Der Kaiser aber spricht:

»Hör’ bitte auf, das ist nicht deine Sache — verdirb’ mir nicht die Politik. Sie haben ihre Gebräuche« — und er fragt: »Wieviel kostet diese Nuß, in die der Floh hineingeht?«

Die Engländer setzen dafür noch Fünftausend fest.

Kaiser Alexander Pawlowitsch sagt:

»Man soll es ihnen auszahlen«, selber aber steckt er den Floh in dies Nüßchen, und mit ihm zugleich auch das Schlüsselchen. Um aber nicht die Nuß zu verlieren, legte er sie in seine goldene Tabaksdose; die Tabaksdose aber befahl er in seine Reiseschatulle zu legen, die ganz ausgelegt war mit Perlmutter und Fischbein. Die englischen Meister entließ der Kaiser in Ehren und sagte ihnen: »Ihr seid die ersten Meister in der ganzen Welt, und meine Leute verstehen im Vergleich zu Euch gar nichts.«

Jene blieben sehr zufrieden, Platow aber konnte den Worten des Kaisers nichts widersprechen. Er nahm nur das »Winzigglas«, ja, und ohne ein Wort zu sagen, steckte er es in seine Tasche. »Weil« — spricht er — »es auch dazu gehört, und ihr so schon viel Geld von uns genommen habt!«

Der Kaiser wußte das gar nicht bis ganz zu seiner Ankunft in Rußland. Sie reisten aber sehr bald ab, weil der Kaiser von allen diesen »Militärangelegenheiten« in Melancholie verfiel, und er eine geistige Beichte haben wollte in Taganrog beim Popen Fjedot. Unterwegs hatten er und Platow sehr wenig angenehme Unterhaltung, weil sie völlig verschiedene Gedanken hegten: der Kaiser glaubte, den Engländern sei niemand an Kunstfertigkeit gleich, Platow hingegen bestand darauf, daß auch die Unsrigen alles machen können, was sie anschauen, nur fehle es ihnen an nützlicher Lehre. Und er hielt dem Kaiser vor, daß bei den englischen Meistern durchaus in allem andere Regeln des Lebens, der Wissenschaft und der »Verpflegung« gelten und jeder Mensch bei ihnen alle »absoluten« Möglichkeiten für sich habe, und deshalb sei in ihm auch ein ganz anderer Geist.

Der Kaiser wollte das nicht lange anhören, Platow aber steigt auf jeder Station aus und trinkt vor Verdruß ein Wasserglas Schnaps, beißt gesalzene Bretzel zu, raucht seine Weichselpfeife, in die ein ganzes Pfund Schukowscher Tabak hineinging, setzt sich dann hin und sitzt so schweigend neben dem Kaiser im Wagen. Der Kaiser schaut auf eine Seite, Platow steckt durch das andere Fenster seine Pfeife hinaus und läßt den Rauch in die Luft. So reisten sie bis Petersburg; zum Popen Fjedot nahm aber der Kaiser den Platow schon gar nicht mehr mit.

»Du« — spricht er — »bist in geistlicher Unterhaltung unenthaltsam und rauchst so viel, daß sich von deinem Qualm nur Ruß im Kopfe ansetzt!« Platow blieb gekränkt zurück und legte sich zu Hause auf sein »Verdrußsofa«, und er lag dort immerfort und rauchte ohne Unterlaß Schukowschen Tabak.

IV