»Seien Sie mir nicht böse, junger Mann. Glauben Sie mir: ich will von Ihrem Freund nichts Böses sagen, ich habe aber schon manches erlebt, und sein Zustand flößt mir seltsame Gedanken ein ...«

»Wie meinen Sie das?«

»Sein Zustand erscheint mir ... wie soll ich es Ihnen sagen? .. irgendwie verhängnisvoll ... Er rührt und beunruhigt mich.«

»So, er beunruhigt Sie?«

»Ja, er beunruhigt mich.«

»Nun, ich kann Sie versichern, daß Ihre Unruhe grundlos ist. Ich kenne alle Verhältnisse meines Freundes und bürge dafür, daß in ihnen nichts enthalten ist, was seinen Lebensfaden verwirren oder zerreißen könnte.«

»Zerreißen!« wiederholte er: »C’est le mot! Das ist das richtige Wort: den Lebensfaden zerreißen!«

Diese Worte machten auf mich einen unangenehmen Eindruck. Warum hatte ich nur diesen Ausdruck gewählt, an den sich der Fremde gleich festklammern konnte.

Awgust Matwejitsch machte auf mich plötzlich den unangenehmsten Eindruck, und ich blickte feindselig auf sein präzises Grahamsches Zifferblatt. Ich sah darin etwas Harmonisches und zugleich Drückendes und Unwiderstehliches. Das Werk läuft gleichmäßig, läßt in bestimmten Abständen seine metallischen Schläge erklingen und läuft unverändert weiter. Alles, was der Mann an hat, ist von erster Qualität ... Sein Hemd ist unvergleichlich feiner und weißer als unsere Hemden, und unter den weißen Manschetten leuchtet wie Blut eine rotseidene Jacke hervor. Es sieht so aus, wie wenn er unter den Kleidern keine Haut am Leibe hätte. Am Handgelenk trägt er aber ein goldenes Damenarmband, das bald nach unten rutscht und bald wieder im Ärmel verschwindet. Ich lese darauf den in polnischen Schriftzeichen gravierten russischen Frauennamen »Olga«.

Diese »Olga« erregt mein Mißfallen. Wer sie auch sei, — seine Verwandte oder seine Geliebte, — ich muß mich über sie ärgern.