es!
Sollte er aufstehen und nach Badur gehen? Nein! Möchte es nicht scheinen, als ob er an ihrem Kommen zweifelte?
Wenn er den Mann anriefe, der da einen Büffel aufs Feld trieb? Der Mann war zu fern. Überdies, Saïdjah wollte nicht sprechen über Adinda, nicht fragen nach Adinda ... er wollte sie wiedersehen, sie allein, sie zuerst! O sicher, sicher musste sie nun gleich kommen!
Er sollte warten, warten ...
Aber wenn sie krank wäre oder ... tot?
Wie ein angeschossener Hirsch flog Saïdjah den Pfad entlang, der von dem Ketapan nach dem Dorf führt, wo Adinda wohnte. Er sah nichts und er hörte nichts, und doch hätte er etwas hören können, denn es standen Menschen auf dem Wege am Eingang des Dorfes, die riefen: »Saïdjah, Saïdjah!«
Doch ... war es seine Hast, seine Leidenschaft, die ihn hinderte, Adindas Haus zu finden? Er war schon bis ans Ende des Weges, wo das Dorf aufhört, dahingeflogen, und wie toll kehrte er um und schlug sich vor den Kopf, dass er an ihrem Hause vorbeilaufen konnte, ohne es zu sehen. Aber wieder war er am Dorfeingang, und—mein Gott, war es ein Traum?—wieder hatte er Adindas Haus nicht gefunden! Noch einmal flog er zurück, und plötzlich blieb er stehen, griff mit beiden Händen an seinen Kopf, als wollte er den Wahnsinn herausreissen, der ihn packte, und rief laut: »Von Sinnen, betrunken, ich bin betrunken!«
Und die Frauen von Badur kamen aus ihren Häusern und sahen mit Erbarmen Saïdjah da stehen, denn sie erkannten ihn und begriffen, dass er Adindas Haus suche, und wussten, dass ein Haus Adindas nicht im Dorfe Badur sei.