Bei einem Angriff auf litterarischem Gebiet würde ich die Korrektheit der Zeichnung meines Saïdjah verteidigen, aber auf politischem Boden streiche ich sogleich vor allen Aussetzungen bezüglich dieser Korrektheit die Segel, um zu verhindern, dass die grosse Frage auf ein verkehrtes Terrain verschleppt werde. Es ist mir vollkommen gleichgültig, ob man mich für einen ungeschickten Zeichner hält, wenn man mir nur zugiebt, dass die Misshandlung des Eingeborenen eine „weitgehende“ ist; so lautet doch das Wort in der Note des Vorgängers von Havelaar, die von diesem dem Kontrolleur Verbrugge unterbreitet wurde: eine Note, die vor mir liegt!
Doch ich habe andere Beweise! Und das ist ein Glück, denn auch Havelaars Vorgänger konnte sich geirrt haben.
O Gott, wenn er sich irrte, wurde er für diesen Irrtum sehr hart gestraft. Er wurde ermordet.
[1] Badjing = das javanische Eichhörnchen.
Achtzehntes Kapitel.
Es war Nachmittag. Havelaar trat aus dem Zimmer und fand seine Tine in der Vorgalerie mit dem Thee auf ihn wartend. Mevrouw Slotering trat aus ihrem Hause und schien sich nach Havelaars begeben zu wollen, doch auf einmal wendete sie sich nach dem Zaune und wies dort mit ziemlich heftigen Geberden einen Mann zurück, der ebenzuvor eingetreten war. Sie blieb stehen, bis sie sich versichert hatte, dass er nach draussen zurückgegangen war, und kehrte darauf dem Rasen entlang nach Havelaars Haus zurück.
»Ich will doch endlich mal wissen, was das bedeutet!« sagte Havelaar, und als die Begrüssung vorüber war, fragte er in scherzhaftem Tone, damit sie nicht meine, er missgönne ihr das bisschen Autorität auf einem Erbe, das früher das ihre war:
—Bitte, Mevrouw, sagen Sie mir doch mal, warum Sie nur immer die Leute, die das Erbe betreten, zurückschicken! Wenn der Mann da eben gerade einer war, der Hühner zu verkaufen hatte oder sonst irgendwas, was man in der Küche braucht?
Da zeigte sich auf dem Gesicht der Mevrouw Slotering ein schmerzlicher Zug, der Havelaars Blick nicht entging.