»Es wäre wirklich gut, einen Tropfen zu trinken!« sagte Ssergej. Zur Belustigung Ssonetkas machte er sich wieder an Katerina Lwowna heran und sagte: »Kaufmannsfrau, wir sind ja alte Freunde: kauf mir etwas Schnaps. Geize nicht. Gedenke doch, Liebste, unserer alten Liebe! Weißt du noch, meine Freude, wie wir die langen Herbstnächte miteinander verbrachten und deine Verwandten ohne Popen und ohne Küster ins Jenseits schickten?«

Katerina Lwowna zitterte vor Kälte, die ihr unter den nassen Kleidern durch Mark und Bein drang. In ihr ging aber auch etwas anderes vor. Ihr Kopf brannte wie im Feuer; die Pupillen waren erweitert, von einem irren, scharfen Glanz belebt und starr auf die Wellen gerichtet.

»Auch ich würde gerne etwas Schnaps trinken: es ist so unerträglich kalt!« sagte Ssonetka mit ihrer hellen Stimme.

»Kaufmannsfrau, kauf uns doch Schnaps!« drang Ssergej in sie ein.

»Du hast wirklich kein Gewissen im Leibe!« sagte Fiona, vorwurfsvoll den Kopf schüttelnd.

»Das macht dir keine Ehre,« unterstützte der junge Sträfling Gordjuschka die Soldatenfrau.

»Wenn du dich vor ihr nicht schämst, so solltest du dich wenigstens vor den Leuten schämen!«

»Ach, du, Allerwelts-Schnupftabaksdose!« schrie Ssergej Fiona an. »Was redest du vom Gewissen? Vor wem brauche ich mich zu schämen? Vielleicht habe ich sie überhaupt niemals geliebt, und jetzt ... jetzt ist mir Ssonetkas ausgetretener Schuh lieber als die Fratze dieser geschundenen Katze. Was hast du mir vorzuwerfen? Soll sie nur den schiefmäuligen Gordjuschka lieben, oder ... (er blickte auf den kleinen Wachsoldaten, der in Uniformmütze und langhaarigem Filzmantel im Sattel saß,) oder diesen Soldaten da: unter seinem Filzmantel ist sie wenigstens vom Regen geschützt.«

»Und dann wird sie Offiziersfrau heißen,« lachte Ssonetka.

»Gewiß! Und hat auch Geld, um sich Strümpfe zu kaufen,« fügte Ssergej hinzu.