—Geh nun, Max, sagte Havelaar, Papa hat den Herren etwas zu sagen.
Der Kleine lief fort, nachdem er den Männern Kusshändchen zugeworfen.
Hierauf fuhr Havelaar also fort:
—Häupter von Lebak! Wir alle stehen im Dienste des Königs von Niederland. Doch Er, der rechtfertig ist und will, dass wir unsere Pflicht thun, ist ferne von hier. Dreissig-mal-tausend-mal-tausend Seelen, ja, mehr noch als soviel, sind gehalten, seinen Befehlen zu gehorchen, doch er kann nicht allen nahe sein, die abhängen von seinem Willen.
Der Grosse-Herr zu Buitenzorg ist rechtfertig und will, dass jeder seine Pflicht thue. Doch auch dieser, mächtig wie er ist und gebietend über alles, was Gewalt hat in den Städten, und über alle, die in den Dörfern die ältesten sind, und bestimmend über die Heeresmacht und über die Schiffe, die auf See fahren ... auch er kann nicht sehen, wo Unrecht gethan ist, denn das Unrecht bleibt ferne von ihm.
Und der Resident zu Serang, der Herr ist über den Landesteil Bantam, wo fünf-mal-hundert-tausend Menschen wohnen, will, dass Recht geschehe in seinem Gebiet, und dass da Gerechtigkeit herrsche in den Landschaften, die ihm gehorsamen. Doch wo Unrecht ist, da ist es fern von seiner Wohnung. Und wer Bosheit thut, verbirgt sich vor seinem Angesicht, weil er Strafe fürchtet.
Und der Herr Adhipatti, der Regent ist von Süd-Bantam, will, dass jeder lebe, der dem Guten nachtrachtet, und dass da keine Schande laste auf dem Landstrich, der seine Regentschaft ist.
Und ich, der ich gestern den Allmächtigen Gott zum Zeugen nahm, dass ich rechtfertig und langmütig sein würde, dass ich Recht würde thun sonder Furcht und sonder Hass, dass ich sein werde: »ein guter Assistent-Resident« ... auch ich habe den Willen, zu thun, was meine Pflicht ist.
Häupter von Lebak, diesen Willen haben wir alle!
So aber etliche unter uns sein mögen, die ihre Pflicht Gewinnes halber verwahrlosen, die das Recht verkaufen für Geld, oder die den Büffel dem Armen nehmen, und die Früchte, die denen gehören, die da Hunger haben ... wer wird sie strafen?