Katerina Lwowna erwiderte nichts. In den nächsten acht Tagen wechselte sie mit Ssergej weder ein Wort, noch einen Blick. Sie fühlte sich beleidigt und war stolz genug, um nicht den ersten Schritt zur Versöhnung mit Ssergej, mit dem sie sich zum erstenmal im Leben entzweit hatte, zu machen.

Während Katerina Lwowna ihm schmollte, begann Ssergej mit der weißen Ssonetka anzubandeln. Bald begrüßte er sie als »Ergebenster Diener«, bald lächelte er ihr zu, bald versuchte er sie zu umarmen und an sich zu drücken. Katerina Lwowna sah alles, und in ihrem Herzen siedete es noch mehr.

»Soll ich mich mit ihm vielleicht doch aussöhnen?« fragte sie sich, in einemfort stolpernd.

Ihr Stolz erlaubte es ihr nun noch weniger als früher, den ersten Schritt zu tun. Ssergej klebte aber immer fester an Ssonetka, und allen kam es vor, als ob die unzugängliche Ssonetka, die sonst allen wie ein Aal durch die Finger glitt, etwas gefügiger geworden wäre.

»Du warst mir böse«, sagte einmal Fiona zu Katerina Lwowna: »was habe ich dir aber getan? Mit mir hat er ja nur ganz kurz angebandelt. Ich rate dir aber, auf die Ssonetka aufzupassen.«

— Jetzt gebe ich aber meinen Stolz auf: heute noch will ich mich mit ihm aussöhnen! — sagte sich Katerina Lwowna. Sie überlegte sich nur noch, wie sie am besten den ersten Schritt machen sollte.

Aus dieser schwierigen Lage befreite sie Ssergej selbst.

»Katerina Lwowna!« sagte er ihr auf einer Station: »Komm heute Nacht für einen Augenblick zu mir heraus: ich muß dich sprechen.«

Katerina Lwowna sagte nichts.

»Zürnst du mir vielleicht noch immer? Wirst du nicht kommen?«