„Ihren Goethe.“

„Meinen?! Nanu! Professor!“

„Also ja!“

Abnossah kurbelte am Phonographen, und man hörte:

„Freunde, flieht die dunkle Kammer . . .“ usw.

Die Pomke war eigentümlich erschüttert.

„Ja,“ sagte sie hastig, „genau so habe ich mir das Organ gedacht, es ist ja bezaubernd!“

„Freilich,“ rief Pschorr. „Ich will Sie aber nicht betrügen, meine Beste! Wohl ist es Goethe, seine Stimme, seine Worte. Aber noch nicht die wirkliche Wiederholung wirklich von ihm gesprochener Worte. Was Sie eben hörten, ist die Wiederholung einer Möglichkeit, noch keiner Wirklichkeit. Mir liegt aber daran, Ihren Wunsch genau zu erfüllen, und darum schlage ich Ihnen eine gemeinsame Reise nach Weimar vor.“

Im Wartesaal des Weimarer Bahnhofs saß wieder zufällig die stadtbekannte Schwester des weltbekannten Bruders und flüsterte einer älteren Dame zu:

„Es liegt da noch etwas Allerletztes von meinem seligen Bruder; aber das soll erst im Jahre 2000 heraus. Die Welt ist noch nicht reif genug. Mein Bruder hatte von seinen Vorfahren her die fromme Ehrfurcht im Blute. Die Welt ist aber frivol und würde zwischen einem Satyr und diesem Heiligen keinen Unterschied machen. Die kleinen italienischen Leute sahen den Heiligen in ihm.“