Es war recht bemerkenswert, wie der furchtsame Verbrugge—vor Duclaris Mahnung—auf Havelaars Wort ohne weiteres baute, und doch in einer Sache, die zum Wortbruch so stark nötigte!

Und noch etwas. Es sind seit den Geschehnissen, die ich erzähle, Jahre dahingegangen. Havelaar hat in dieser Zeit schwer gelitten, er hat seine Familie leiden sehen—die Schriftstücke, die vor mir liegen, zeugen davon!—und es scheint, dass er auf etwas wartete ... nun, ich teile hier, nach dem Original von seiner Hand, folgende Aufzeichnung mit:

»Ich habe in den Zeitungen gelesen, dass der Herr Slymering zum Ritter des Niederländischen Löwen ernannt ist. Er scheint jetzt Resident von Djokjakarta zu sein. Ich würde also nun ohne Gefahr für Verbrugge auf die Lebakschen Angelegenheiten zurückkommen können.«

Zwanzigstes Kapitel.

Es war Abend. Tine sass lesend in der Binnengalerie, und Havelaar zeichnete ein Stickmuster. Der kleine Max zauberte ein ‚Legebild‘ ineinander und wurde ganz erregt, dass er »den roten Leib von der Frau« nicht finden konnte.

—Wird es nun so gut sein, Tine? fragte Havelaar. Sieh, ich habe die Palme etwas grösser gemacht ... es ist nun die leibhaftige ‚line of beauty‘ von Hogarth, nicht wahr?

—Ja, Max! Aber die Schnürlöcher stehen zu dicht aneinander.

—So? Wie sind sie denn bei dem andern Besatz? Max, lass mich deine Hose mal sehen! Ei, hast du den Besatz dran? Ach, ich weiss noch, wo du das gestickt hast, Tine!

—Ich nicht. Wo denn?

—Es war im Haag, wie Max krank war und wir so erschreckt waren, weil der Doktor sagte, dass er einen so ungewöhnlich geformten Kopf hätte, und dass sehr viel Sorgfalt nötig wäre, um Andrang nach dem Gehirn zu verhüten. Gerade in den Tagen arbeitetest du an dieser Stickerei.