Die Hausfrau saß da und rührte sich nicht. Es fiel ihr jetzt erst auf, wie unpassend den Gästen der Blumentopf auf dem Fensterbrett erscheinen mußte, und so verwirrt sie auch war, sie hatte doch noch Zeit zu überlegen, wie man ihn wohl am leichtesten aus dem Fenster hinausbefördern könnte. Dieser Gedanke beschäftigte sie so lebhaft, daß sie sogar die erste Frage überhörte, mit der sich einer der beiden Gäste an sie wandte, wodurch sie tatsächlich den Eindruck einer ganz in ihre Lektüre vertieften Person hervorrief.

Termosesow musterte sie über die Schwelle mit einem scharfen Blick und wiederholte seine Frage.

»Wer sind Sie? Vielleicht Frau Biziukina selbst?« fragte er, ruhig in den Saal eintretend.

»Ich bin Frau Biziukina,« antwortete die Hausfrau, ohne aufzustehen.

Termosesow ging auf sie zu:

»Ich bin Termosesow, Ismail Petrowitsch Termosesow, ein Schulkamerad Ihres Mannes, mit dem ich später wegen einer Dummheit auseinanderkam; und dies ist der Fürst Afanasij Fedosejewitsch Bornowolokow, Regierungsbeamter und Revisor aus Petersburg. Wir wollen hier allen die Hölle heiß machen. Guten Tag!«

Er streckte ihr die Hand entgegen. Sie ergriff sie, während sie mit der andern das Buch auf die Fensterbank legte und bei dieser Gelegenheit den Blumentopf umstieß, so daß er auf die Straße kollerte.

»Was ist das? Sie haben Ihre Blume zum Fenster hinausgeworfen?«

»Das hat nichts zu sagen. Es war keine Blume. Nur Gras zum Auflegen auf Schnittwunden. Aber es taugt auch schon nichts mehr.«

»Selbstverständlich taugt es nichts. Wer legt heute noch Gras auf Schnittwunden! Aber vielleicht gibt es noch solche Esel. Wo ist denn Ihr Mann?«