Grazianskij bemerkte, ohne Achilla anzusehen, sein Eintreten zugunsten des Verbrechers sei völlig unpassend.
»Warum denn? So ein armer Kerl … er hungerte doch … die Apostel rauften auch Ähren aus …«
»Wie kommt Ihr dazu?« sagte der Propst streng und drehte sich nach ihm um. »Ihr seid wohl gar Sozialist?«
»Was weiß ich von Sozialisten! Die heiligen Apostel, sag ich, gingen über Feld und rauften Ähren aus. Ihr städtischen Pfarrerssöhne wißt nichts davon, aber wir Subdiakonskinder vom Lande haben in der Schule auch manchmal Eßwaren gemaust. Nein, laßt ihn gehen um Christi willen, ich gebe ihn Euch ja doch nicht heraus.«
»Ihr habt wohl den Verstand verloren? Wie könnt Ihr Euch unterstehen?«
Diese letzten Worte schienen dem Diakon eine so unerhörte Kränkung, daß er feuerrot wurde, und seinen nassen Leibrock überwerfend, aufschrie:
»Ich geb' ihn Euch nicht heraus und damit Schluß! Er ist mein Gefangener und ich habe ein Recht auf ihn!«
Mit diesen Worten wankte der Diakon auf Danilka zu, stieß ihn zur Tür hinaus, packte mit beiden Händen die Türpfosten, um keinen Verfolger durchzulassen, und wollte noch etwas sagen, als er sich plötzlich immer größer und breiter werden, in feurigen Gluten aufgehen und verschwinden fühlte. Er schloß die Augen und fiel bewußtlos nieder.
Achillas Zustand war jener des seligen Vergessens, in den das Fieber den Menschen versetzt. Er vernahm die Worte, wie »Unfug«, »Protokoll«, »Schlag«, fühlte, daß man ihn berührte, umdrehte, aufhob, hörte das Flehen und Jammern des draußen wieder eingefangenen Danilka, aber er hörte das alles nur wie im Traum, und dann wuchs er wieder und dehnte sich unendlich weit und strömte süße Gluten aus und zerschmolz in der läuternden Flamme der Krankheit. Da kam es, das Ende des Lebens, der Tod!