Kurz nach des Residenten vergeblichen Versuchen, Havelaar zur Einziehung seiner Briefe zu bewegen, oder zum Verrat der armen Leute, die auf seine Grossmut vertraut hatten, trat Verbrugge einmal bei ihm ein. Der brave Mann war totenbleich und konnte nur mit Mühe sprechen.

—Ich bin beim Regenten gewesen, sagte er ... das ist infam ... doch verraten Sie mich nicht.

—Was? Was soll ich nicht verraten?

—Geben Sie mir Ihr Wort, keinen Gebrauch machen zu wollen von dem, was ich Ihnen jetzt sagen werde?

—Wieder Halbheit, sagte Havelaar. Doch ... gut! Ich gebe mein Wort.

Und darauf erzählte Verbrugge, was dem Leser bereits bekannt ist, dass nämlich der Resident an den Adhipatti die Frage gestellt hatte, ob er gegen Havelaar etwas vorzubringen wüsste, und dass er ihm gleichzeitig ganz unerwartet Geld angeboten und ihm auch gegeben hatte. Verbrugge wusste es von dem Regenten selbst, der ihn fragte, welche Gründe den Residenten hierzu veranlasst haben könnten. Havelaar war entrüstet, allein ... er hatte sein Wort gegeben.

Am folgenden Tage kam Verbrugge wieder und sagte, dass Duclari ihm vorgehalten, wie unedel es war, Havelaar, der mit solchen Gegnern zu kämpfen hätte, so ganz allein zu lassen, worauf er nun komme, ihn von seinem gegebenen Wort zu entbinden.

—Gut, rief Havelaar, schreiben Sie das auf!

Verbrugge schrieb es auf. Auch diese Erklärung liegt vor mir.

Der Leser hat gewiss schon längst eingesehen, warum ich so leicht allen Ansprüchen auf juridische Echtheit der Geschichte Saïdjahs entsagen konnte.