»Natürlich: sie ist ja vom Kaufmannsstande und verwöhnt,« versetzte Ssergej.
»Wenn sie wenigstens warme Strümpfe hätte, würde es ihr wohl weniger machen,« fügte er hinzu.
Katerina Lwowna fuhr wie aus dem Schlafe auf.
»Gemeine Schlange!« sagte sie, unfähig, sich länger zu beherrschen. »Spotte nur, du Schuft, spotte nur!«
»Ich spotte ja gar nicht, sondern meine es ganz ernst: Ssonetka hat ein paar vortreffliche Strümpfe zu verkaufen. Ich frage mich, ob die Kaufmannsfrau sie nicht kaufen will.«
Viele lachten. Katerina Lwowna ging wie ein aufgezogener Automat weiter.
Das Wetter wurde immer schlechter. Aus den grauen Wolken, die den Himmel bedeckten, fielen nasse Schneeflocken herab, die, sobald sie nur den Boden berührten, tauten und den Straßenschmutz noch vergrößerten. Endlich zeigte sich am Horizont ein dunkler bleigrauer Streif, dessen Breite man gar nicht überblicken konnte: es war die Wolga. Über dem Strome zog ein steifer Wind, der breite, dunkle Wellen vor sich trieb.
Die durchnäßten und halberfrorenen Sträflinge gingen langsam zum Landungssteg und blieben in Erwartung der Fähre stehen.
Die nasse dunkle Fähre kam ans Ufer. Die Begleitmannschaften trieben die Sträflinge auf die Fähre.
»Auf dieser Fähre gibt es Schnaps zu kaufen,« sagte einer der Sträflinge, als die von nassen Schneeflocken überschüttete Fähre vom Ufer stieß und auf den Wellen des Stromes zu schwanken begann.