Kaum hatten wir nun, durch ein paar Handgriffe, unsre Gräberautos in Luftgräberschiffe umgewandelt, als oben im herrlichen frischen Himmel Fritz M . . . . . . . r sich erbot, uns Gespräche halten zu lassen. Er wies uns Proben — gar nicht übel! Jedoch die Brauchbarkeit des Himmels zur Diskretion vor unsern Lieben soll nicht beeinträchtigt werden. Gern, sagten wir ihm, wollten wir auf sie pfeifen, ungern zu ihnen reden. Entsetzlich schwer begriff dieses olle Sprachrohr seine völlige Überflüssigkeit. Es legte sich verstohlen an H. v. Kleist an, kam aber versehentlich an das vis-à-vis von dessen Mund, und v. Kl. entnahm einer seiner Anekdoten einen Äolus und ließ diesen.

(Fortsetzung folgt.)

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(Fortsetzung und Schluß.)

Das Abgebrochne aber ist es, das so siegt. Wenn Sie jemals auf unserm ungewöhnlichen Wege in den Himmel kommen sollten: lassen Sie von dem an die Konsequenz. Nicht in ihr, nie in ihr, nur in Ihren Abgebrochenheiten ruht und schwelgt Ihr Himmel. Sie seufzen. Unterbrechen Sie Ihr Seufzen. Unterbrechen Sie die Gedanken und Stimmungen, die sich konsequenterweise daran knüpfen wollen! Essen Sie einen Pfirsich, stecken Sie seinen Kern ja in Ihren (bloß schon darauf wartenden) Blinddarm. Vergessen Sie nie, daß Sie nur zur Zerstreuung gesammelt sind! „Vergißmeinnicht“ ist die schlimmste Blume, denn nur ihretwegen hat man das Grab erfunden, worauf sie blüht. —

TOILETTPAPIER! TOILETTPAPIER!

EIN Mann ging ja aus. Vorn hatte er ein Baro-, hinten ein Thermometer am Rocke befestigt. Er ärgerte sich doch, daß die Wetterhäuschen so feststanden. Er wollte ja selbst ein lebendiges, wandelndes Wetterhäuschen sein.

Der Mann ging an Leute ’ran und klappte ihnen den Deckel seiner Uhr an die Nasen: „Sie wollen gewiß gern wissen,“ sagte er liebreich, „wie spät es ist? bitte!“ — Die Leute mochten das nicht, sie empfanden es als Belästigung, sie wurden ungeduldig. Aber Boboll (so hieß der Mann) machte sie noch auf sein Thermometer aufmerksam; worauf sie ihn erregt anblickten und weitergingen. Jedoch er ließ es nicht zu, er lief ihnen eilfertig voran und hinderte sie am Weitergehen. Dann drehte er sich um und sagte: „Hinten können sie auch den genauen Barometerstand nachsehen.“

Damit hatte er die Leute besiegt, sie ließen gar nicht mehr von ihm, sie umhegten ihn warm, und er schritt zufrieden in ihrer Mitte. Aus den Taschen zog er darauf gute Pakete parfümiertes Toilettpapier und verteilte sie herzlich gern. Den Damen gab er Sicherheitsnadeln und Puderpapier. Ein reicher Herr hatte auch etwas genommen und bot ihm Geld — aber er lehnte es ab und fragte unschuldig genug: „Bin ich ein Automat? Ich tue es ja freiwillig.“ Da wurde der reiche Herr rot vor Frohsinn, und alle jubelten und freuten sich mit ihm. Viele riefen: „20 Grad im Schatten!“ Andre wiesen einander das feine Papier; und jemand sagte, ich glaube hinten sein Barometer sinkt. Hierüber johlte die jüngere Umgebung so anhaltend, daß der ganze Trupp mit Bobolln in der Mitte von Schutzmännern umstellt und aufgefordert wurde, sich zu zerstreuen. Bobolln wollten sie festnehmen, weil sie ihn für einen Straßenhändler ohne Gewerbeschein hielten. Aber der reiche Herr klärte dieses Mißverständnis auf. Und als die Schutzmänner das Nähere hörten und sahen, wurden sie lustig und guter Dinge; sie sagten alle mit einer Stimme: „Lütütü“! und pochten sich dabei mit ihren Zeigefingern gegen ihre kräftigen Stirnen.

Auf der Wache gab Boboll an, er sei ein Menschenfreund, und mit seinen geringen Mitteln könne er leider nicht mehr tun. Er habe aber einen sicheren Blick für kleine Bedürfnisse der Passanten. Gewisse Bedürfnisse müßten allerdings erst geweckt werden. Fast jeder vermisse irgend eine kleine Behaglichkeit. Boboll nahm ein Sammetbürstchen aus der Tasche, einen dreiteiligen Handspiegel, ein umlegbares Schreibepultchen, einen Ferngucker und andre nützliche Dinge. —