Bess’rer Hort!“

(Goethe.)

England hat ausgespielt, auch in der Farbenlehre. Deutsche Farbenlehrer! Beginnt endlich einzusehen, daß Ihr von England mit schlauen Rechenkünsten um die halbe Wahrheit der Farbe betrogen werdet, und daß erst Goethe Euch die ganze gewährt. Und Goethe, der zuletzt lacht, wird Euch auch dazu verhelfen, die besseren Mathematiker zu werden, weil er wie Kant den Mut hat, offen und unverheuchelt mit der negativen Größe, mit dem ungeschminkten Minus und Schwarz der Finsternis zu rechnen, wie Dr. Luther mit dem Teufel. Dieses englische Licht ist nur eine andere Finsternis, und Deutschland kann von Goethe lernen, wie sich

„Licht und Schatten

Zu echter Klarheit gatten.“

Schwarz-Weiß-Rot: — Mutter, Vater, Kind. In diesem Rot sind alle Farben zusammen, es ist die Verschmelzung von Orange, also gesteigertem Gelb, mit Violett, gesteigertem Blau; während Blau und Gelb sich im Grün vermischen, dieser hoffnungsreichen Wurzel der Krone Rot. Welches „Wunder von Sinn im Zufall“, daß Deutschlands Fahnenfarben das wahre Emblem der Goethischen Lehre bilden! Goethe stellte den Gegensatz offen dar, den es zu versöhnen gilt, und er versöhnt ihn hochrot hochzeitlich. Der schlaue Engländer verhehlt den Gegensatz, hüllt ihn in Unschuldsweiß und sucht ihn mit einer erflunkert friedliebenden Einheit zu bezwingen, die, zur Unfruchtbarkeit verurteilt, kriegerische Mißgeburten ausheckt. Im Zeichen Goethes, Schwarz-Weiß-Rot, soll Deutschland auch wissenschaftlich siegen! Das trübselige Schicksalsgrau zwischen Licht und Finsternis zerreißt, und das elend vom Engländer gequälte Paar erglüht in der Freudenröte seiner innigeren Vereinigung:

„Nun lacht die Welt,

Der grause Vorhang riß,

Die Hochzeit kam