»Nur die Ehemänner küssen ihre Frauen so,« fuhr Katerina Lwowna fort, mit seinen Locken spielend, »wie wenn sie die Lippen nur abstauben wollten. Küsse mich, daß die jungen Blüten vom Apfelbaume, unter dem wir sitzen, herabfallen!«
»Siehst du, so!« flüsterte Katerina Lwowna, ihren Geliebten umschlingend und mit leidenschaftlichen Küssen überschüttend.
»Hör einmal, Sserjoscha,« fuhr Katerina Lwowna nach einer Weile fort: »warum sagen die Leute, daß du treulos bist?«
»Wer wird mich so verleumden?«
»Alle sagen es.«
»Es mag ja sein, daß ich gegen solche treulos war, die meine Liebe gar nicht verdienten.«
»Warum hast du dich denn mit solchen eingelassen? Eine, die es nicht verdient, soll man gar nicht lieben.«
»Ja, das ist leicht gesagt! Überlegt man sich denn so eine Sache zuvor? In solchen Dingen wirkt die Versuchung allein. Kaum hat unsereiner so ganz ohne jede Absicht sein Gebot übertreten, als sie sich ihm gleich an den Hals hängt. Das ist die ganze Liebe!«
»Hör einmal, Sserjoscha! Wie die andern waren, weiß ich nicht und will es auch gar nicht wissen. Zu unserer Liebe hast du mich aber selbst verführt, du weißt, daß deine Verführungskünste ebenso stark waren wie mein eigener Wille. Darum muß ich es dir sagen: und wenn du mir auch einmal untreu wirst, und wenn du mir eine andere vorziehst, so werde ich, nimm es mir nicht übel, solange ich lebe, nicht von dir lassen!«
Ssergej fuhr zusammen.