Die Engländer sagen:

»Hier ist auch der Schlüssel, vor Ihren Augen.«

»Weshalb aber« — spricht der Kaiser — »sehe ich ihn nicht?«

»Deshalb« — antworten sie — »weil man dazu ein ‚Winzigglas‘ braucht.«

Man reichte ein »Winzigglas«, und der Kaiser sah, daß tatsächlich neben dem Floh ein Schlüsselchen auf der »Tablette« lag.

»Geruhen Sie« — sprachen sie — »es ins Händchen zu nehmen. Bei ihm im Bäuchelchen ist ein Aufziehlöchelchen, der Schlüssel macht sieben Umdrehungen, und dann wird es zu tanzen anfangen ...«

Mit Mühe erfaßte der Kaiser dieses Schlüsselchen und kaum vermochte er es mit den Fingerspitzen zu halten. Mit der anderen Hand aber nahm er das Flöhchen, und kaum hatte er das Schlüsselchen hineingesteckt, als er fühlte, wie der Floh sein Schnurrbärtchen zu bewegen begann, dann mit den Füßchen zu trippeln und endlich zu springen und in einem Flug gleich ein »Dansé« und zwei »Variationen« nach der einen Seite zu machen, dann nach der anderen, und so tanzte er in drei »Variationen« die ganze Quadrille.

Der Kaiser befahl sogleich, den Engländern eine Million zu geben, in was für Geld sie selber wollten — sei es in silbernen Fünfkopekenstücken, sei es in kleinen Assignaten.

Die Engländer baten, man möchte es ihnen in Silber auszahlen, weil sie sich in den Papierchen nicht auskennten; dabei aber offenbarten sie aufs neue ihre Schlauheit: den Floh gaben sie zum Geschenk, ein Futteral für ihn hatten sie indes nicht mitgebracht. Ohne Futteral konnte man aber weder ihn noch das Schlüsselchen halten, weil sie sich sonst verlieren, und man sie dann mit dem Kehricht hinauswirft. Das Futteral zu ihm bestand aber in einer Diamantnuß, aus einem Stück gemacht — dem Floh war ein Plätzchen in der Mitte ausgeschliffen. Dies Futteral gaben sie nicht, weil es, so sagen sie, dem Staate gehöre, und in dieser Beziehung sei es bei ihnen streng: nicht einmal für den Kaiser dürfe man es opfern.

Platow wollte sich schon sehr erzürnen. »Wozu«, so spricht er, »ein solcher Betrug! Das Geschenk haben sie dargebracht und eine Million dafür erhalten, und immer noch nicht genug! Ein Futteral«, spricht er, »gehört immer zu jeder Sache.«