—Es besagt nichts, sagte Havelaar, der Generalgouverneur ist ein ehrlicher Mann: er muss betrogen sein ... wenngleich er sich auch vor diesem Betruge hätte sichern können, indem er mich erst hörte. Er ist verstrickt in das Gewebe der buitenzorgschen Amtswirtschaft. Wir kennen das! Doch ich werde zu ihm gehen und ihm zeigen, wie hier die Sachen stehen. Er wird Recht schaffen, davon bin ich überzeugt!

—Aber wenn Sie nach Ngawi gehen ...

—Jawohl, ich weiss das! In Ngawi ist der Regent dem Djokjaschen Hof verwandt. Ich kenne Ngawi, denn ich war zwei Jahre lang in den Baglen, was in der Nähe ist. Ich würde in Ngawi dasselbe thun müssen, was ich hier gethan habe: das würde unnützes Hin- und Wiederreisen sein. Überdies, es ist mir unmöglich, Dienst auf Probe zu thun, als ob ich mich schlecht betragen hätte! Und endlich, ich sehe ein, dass ich, um all der Jämmerlichkeit ein Ende zu machen, kein Beamter sein darf. Als Beamter stehen zwischen der Regierung und mir zuviel Personen, die ein Interesse daran haben, das Elend der Bevölkerung zu leugnen. Es sind noch mehr Gründe, die mich hindern, nach Ngawi zu gehen. Dieser Posten war nicht vakant ... sehen Sie mal her, er ist für mich freigemacht!

Und er zeigte in der »Javasche Courant«, die mit derselben Post angekommen war, dass in der That mit demselben Beschluss, durch den ihm die Verwaltung von Ngawi übertragen wurde, der Assistent-Resident dieser Provinz nach einer anderen Abteilung versetzt wurde, die vakant war.

—Wissen Sie, warum ich gerade nach Ngawi muss, und nicht nach dieser vakanten Abteilung? Das will ich Ihnen sagen! Der Resident von Madiūn, wozu Ngawi gehört, ist der Schwager des vorigen Residenten von Bantam. Ich habe gesagt, dass der Regent früher solche schlechten Vorbilder gehabt hätte ...

—Ah! riefen Verbrugge und Duclari zugleich. Sie kapierten, warum Havelaar gerade nach Ngawi versetzt wurde, um auf die Probe zu dienen, ob er sich vielleicht bessern würde!

—Und wegen noch eines Grundes kann ich nicht dorthin gehen, sagte er. Der gegenwärtige Generalgouverneur wird in allernächster Zeit abtreten ... seinen Nachfolger kenne ich und ich weiss, dass von ihm nichts zu erwarten ist. Um also noch zeitig etwas für das arme Volk zu erreichen, muss ich den gegenwärtigen Generalgouverneur noch vor seinem Verzuge sprechen, und wenn ich jetzt nach Ngawi ginge, so würde das unmöglich sein. Tine, höre mal!

—Lieber Max?

—Du hast Mut, nicht wahr?

—Max, du weisst, dass ich Mut habe ... wenn ich bei dir bin!