Elftes Kapitel.

Daria Nikolajewna war mit ihrer gesamten Dienerschaft eifrig bemüht, ihren Appartements das frühere Aussehen wiederzugeben. An den Wänden reihte sich bald wieder Bild an Bild, vor den Kamin stellte sie einen kostbaren Schirm, auf den Kamin selbst eine schwarze Marmoruhr mit einem Perpendikel in Gestalt eines Sternes, über die Tische breiteten sich neue kostbare Decken; Lampen, Porzellan, Bronzen, Statuetten und allerlei Kleinkram bedeckten jeden freien Platz im Salon und Schlafzimmer, so daß die Wohnung bald an das Logement einer reichen Halbweltdame erinnerte, die sich von ihren Verehrern die unnützesten Dinge ohne Sinn und Verstand hatte schenken lassen.

Noch als die Arbeit im besten Gange war, erschien unerwartet der Lehrer Prepotenskij und war völlig verblüfft. Natürlich konnte er diesen »Schick« nicht billigen. Als aber Daria Nikolajewna, die ihn gar nicht beachtete, die Unverschämtheit hatte, den Dienstboten zu befehlen, in Gegenwart des Lehrers die Überzüge von den Möbeln abzunehmen, da wurde es ihm zu viel, und er fragte:

»Und Sie schämen sich nicht?«

»Ganz und gar nicht.«

»Das ist einfach unverschämt!« rief Prepotenskij, setzte sich in eine Ecke und nahm ein neues Buch vor.

In diesem Augenblick hörte man Termosesow im Nebenzimmer husten. Kurz entschlossen meinte die Biziukina:

»Gehn Sie raus!«

Das kam so unerwartet, daß sogar Prepotenskij den harten Sinn dieser Worte nicht begriff und die Dame ihren Befehl wiederholen mußte.