Ich drang auf augenblickliche Unterlassung jedweder Ungesetzlichkeit.
Von diesem vorläufigen Versuch, den Regenten durch Güte auf den Weg seiner Pflicht zu bringen, habe ich Ihnen unter der Hand Kenntnis verschafft.
Ich habe jedoch erfahren müssen, dass er mit brutaler Unverschämtheit alles in den Wind schlägt, und ich fühle mich kraft meines Amtseides verpflichtet, Ihnen mitzuteilen:
dass ich den Regenten von Lebak, Radhen Adhipatti Karta Natta Negara, beschuldige des Missbrauchs der Amtsgewalt durch ungesetzliches Verfügen über die Arbeit der ihm Unterstellten, und verdächtig erkläre der Erpressung durch die Forderung von Aufwendungen in natura ohne oder gegen willkürlich festgestellte, unausreichende Bezahlung;
dass ich im weiteren den Dhemang von Parang-Kudjang—seinen Schwiegersohn—verdächtig erkläre der Mitschuld an den genannten Thatsachen.
Um beide Sachen gehörig einleiten zu können, nehme ich mir die Freiheit, Ihnen vorzustellen, dass Sie mir befehlen:
- 1. den obengenannten Regenten von Lebak mit grösster Eile nach Serang zu senden und dafür Sorge zu tragen, dass er weder vor seiner Abreise noch unterwegs die Gelegenheit habe, durch Bestechung oder auf andere Art die Zeugnisse zu beeinflussen, die ich werde einholen müssen;
- 2. den Dhemang von Parang-Kudjang vorläufig in Arrest zu nehmen;
- 3. gleiche Massregel anzuwenden auf solche Personen niedrigeren Ranges, die, zur Familie des Regenten gehörend, Einfluss auf den geordneten Verlauf der anzustellenden Untersuchung ausüben könnten;
- 4. diese Untersuchung sofort stattfinden zu lassen und von dem Ausfall ausführlichen Bericht einzureichen.
Ich nehme mir die Freiheit, Ihnen weiterhin in Erwägung zu geben, den Besuch des Regenten von Tjanjor abzubestellen.
Zum Schlusse habe ich die Ehre—zum Überfluss für Sie, der Sie die Abteilung Lebak besser kennen, als es mir schon möglich ist—die Versicherung zu geben, dass aus einem politischen Gesichtspunkt der streng gerechten Behandlung dieser Sache nicht das mindeste im Wege steht, und dass ich eher Gefahr besorgen möchte, falls sie nicht zur Klarheit gebracht wird. Denn ich bin informiert, dass der gemeine Mann, der, wie ein Zeuge mir sagte, »pussing« ist (also: ratlos und in Verwirrung gebracht) durch all die Plackerei und Bedrückung, schon lange nach Rettung ausschaut.
Ich habe die Kraft zu der beschwerlichen Pflicht, die ich mit dem Schreiben dieses Briefes erfülle, zum Teil geschöpft aus der Hoffnung, dass es mir vergönnt sein wird, zu seiner Zeit das eine und andere zur Schonung des alten Regenten beizubringen, mit dessen Position, wie sehr er sie durch eigene Schuld verursacht, ich gleichwohl tiefes Mitleid fühle.