Die arme Frau brach in Tränen aus und wünschte sich, daß die gleichen Hände in diesen Augenblicken ihr Gesicht streicheln und ihre krampfhaft zuckenden Schultern umfassen möchten.

»Gib mir mein Tuch zurück«, mit diesen Worten wurde sie am Morgen von der Soldatenfrau Fiona geweckt.

»Du warst es also?«

»Gib’s mir, bitte, zurück!«

»Warum trennst du uns voneinander?«

»Trenne ich euch denn? Ist es eine Liebe, oder habe ich irgendeinen Vorteil davon, daß du mir zürnen sollst?«

Katerina Lwowna dachte einen Augenblick nach, holte unter dem Kissen das Tuch, das sie der andern nachts vom Kopfe gerissen hatte, warf es Fiona zu und wandte sich zur Wand.

Sie fühlte sich ein wenig erleichtert.

»Pfui«, sagte sie sich, »werde ich denn auf so einen angemalten Mistkübel eifersüchtig sein? Mag sie in die Erde versinken. Es täte mir weh, mich mit ihr auch nur zu vergleichen.«

»Hör einmal, Katerina Lwowna«, sagte ihr am nächsten Tage Ssergej, an ihrer Seite gehend, »merke dir bitte, daß ich nicht Sinowij Borissowitsch, sondern ein Anderer bin und daß du nicht mehr die feine Dame bist. Tu darum, bitte, nicht so stolz. Bockigkeit gilt hier nicht.«