[271] Alanggras (allang-allang): Riedgras, Riesen- oder Prairiegras. Es ist oft so hoch, dass ein berittener Mann sich darin verbergen kann. Auf Sumatra nennt man es auch riembu, was dort auch Wildnis im allgemeinen bedeutet.

[272] sarong; batik; kapala: Der sarong ist das eigenartige Kleidungsstück der Javanen, der Männer wie der Frauen. Es ist ein aus kapok gewobenes Stück Zeug, dessen Enden aneinandergenäht werden. Die Anwendung von Seide ist Ausnahme. Eines dieser Enden heisst kapala, d. h. Kopf, und ist mit einem breiten Rand bemalt, gewöhnlich bestehend aus ineinander verschlungenen Dreiecken. Dieses Bemalen heisst batik und geschieht aus freier Hand. Das Gewebe wird zu diesem Zwecke in einen Rahmen gespannt, und die Farbe befindet sich in einem kleinen Werkzeuge von Blech, das—sehr verkleinert—die Form eines Theetopfes hat oder eines antiken Lämpchens. Sarongs ohne kapala, und deren Enden nicht aneinander genäht sind, heissen slendangs. Man trägt diese Kleidungsstücke um die Hüften, und die Männer schürzen sie mehr oder weniger auf, bisweilen auch vollständig. Auch wird der slendang häufig ganz zum Gürtel zusammengerollt, in welchem Fall die Männer eine Hose tragen, sehr gegen die eigentliche javanische Gewohnheit, was mehr und mehr die Oberhand gewinnt bei den Javanen, die viel mit Europäern in Berührung kommen. Als eine Besonderheit mag bemerkt werden, dass die Anwendung von Hosen unter den sarongs bei Frauen allein in dem Nordwinkel von Sumatra vorkommt. Ich wenigstens habe diese Sitte nur dort angetroffen. Sie ist atjinesischen Ursprungs, weshalb auch diese Kleidungsstücke serawak atjeh heissen: atjinesische Hose.

Was übrigens die sarongs und slendangs angeht, seit etwa dreissig Jahren (1881 von M. geschrieben. D. Übers.) haben sich europäische Fabrikanten darauf gelegt, das javanische batik nachzumachen, und es wurden denn auch jährlich in diesem Artikel Fabrikate im Werte von Millionen umgesetzt. Doch wird das Tragen eines gedruckten Kain (kahin: Kleid, der generelle Name für all solche Kleidungsstücke) stets für ein Zeichen von Armut oder wenigstens geringeren Wohlstandes gehalten.

[273] matah-glap, amokh. Das Wort (matah-glap = verdunkelten Auges) deutet den Zustand jemandes an, der in Raserei alles, was ihm begegnet, niederschlägt, bis er selbst erschlagen wird. Ich nannte es irgendwo „Selbstmord in Gesellschaft“ und weiss auch jetzt noch keinen besseren Namen dafür. Der Unglückliche, der von dieser Wut gepackt wird, kennt weder Freund noch Feind. Ursache ist gewöhnlich Eifersucht oder zu lang verhaltener Groll über Misshandlung. Der Javane ist, wie die meisten anderen Inländer, sanftmütig und nachgiebig von Art. Doch allzu tief verwundet oder zu andauernd gekränkt, bricht seine Wut in amokh aus. Dass gleichwohl auch der amfiūn (Opium) hierbei eine Rolle spielt—sei es als Ursache des Leidens, oder sei es als ein Mittel, das durch seinen Reiz der Wut nachzugeben veranlasst—versteht sich von selbst.

[273] atap: eine Art Wasserpalme, deren Blätter zum Decken geringer Häuser verwandt werden.

[273] bendie: Chaise, Tilbury, leichtes, unbedecktes Kabriolett.

[274] djati, ketapan: zwei Arten von grossen Bäumen. Der erstere Baum liefert ein sehr dauerhaftes Holz. Warum Botaniker ihm den Namen Quercus indica gegeben haben, weiss ich nicht, da er in keiner Weise mit unserer Eiche übereinkommt.

[274] melatti: unter Kap. VI erklärt.

[274] Reisblock: schwerer, hölzerner Trog, worin der padie durch Stampfen von der Hülse befreit wird. Dieses Stampfen heisst—Klangnachbildung wieder!—tumbokh.

[275] tudung: siehe unter Kap. VI. In der Bestimmung der Tageszeit nach dem Schatten, den sein tudung auf seinem Antlitz zeichnete, folgte Saïdjah einem allgemeinen indischen Brauch.