Der Resident von Bantam stellte den Regenten und den Kontrolleur dem neuen Assistent-Residenten vor. Havelaar begrüsste beide Beamte höflich. Dem Kontrolleur—die Begegnung mit einem neuen Chef hat immer etwas Peinliches—nahm er durch ein paar freundliche Worte seine Befangenheit, als wollte er von vornherein eine Art Vertraulichkeit einführen, die den Verkehr erleichtern sollte. Dem Regenten begegnete er, wie es am Platze war gegenüber einer Person, die den goldenen Pajong führt, aber gleichzeitig auch sein »jüngerer Bruder« sein sollte. Mit feiner Liebenswürdigkeit sprach er seinen Tadel über dieses Mannes allzu feurigen Diensteifer aus, der in solch einem Wetter ihn bis an die Grenzen seiner Abteilung geführt hätte, was denn auch, strikt genommen, der Regent nach den Vorschriften der Etikette nicht hätte thun brauchen.
—Wahrlich, m’nheer de Adhipatti, ich bin bös auf Euch, dass Ihr Euch um meinetwillen soviel Mühe gegeben habt! Ich dachte Euch erst in Rangkas-Betung zu begegnen.
—Ich hatte den Wunsch, den Herrn Assistent-Residenten sobald wie möglich zu sehen, um Freundschaft mit ihm zu schliessen, sagte der Adhipatti.
—Gewiss, gewiss, ich fühle mich sehr geehrt! Doch ich sehe nicht gern einen Mann von Eurem Rang und Euren Jahren sich allzusehr bemühen. Und dazu noch zu Pferde!
—Ja, M’nheer de Assistent-Resident! Wo der Dienst mich ruft, bin ich noch immer stark und gut auf den Beinen.
—Das ist zu viel von Euch selbst verlangt! Nicht wahr, Resident?
—Der Herr Adhipatti. Ist. Sehr.
—Gut, aber es giebt da eine Grenze.
—Eifrig, schleppte der Resident hinterher.
—Gut, aber es giebt da eine Grenze, musste Havelaar noch einmal sagen, gleich als wolle er seine ersten Worte als nichtgesagt wieder zurückschlucken. Wenn Sie’s für gut befinden, Resident, werden wir Platz im Wagen machen. Die Babu kann hier bleiben, wir werden ihr von Rangkas-Betung aus einen Tandu schicken. Meine Frau nimmt Max auf den Schoss ... nicht wahr, Tine? Und dann haben wir Platz genug.